ich bin mir sicher, dass es eine einleuchtende und verständliche wirtschaftswissenschaftliche Erklärung dafür gibt, dass die Strompreise auch bei von Gaspreisen unabhängigen Ökostrom-Anbietern steigen, aber das ist mir komplett egal, ich checks nicht und ich finds scheiße

@elhotzo
Für die, die es interessiert: http://buergerwerke.de/energiepreise/

TL;DR: Selbst wenn ein Versorger Wind und Strom aus genossenschaftlichen Anlagen über direkte Lieferverträge bezieht, muss er z.B. aus Wasserkraftanlagen Mengen kaufen, wenn etwa Wind und Sonne gerade nicht genug Energie liefern. Und diese Kraftwerke orientieren sich dann am Börsenstrompreis...

Still TL;DR: Schon irgendwie "der Markt", ja.

@scabux @elhotzo Als Ergänzung: Selbst „echte“ Ökostromanbieter (nicht nur Zertifikate kaufen) müssen zZ Großteil des Stroms an Börse kaufen, weil eigenen Anlagen v.a. per EEG ins Gemeinschaftsnetzt exportieren (müssen).
Und: Merit-Order-Prinzip nicht Schuld an den hohen Börsenpreisen. Es ist nur ein Weg um in einem freien Markt den Marktpreis zu ermitteln. Andere Verfahren (zB Angebot-Nachfrage-Matching) sind aufwändiger und führen verstärkt zu Spekulationen.
@jlink @elhotzo Man muss die EEG-Förderung nicht 20 Jahre in Anspruch nehmen, mindestens jährlich kann man da raus. Und es muss niemand an der Strombörse handeln. Die Bürgerwerke zum Beispiel beziehen den Strom ausschließlich über Direktlieferverträge mit den Mitgliedsgenossenschaften und einem Wasserkraftwerk.
@scabux @elhotzo Eine Anlage kann aber nur entweder die EEG-Umlage in Anspruch nehmen oder direkt verkaufen. Bis vor kurzem war EEG-Umlage attraktiver. Kenne Bürgerwerke gut: Der meiste Strom kommt von genanntem Wasserkraftwerk, das ist nicht durch EE-Förderung entstanden, sondern schon älter. Direktabnahme aus den assoziierten Genossenschaften im laufenden Jahr bei etwa 1%. Alles was über die langfristigen Prognosen hinausgeht, muss an Börse gekauft werden.

@jlink @elhotzo Das mit dem relativ geringen Teil an genossenschaftlichen Anlagen stimmt aus den von dir genannten Gründen. Allerdings ändert sich das durch die aktuell hohen Strompreise.
Wo ich dir widersprechen muss ist beim kurzfristigen Zukauf von der Börse: Sowas geht auch beim Wasserkraftwerk direkt. :)

Quelle: Kontakte zur Heidelberger Energiegenossenschaft

@scabux @elhotzo Das Wasserkraftwerk hat nur eine gewisse Menge Strom, mehr kann es nicht verkaufen. Der Rest wird an der Börse gekauft, und das ist bei wachsenden Kundenzahlen eine erhebliche Menge. Selbst wenn dem nicht so wäre, würde das WKW den kurzfristig verfügbaren Strom auch zu börsenähnlichen Preisen verkaufen, da es sich um einen gewinnorientierten Wirtschaftsbetrieb handelt.
@scabux @elhotzo Quelle: Kontakte zu den Bürgerwerken.
@jlink @elhotzo Okay, dann haben wir da irgendwie verschiedene Informationen. Das widerspricht zumindest der Kommunikation, die ich bisher seitens der Bürgerwerke kenne. Bei nächster Gelegenheit muss ich da mal nachfragen. :)
@scabux @elhotzo Am Ende sind die Details des internen Stromhandels dann eher nicht öffentlich. Aus guten Gründen. Die initiale Frage war ja: Warum hängt auch bei den „guten“ EE-Stromanbietern der Preis so stark vom Börsenpreis ab? Und unsere Antwort unterscheidet sich da ja eher in Nuancen.
@scabux Update: Der Anteil des tatsächlichen Börsenstroms bei den BW ist wohl sehr gering. Aber die > 80% Wasserstrom werden idR nahe am Börsenpreis gekauft.
@jlink Danke für das Update. :)
Das deckt sich dann ja mit meiner ursprünglichen Aussage weshalb der Börsenpreis da so starke Auswirkungen hat.