Kann Sie noch wer an den #PostPrivacySpackos Ausspruch, die darauf hin sich "gründende" #Spackeria und die paralell zum #28c3 stattfindende #Spackeriade erinnern?

Was war das damals alles für ne spannende Zeit mit lebhaften #Diskussionen ohne Ende aber auch mit viele Energie im Gestaltung und Ausverhandeln von Werten und möglichen Gesellschaftsmodellen insb. durch in #Berlin damals Momentum gewinnenden #Piraten

Wie argumentieren denn die #PostPrivacy-Advokaten von damals heute?

Wird ne Konstante: irgendwas ploppt in den Blogwochen hoch und ich ärgere mich. Im konkreten Fall, weil ich irgendwann dachte, jupp, wenns soweit ist, zum Thema „Privates und Öffentliches – Welche Themen wir bewusst aus unseren Blogs heraushalten“ zu tickern, dann hol ich mal aus. Zack, Stresswochen, ging unter. Aber das Thema liegt mir als Klemmspack0 am Herzen, also, Privates, und ich fang mal mit einer starken provokanten These an:

Wer in den Blogwochen rumspaziert, wirkt auf mich in der Regel als mehrfachprivilegierter weißer deutscher alter Mann, und damit einher gehen Möglichkeiten, die andere nicht haben. Und wenn man piesacken will, dann hängt da sogar ein wenig Verantwortung dran.

YMMV und vorangeschickt, ich seh mich da im Guten wie im Schlechten nicht als das Maß aller Dinge. Persönlich erlebe ich relevanten gesellschaftlichen Impact oft bei erheblich privaten Themen, naturgemäß denen, über die man eben *nicht* spricht. Und ich fühle durchaus eine gewisse Verpflichtung, genau über diese öffentlich zu reden, wenn man das kann, denn die meisten könnens nicht.

Wenn ich mich über die Widrigkeiten beim Eingrenzen eines Hardwarefehlers in der Heim-IT echauffiere und mir Leute feedbacken, sowohl die Frustration als auch den abgrundtiefen Haß auf Nvidia nachfühlen zu können, ist das fein, spielt hingegen kosmisch betrachtet eine eher kleine Rolle.

Es klang schon bei den 15 Minuten Ruhm an: das spannende an Blog ist meiner Ansicht nach, dass man Möglichkeiten schafft, Bedeutsames entstehen zu lassen. Bedeutsam mag sein, wenn man „Denkprozesse anstößt“, wie Dirk sich das leider etwas unkonkret wünscht. Wenn der von mir ansonsten durchaus geschätzte Benedikt dann von Kauf- und Konsumentscheidungen auf Webstandards kommt, frag ich mich schon, ob das der Footprint ist, den man auf der Welt zurücklassen will. Usw.

Folgendes bitte nicht als ein „guckt her, was ich für ein geiler Typ bin“ verstehen, vielleicht bin ich einer, aber darum gehts mir nicht, sondern schlicht um möglichst anschauliche Beispiele, über die ich schreiben kann. Wenn mir wann auch immer rückgemeldet wurde, ich hätte wo ganz konkret und persönlich jemandem sehr geholfen, eine neue Perspektive geschaffen, whatever, dann gings um extremst private und sensible Themen. Vor auch schon bald zehn Jahren outete ich mich als trockener Süchtiger, letztes Jahr ergab sich draus, für ein anarchistisches Zine einen Artikel zum Thema Suchtselbsthilfe in anarchistischem Kontext zu schreiben. Feedback: alle Inputs fielen komplett anders als erwartet aus, gaben vielen Leuten Stoff zum Nachdenken und halfen einigen, die ersten notwendigen Schritte zu gehen. […]

https://www.korrupt.biz/10457/blogwochen-wie-privat-darfs-sein-und-wie-privat-waer-noetig/

[caption id="attachment_8845" align="alignright" width="300"] HP-Drucker? HA HA HA! Fickt euch![/caption]

Wenn die Datenkraken mich allenthalben durchleuchten und profilen, müsste die Werbung, die ich sehe, super zu meinen Interessen passen, alles andere wäre ja Blödsinn und Geldverbrennung. Das leuchtet zwar ein, ist aber falsch, und jeder Webseitenbesuch ohne Adblocker belegt das aufs Anschaulichste. Folgendes einige Betrachtungen über den erbärmlichen Zustand von Display-Marketing, die möglicherweise als zweiter Teil des meiner Ansicht nach gut gealterten Infopieces „Warum sehe ich diese Werbung?“ durchgehen könnten. Getriggert hatte mich schlussendlich der geschätzte Blognachbar mit einer sich entwickelnden Diskussion, die im Fedi ein wenig eingeschränkt führbar war.

Folgendes weniger ein „Es ist alles scheiße“/“Die Lösung wäre $x“, sondern ein Erklärbär dahingehend, warum das alles so ist, wie es ist und die einfachen Lösungen meiner Ansicht nach nicht auf ein komplexes Problem passen. Wem was bekannt vorkommt: irgendwann mittendrin fiel mir auf, dass vieles bereits 2019 recht treffend und unverändert aktuell von apenwarr diagnostiziert wurde. Dass die Situation fünf Jahre später nach DSGVO, 1stPartyCookie-Phaseout etc. keine andere ist, scheint mir auch irgendwie bezeichnend. TL,DR: ich seh das Grundproblem weniger bei den Datenkraken/Trackern, sondern den Display-Werbern, Pareto, Zeit- und Ressourcenknappheit(!) und einer gewissen kapitalistischen Logik.

Gnadenlose Selbstdarstellung! Ruppsel hat irgendwann in den Nullern mal festgestellt, dass er eh ne öffentliche Person im Netz und alles zu spät ist. Seitdem bin ich ohne Adblocker unterwegs, surfe in Google und FB dauerangemeldet in der Gegend rum, nutze beide auch zum Anmelden woauchimmer, erzähle allen, die es wissen wollen, dass ich Alkoholiker bin, welche Bücher ich lese, vom Faible für Fickschafe und Strafschnuller, dass ich Palettenmöbel baue, wo ich arbeite und warum es kein Problem ist, da mit einer Depressionsdiagnose im Netz zu stehen, dass ich mal CDU wählte und einen Pilz am Penis hatte, himmel, wenn man sucht, sogar Vorladungen, Strafanzeigen und ihre Einstellungsgründe, das Netz vergisst doch nicht soviel, wie man denkt, ich schweife ab, auf was ich rauswill: man müsste mir hervorragend, ja geradezu ideal personenbasiert Werbung anzeigen können.

Nun waren wir zwei Wochen in Rhodos, gucken abends angemeldet und mit jahrelang ungelöschter YouTube-History auf dem iPad deutsche Lets Plays und was passiert: wir kriegen griechische Knorr-Werbung. Eben will ich auf der Homekiste nachsehen, ob sich Spuren finden und was wird mir per Display reingehauen? Verdammte Adobe KI/PDF-Lösungen.

[caption id="attachment_8819" align="aligncenter" width="640"] Wenn mein Klick Adobes Geld zu Google schiebt, dann klick ich gerne.[/caption]

Fucking Adobe sollte doch bereits Jahre von User-Agent-History meinerseits archiviert haben mit „Ubuntu; Linux x86_64“, die mich als Kernzielgruppe nachhaltig ausschließen (drin bevor Webdienst). Was soll diese Scheiße? Google weiß, dass ich Deutsch und Englisch (UND KEIN GRIECHISCH!) kann…

[caption id="attachment_8818" align="aligncenter" width="710"] Ruppsel, laut Google 10/2024[/caption]

…seit Jahresanfang warum auch immer kein Niederländisch mehr (konnte ich nie), außerdem soll ich 2024 irgendwann geheiratet haben (hab ich nicht), an der Uni war ich nicht mehr, aber ein Haus hätte ich gekauft… mal ganz im Ernst: WAS ZUM FICK? […]

https://www.korrupt.biz/8816/warum-sehe-ich-schlechte-werbung/

Warum sehe ich schlechte Werbung? - Tales from the Mac Hell

Wenn die Datenkraken mich allenthalben durchleuchten und profilen, müsste die Werbung, die ich sehe, super zu meinen Interessen passen, alles andere wäre ja Blödsinn und Geldverbrennung. Das leuchtet zwar ein, ist aber falsch, und jeder Webseitenbesuch ohne Adblocker belegt das … Continue reading →

Tales from the Mac Hell
Gibt's eigentlich diese #spackeria noch?

Wieviel Relevanz besitzt eigentlich die “Spackeria” heutzutage innerhalb der Piratenpartei? Oder ist sie völlig in der Bedeutungslosigkeit verschwunden?

#piraten #piratenpartei #spackeria

Wenn ich an die #spackeria Zeit zurückdenke so ist klar, dass viele der Texte von damals so heute nicht mehr funktionieren. Und das ist OK, wäre eher tragisch, wenn dem so wäre.
Und vielleicht ist das wirklich das einzige was vom ganzen #Spackeria Kram übriggeblieben ist: Die Erkenntnis, dass ein Mechanismus (Datenschutz) fetischisiert wird und hochgejazzt wird als Ersatzhandlung, weil man nicht weiß wie man mit der verdateten Welt umgehen soll.