Restaurierung von Paul Höckers Grab

Dank großzügiger Spenden war es der Paul Hoecker Forschungsgruppe möglich, das lange vernachlässigte und bereits vom Verfall bedrohte Grabmal restaurieren zu lassen.

Im April 2025 besuchte Philipp Gufler von der Paul Hoecker-Forschungsgruppe gemeinsam mit Karol Radziszewski, Michał Suchora und Giovanni Pilato das Geburtshaus des Künstlers sowie sein Familiengrab in Długopole Górne (bis 1945 Oberlangenau). Hier fand Paul Hoecker im Jahr 1910 seine letzte Ruhestätte.

Dank großzügiger Spenden war es der Forschungsgruppe und dem Forum möglich, das lange vernachlässigte und bereits vom Verfall bedrohte Grabmal restaurieren zu lassen und ihm damit neue Würde zu verleihen. Es handelt sich um das letzte erhaltene Grabmal deutscher Herkunft vor Ort und steht als stilles Zeugnis für die vielschichtige deutsch-polnische Geschichte der Region.

Das Familengrab in Długopole Górne vor der Renovierung

Der Familiengrabstein wurde noch zu Lebzeiten von Paul Hoecker gestaltet. Durch unser Bemühen wurde der Stein an der Grundfläche begradigt, der Zaun renoviert und das Denkmal vorsichtig gereinigt, so dass die Inschrift wieder gut lesbar ist.

Unser herzlicher Dank gilt allen Spender*innen – ihr Engagement trägt dazu bei, das Andenken an Paul Hoecker zu bewahren und historische Zusammenhänge für kommende Generationen sichtbar zu machen. Ebenso danken wir Arkadiusz Raczyński, dem Pfarrer der Gemeinde Długopole Górne, der das Projekt bei jedem Schritt mit großer Offenheit und Unterstützung begleitet hat.

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Auf Vermittlung der Paul Hoecker Forschungsgruppe wird noch bis zum 26. Juli 2025 das Gemälde Jünglingskopf (um 1901, oben links) von Paul Hoecker in der Ausstellung „The First Homosexuals: The Birth of a New Identity, 1869-1939” im Museum Wrightwood 659 in Chicago gezeigt. Die Ausstellung erforscht den Wandel in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Homosexualität, der mit der Prägung des Begriffs „homosexuell“ im Jahr 1869 einherging.

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Ausstellung der Paul Hoecker Forschungsgruppe

Noch bis zum 26. Oktober 2024 ist in Amsterdam die Ausstellung Manifold Books # 24: 𝙍𝙚𝙢𝙚𝙢𝙗𝙚𝙧𝙞𝙣𝙜 𝙋𝙖𝙪𝙡 unserer Paul Hoecker Forschungsgruppe (Kunsthistoriker*innen Nicholas Maniu und Christina Spachtholz, Architekt Stefan Gruhne und Künstler Philipp Gufler) zu sehen.

𝙍𝙚𝙢𝙚𝙢𝙗𝙚𝙧𝙞𝙣𝙜 𝙋𝙖𝙪𝙡 ist dabei nicht nur eine Ode an einen Künstler, dessen Karriere aufgrund seiner Homosexualität ein abruptes Ende fand, sondern auch ein Versuch einer queeren Geschichtsschreibung und einer generationenübergreifenden Trauerbewältigung im weitesten Sinne.

𝙍𝙚𝙢𝙚𝙢𝙗𝙚𝙧𝙞𝙣𝙜 𝙋𝙖𝙪𝙡 stellt sowohl Briefe, Skizzen und Fotografien aus, die als Leihgaben aus unserem Archiv zur Verfügung gestellt wurden, als auch zwei Arbeiten von Philipp Gufler nach einem Porträt von Hoecker, das Nino Cesarini auf Capri zeigt, ein kleines Interieurgemälde des Künstlers und eine Diashow mit allen bisher bekannten Gemälden.

Viele von Hoeckers Werken gingen im Laufe der Zeit verloren, aber durch die Projektion finden diese sonst verschwundenen Werke in der Ausstellung eine Repräsentation, die ihnen ein neues Leben und Publikum gibt. Die aus Mitgliedern des FQAM bestehende Paul Hoecker Forschungsgruppe hat einzelne Gemälde seines Œuvres aufgespürt, das von holländischen Genrebildern über religiöse Sittengemälde, Landschaften und Pierrot-Figuren bis hin zu – nach seiner Entlassung aus der Akademie – homoerotischen Porträts reicht. Nachdem er über ein Jahrhundert lang fast völlig in Vergessenheit geraten war, unterstreicht diese Ausstellung die Bedeutung seines Werks für die Kunst um 1900 und die Bedeutung queerer Repräsentation in der Geschichtsschreibung.

Ein ausführliches Interview mit dem Künstler Philipp Gufler wurde über unsere Ausstellung bei Manifold Books im niederländischen Kunstmagazin Metropolis M veröffentlicht.

Photos: Lazimg

#PaulHoecker

Remembering Paul