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Anzeige wegen Rassismus: Stellungnahme des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds zu diskriminierendem Plakat in Davos

DMZ – POLITIK Š MM Š Lena Wallner Š Gestern haben wir ĂŒber einen Vorfall berichtet, der bei den Bergbahnen Pischa in Davos fĂŒr Aufsehen sorgte. Die Bergbahn Pischa in Davos brachte einen Aushang in HebrĂ€isch an, der besagt, dass aufgrund wiederholter VorfĂ€lle keine SportausrĂŒstung wie Schlitten und Skis an Juden vermietet wird. Jonathan Kreutner, GeneralsekretĂ€r des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG, kommentierte dazu, dass hier „nicht nur eine moralische und geschmackliche Grenze ĂŒberschritten“ ist, sondern kĂŒndigte auch Konsequenzen an: „Wir werden rechtliche Schritte beziehungsweise eine Anzeige nach Verstoß gegen die Rassismusstrafnorm einreichen.“ Die diskriminierende Maßnahme der Bergbahnen Pischa wird heftig kritisiert und als inakzeptabel verurteilt. Die Bergbahn rechtfertigt ihre Entscheidung mit wiederholten Problemen, darunter dem Missbrauch von SportausrĂŒstung und dem Fehlverhalten einiger GĂ€ste. Obwohl legitime Bedenken geĂ€ußert werden, ist die diskriminierende Richtlinie unangebracht und unfair. Es ist inakzeptabel, Menschen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit von Dienstleistungen auszuschließen. Unsere SolidaritĂ€t gilt allen betroffenen Juden, die mit solcher Ungerechtigkeit konfrontiert sind. Wir haben den GeneralsekretĂ€r des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG, Jonathan Kreutner, kontaktiert und um eine Stellungnahme gebeten. Im Folgenden finden Sie die vollstĂ€ndige Stellungnahme von Jonathan Kreutner, dem GeneralsekretĂ€r des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG: „Das Plakat ist diskussionslos diskriminierend. Die Bergbahnen Pischa bestĂ€tigen den Aushang sogar, sehen nicht einmal einen Fehler, sondern bekrĂ€ftigen den Inhalt sogar noch. Das schockiert mich. Das ist nun wirklich ein neues Level an Dreistigkeit. Eine ganze GĂ€stegruppe wird kollektiv abgekanzelt, aufgrund des Aussehens und der Herkunft. Völlig offen und unversteckt, und das in der Schweiz. Hier ist nicht nur eine moralische und geschmackliche Grenze ĂŒberschritten. Wir werden rechtliche Schritte beziehungsweise eine Anzeige nach Verstoß gegen die Rassismusstrafnorm einreichen. Die steigenden Zahlen jĂŒdischer GĂ€ste seit Jahren in Davos zeigen, dass sich diese Menschen ganz offensichtlich wohlfĂŒhlen in Davos. Es gibt also durchaus Anbieterinnen und Anbieter von Hotels, LĂ€den oder Mietwohnungen, die diese GĂ€stegruppe herzlich willkommen heißt. Es gibt aber auch offensichtlich andere, die eine ganz andere Einstellung gegenĂŒber jĂŒdischen GĂ€sten hat. Das zeigen die immer wieder auftretenden Probleme in Davos. Erst letzten Sommer hat die lokale Tourismusorganisation die Zusammenarbeit mit uns und unserem Dialogprojekt auf Eis gelegt. Dass hier einiges im Argen liegt, ist offensichtlich.“ Inmitten dieser herausfordernden Situation, die durch den Vorfall bei den Bergbahnen Pischa in Davos entstanden ist, mĂŒssen wir als Gesellschaft zusammenstehen und uns entschieden gegen jegliche Form von Diskriminierung erheben. Die Entscheidung, bestimmte Menschen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit von Dienstleistungen auszuschließen, ist nicht nur inakzeptabel, sondern verstĂ¶ĂŸt auch gegen grundlegende moralische und ethische Prinzipien. Unsere SolidaritĂ€t gilt denjenigen, die von solcher Ungerechtigkeit betroffen sind. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam als Gemeinschaft gegen Rassismus und Diskriminierung kĂ€mpfen und sicherstellen, dass sich solche VorfĂ€lle nicht wiederholen. Die Stellungnahme des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG verdeutlicht den Ernst der Situation und die Notwendigkeit, rechtliche Schritte einzuleiten, um Gerechtigkeit zu gewĂ€hrleisten. Es ist ermutigend zu sehen, dass trotz solcher VorfĂ€lle viele Menschen in Davos jĂŒdische GĂ€ste herzlich willkommen heißen und sich fĂŒr ein harmonisches Miteinander einsetzen. Es liegt an uns allen, aktiv zu werden und fĂŒr eine Welt einzutreten, in der jeder Mensch unabhĂ€ngig von seiner Herkunft oder Religion respektiert und gleich behandelt wird. Die Stellungnahme von Jonathan Kreutner, dem GeneralsekretĂ€r des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds SIG, unterstreicht die Dringlichkeit dieser Angelegenheit und erinnert uns daran, dass wir uns weiterhin fĂŒr Toleranz, Respekt und Gerechtigkeit einsetzen mĂŒssen.

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Diskriminierungsvorfall bei Bergbahn Pischa in Davos

DMZ – GESELLSCHAFT Š Lena Wallner Š KOMMENTAR Von der Bergbahn Pischa in Davos wurde ein fĂŒr jĂŒdische GĂ€ste ein Aushang in HebrĂ€isch angebracht, der besagt, dass aufgrund wiederholter VorfĂ€lle keine SportausrĂŒstung wie Schlitten und Skis an Juden vermietet wird. Der Text des Aushangs lautet wie folgt: "Aufgrund verschiedener sehr Ă€rgerlicher VorfĂ€lle, darunter der Diebstahl eines Schlittens, vermieten wir keine SportgerĂ€te mehr an unsere jĂŒdischen BrĂŒder. Dies betrifft alle SportgerĂ€te wie Schlitten, Airboards, Skis und Schneeschuhe. Vielen Dank fĂŒr Ihr VerstĂ€ndnis." Ein derartiges Vorgehen ist inakzeptabel und jegliche Form von Diskriminierung muss auf das SchĂ€rfste verurteilt werden. Es ist untragbar, Menschen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit von Dienstleistungen auszuschließen. Unsere SolidaritĂ€t gilt allen betroffenen Juden, die mit solcher Ungerechtigkeit konfrontiert sind. Wir haben bei der Bergbahn nachgefragt, um mehr ĂŒber die HintergrĂŒnde dieser Maßnahme zu erfahren, und erhielten vom Bergrestaurant folgende Antwort: „Es ist leider absolut kein Einzelfall, das sind tagtĂ€gliche Erfahrungen die wir machen mussten. Wir haben jĂŒdische GĂ€ste die in Strassenschuhen Schlittenmieten wollen, diese dann einfach auf der Piste stehen lassen und den Rettungsdienst anfordern obwohl sie nicht verletzt sind. Wir mĂŒssen dann die Schlitten wieder einsammeln, sofern sie noch zu finden sind. Wir haben Hochschwangere die nicht einsehen wollen warum wir ihnen keine GerĂ€te vermieten wollen. Wir bekommen Schlitten und Airboards gar nicht mehr oder defekt zurĂŒck und keiner will dafĂŒr grade stehen. GerĂ€te die andere GĂ€ste gemietet haben und wĂ€hrend des Mittagessens bei unserem Shop deponieren, werden entwendet fĂŒr Testfahrten hinter dem Haus. Die besten PlĂ€tze auf der Terrasse oder im Restaurant werden mit «Picknickern» bevölkert, obwohl jeder weiss, dass man in einem Schweizer Restaurant auch konsumieren muss. Wo bleibt da der Anstand uns und unseren zahlenden GĂ€sten gegenĂŒber? Wir wollen das Risiko nicht mehr tragen, dass irgendwann einer dieser GĂ€ste einen schweren Unfall baut und uns dafĂŒr zur Rechenschaft zieht. Wir wollen den tĂ€glichen Aerger nicht mehr und entscheiden uns darum, dass wir von unserem Recht Gebrauch machen, zu entscheiden wer unser Eigentum mieten kann und wer nicht. Wenn sich gewisse Touristengruppen nicht an die minimalsten Anstandsregeln im Gastland halten wollen, ist das ihr Problem, das sie ganz leicht beheben könnten, in dem sie sich an die Gepflogenheiten in der Schweiz anpassen. Dass wir ihnen dann nichts mehr vermieten wollen, hat nichts aber auch gar nichts mit Glauben, Hautfarbe oder persönlichen Neigungen zu tun, sondern nur damit, dass wir keine Lust mehr haben auf diese tĂ€glichen Diskussionen und Reibereien! mit freundlichen GrĂŒssen Bergrestaurant Pischa" Die "Entschuldigung" der Bergbahn ist in diesem Zusammenhang nicht akzeptabel. WĂ€hrend die Bergbahn legitime Bedenken hinsichtlich des Missbrauchs von SportausrĂŒstung und des Verhaltens einiger GĂ€ste Ă€ußert, ist es unangemessen und diskriminierend, eine ganze religiöse Gruppe fĂŒr das Fehlverhalten einzelner zu bestrafen. Die Bergbahn sollte alternative Lösungen suchen, um mit den konkreten Problemen umzugehen, ohne auf eine diskriminierende Richtlinie zurĂŒckzugreifen. Es ist wichtig, dass Unternehmen fair und gerecht handeln, ohne Menschen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit auszuschließen. Als Gesellschaft mĂŒssen wir mehr denn je zusammenstehen und uns gegen jegliche Formen von Diskriminierung und Ungerechtigkeit einsetzen. Jeder Mensch verdient Respekt und gleiche Behandlung, unabhĂ€ngig von seiner Herkunft oder Religion. Wir hoffen aufrichtig, dass die Verantwortlichen diesen Vorfall ernst nehmen und Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sich so etwas nie wiederholt.

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Aussicht von Pischa Richtung FlĂŒela.
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