@SheDrivesMobility Ja, jedenfalls. Stell dir mal vor, wie dörflich es aufm Dorf wäre, wenn nicht jedes Haus seine 2 bis 4 SUVs davorstehen und bis in den Flur fahren hätte.
Wär ja fast idyllisch 🙃
@elgue @SheDrivesMobility
Hasen und Eichhörnchen würden durch die Straßen hoppeln und gelegentlich würde ein Reh im Garten stehen 😂 .
Aber im Ernst: die meisten Mobilitätskonzepte funktionieren nur in Ballungsräumen, wo Arbeit und Grundversorgung zu Fuß zu erreichen ist und alle 10 Minuten ein Bus/U-Bahn fährt.
Ideen für den ländlichen Raum nehmen in der Diskussion kaum Platz ein. Warum?

@DerEros @elgue @SheDrivesMobility
Jahrzehntelang dachte man:
-"Bus, zu weit und nicht zu meinen Zeiten."
-"Lokaler Einkauf, zu teuer. Discounter ist billiger."
-"Das Auto steht doch vor der Tür und ist immer verfügbar."

Folgen: Die Läden machen dicht und der ÖPNV wird reduziert.
Wenn dann plötzlich die Kosten für das Auto steigen, dann fehlen die Alternativen und man ist wieder unzufrieden.

@Maik73 @DerEros @elgue @SheDrivesMobility Hier in #Bürstadt machen die kleinen Läden langsam einer nach dem Anderen zu und die Stadt lässt sich von einem Lidl-Dienstleister ein Einzelhandelskonzept schreiben nach dem die Situation zwar immer schlimmer wird, aber dennoch nichts dagegen spricht, den Auto-Orientierten Discountern noch mehr Fläche zur Verfügung zu stellen. Die Stadt lädt zur Diskussion ein und es kommen gerade mal 5 Bürger:innen.

@Maik73 @DerEros @elgue @SheDrivesMobility Es gab z.B. im Ortsteil Rodstücke einen Tante-Emma-Laden und einen Friseur. Aber obwohl daneben ein riesiges Baugebiet erschlossen wurde und heute 4 mal so viele Leute in der Nähe wohnen, kann man dort nicht mehr einkaufen.

Natürlich brauchen die Leute dann ein Auto. Und je Familie nicht nur eines.

@herdsoft @Maik73 @DerEros @elgue @SheDrivesMobility Irrtum. DIe Leute brauchen erreichbare Einkaufsmöglichkeit. Nur, weil so viele Leute glaubten, sie bräuchten ein AUto, gibt es diese nicht mehr ohne Auto.

@jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @DerEros @elgue @SheDrivesMobility

Beim Tante-Emma-Laden war halt nur alles ein paar Pfennige teurer und das Sortiment klein. Da ist man dann halt lieber 20km weit in den nächsten Supermarkt gefahren. Auto kostet ja nix. Und irgendwann waren Tante-Emma-Laden, Bäcker, Dorfkneipe usw. weg. Habe ich zumindest bei einigen Dörfern so erlebt.

Bleib ich lieber in der Stadt und habe fast alles fußläufig.

@echopapa @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @elgue @SheDrivesMobility
Ich antworte jetzt stellvertretend hier. Der Thread ist ziemlich gewachsen 🙈 . Drehen wir die Frage mal um: nehmen wir an, durch ein Wunder täte sich ein gigantischer Geldtopf auf, mit dem wir in jedem Dorf einen Tante-Emma-Laden nach altem Muster betreiben könnten (zu Discounter-Preisen!). Meint ihr, auf dem Land würde dadurch die Autokorrektur einsetzen?
@DerEros @echopapa @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility
1/x
Durch 1 Wunder täte sich ein Geld- und Willenstopf auf, und es würde viel weniger in Autoverkehr, sondern in ein schlaues ÖPNV-Netz subventioniert: Tempolimite 120/90/50(Ortsdurchfahrt)/30(alle anderen) generell.
Fahrradwege, die ungestört von Autos u.ä. in guter Qualität Orte *komplett* verbinden (Nein das braucht KEINE neuen Trassen!)
OD-Büsschen, die *koordieniert* mit menschlichen Fahrern (weil die zur Not auch...
@DerEros @echopapa @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility
2/x
...noch was anderes als fahren können- jemensch helfen...)
Zugverbindungen die dann auf einem flexiblen Netz laufen, so dass sich an jeder Station 2 Züge ausweichen können, mit einem Netz, dass passend zwischen ausreichend Anschlüssen und zügigem vorankommen abgestimmt ist.
Schnellfahrtstrecken, auf denen die Bahn dann tatsächlich schnell fahren kann
Ein 1€/Tag Ticket, eine BIS GANZ OBEN ungestaffelte Mobilitätssteuer
@elgue @echopapa @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility
Darauf wollte ich hinaus. Nicht der Discounter ist die Wurzel des Problems (und auch nicht die Lösung). Der gesteigerte Bedarf an Mobilität (auf dem Dorf) hat sich aus der Modernisierung des Lebenswandels ergeben (Diversifizierung beim Waren, Dienstleistungen und Arbeit). Beim Erfüllen dieses Bedarfs wurden die Fehler gemacht und falsche Anreize (sprich: Investition in Straßen statt ÖPNV, Carsharing, Radwege) gesetzt.

@DerEros @elgue @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility

Kollege von mir wohnte in München in einem Neubaugebiet, kleines Einkaufszentrum als Nahversorger. >90% der Leute kommen zu Fuß oder mit dem Rad zum Einkaufen bei ner Entfernung von ca. 1 km.

Jetzt ist er auf's Land gezogen. Ähnliches Einkaufszentrum am Dorfrand, d.h. kaum jemand hat mehr als 1 km dorthin. Kein Mensch aus seinem Dorf geht dort zu Fuß hin oder fährt mit dem Fahrrad hin, obwohl es gut erreichbar ist.

@echopapa @DerEros @elgue @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility auf dem Land gilt noch die alte ADAC Weisheit: wer nicht mit dem Auto einkaufen fährt ist entweder rückständig oder arm!
@vgoller @echopapa @elgue @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility
So eine Verallgemeinerung finde ich beleidigend und wenig hilfreich.

@DerEros @vgoller @elgue @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility

Aber sie trifft durchaus auf nicht so wenige Leute zu. Macht sich leider nicht jeder auf dem Land etwas Gedanken zur Mobilität mit dem Auto und möglicher Alternativen.

@echopapa @vgoller @elgue @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility

Auch das lass ich nicht gelten. Man könnte die Menschen hier durchaus überzeugen. Aber dazu braucht es gute Argumente. "Du kannst die 30km zur Arbeit jeden Tag bei Wind und Wetter mit dem Rad fahren" verfängt genauso wenig wie "Dann sitzt halt jeden Tag 3h im Zug und liest Bücher".

Verbindungen müssen schneller werden und besser getaktet. Dann lassen sich hier auch viele überzeugen. Dazu Carsharing vor Ort.

@DerEros @echopapa @vgoller @elgue @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility Da kommen wir halt zu einem Henne-Ei-Problem: Bessere Infrastruktur braucht (gerade in den Städten) auch Platz, den man dafür dem Auto wegnehmen muss. Das führt zu ideologisch verbohrtem Widerstand. Sehen wir überall, wo Rad- und Busspuren neu entstehen.

@jakob_thoboell @echopapa @vgoller @elgue @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility

Stimmt. Und an dem Punkt braucht es einen langen Atem. Die Infrastruktur ist auf Autos optimiert worden. Mit dem Auto geht alles bequem und schnell, Bus und Fahrrad leiden darunter. Um Alternativen aufzubauen, müssen die Autofahrer etwas leiden. Und das ist auch ok. Darf ruhig unbequemer werden, wenn die Alternativen bequemer werden. Am Ende haben alle etwas davon.

@DerEros @echopapa @elgue @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility und das lasse ich nicht gelten. Es gilt Eigenverantwortung. Nie hab ich so viele Menschen die 500m zum Becker fahren sehen, wie auf dem Land und in der Vorstadt. Und wenn ich 3 Stunden zum Job brauche, dann wohne ich an der falschen Stelle oder sollte mir einen neuen Job suchen. Warten auf die perfekte Welt nutzt nix
@vgoller @echopapa @elgue @jakob_thoboell @herdsoft @Maik73 @SheDrivesMobility
Die 500m zum Bäcker stehen außer Frage. Die 3h (beide Fahrten) sind für 23km. Neuer Job? Wieviele Jobs kann es in einem Ort <2000 Einwohner geben? Oder alle ziehen in die Stadt? Wo es ohnehin nicht genug Wohnraum gibt? Menschen verzweifeln, weil Mieten unbezahlbar werden? Mit solchen Ansätzen kommt man nicht zu einer zukunftsfähigen Lösung.