Winterlese

Jürgen Becker – Die Zukunft war auch schon mal besser In düsteren Zeiten liest man Becker gerne, auch wenn der Haudraufhumor einen nicht immer überrascht.
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Jakob Martin Strid – Die unglaubliche Geschichte von der Riesenbirne Unterhaltsame und schön bebilderte Katastrophengeschichte, der leider etwas Witz fehlt, um sie zu einem Klassiker zu machen.
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Otfried Preußler – Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete Neu als Buch zusammengesetzte Geschichte, die zeitlich nicht so ganz ins Hotzenplotz-Universum passen will, denn zwei wochen nach der ersten Verhaftung spielt ja schon die zweite Geschichte. Es gibt allerdings schöne, neue Grafiken, wenn allerdings auch kein Witz sich einstellen will. Aber unsere Jüngste war auch schon vom zweiten und dritten Teil nicht so angetan.
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Jürgen Kehrer – Wilsberg. Sein erster und sein letzter Fall kommt ohne Spannung und Lokalkolorit aus.
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#JakobMartinStrid #JürgenBecker #JürgenKehrer #OtfriedPreußler

Eckenga verpasst

Aktuelle Probleme meiner Mediendiät – Eckenga und Becker in einem Bundesland, es ist furchtbar, aber es geht … sehr gut!

Ich liebe sie beide. Sie verkörpern den Rheinländer und den Westfalen auf sympathischste Weise. Der Eine, Jürgen, ist zwei Jahre jünger als ich, hat aber schon viel weissere Haare. Der Andere, Fritz, ist zwei Jahre älter als ich, und ihn nerven und erfreuen die gleichen Sachen wie mich. Nur dass er eine andere Borussia hat, und dass er, wie so viele, total genervt ist von Claudia Roth, während ich sie besser kenne. Ich bin also in der Mitte zwischen den beiden, was sich biografisch darin symbolisiert hat, dass ich als Schüler mehrmals täglich die Demarkationslinie zwischen Rheinland und Westfalen mit dem Fahrrad überquert habe – im Städteviereck Essen-Bottrop-Gladbeck-Gelsenkirchen. Ich bin also die personifizierte Multikultur. Danach wurde ich Beueler.

In Gelsenkirchen hat Eckenga jüngst sein Soloprogramm aufgeführt. Unmöglich, von Beuel dahin zu kommen. Fragen Sie mal die Bahn! Aber dafür gibt es ja Radio. WDR5 sendete letzte Woche “Hirnschmelze”. Normalerweise schaue ich jeden Samstag nach, was die bringen. Und wenn es was mit Becker oder Eckenga (oder Schmickler) ist, höre ich es live zum Warten auf den Bundesliga-Schlusspfiff.

Letzten Samstag nicht. Warum bloss? Ich marterte meine Erinnerung, und dann fiels mir wieder ein. Beim Mittagessen im Beueler l’Olivo – samstagsmittags ist immer die ruhigste Zeit im Lokal, abends ist immer ausgebucht, und sonntags ebenfalls voller – überraschte mich ein befreundetes Ehepaar, ich legte mein Tablet weg, und wir unterhielten uns, wie Menschen das früher so gemacht haben. Mein Lesepensum am Tablet habe ich nach dem Essen zuhause nachgeholt, und so Eckenga verpasst. Also Nachholspiel heute nachmittag.

Warum ist das so besonders?

Jürgen Becker hat das mal offen von sich erzählt. Sein erstes Soloprogramm “Biotop für Bekloppte” war ein grosses Abenteuer. Und ein riesiger Erfolg. Als er es seinerzeit im Bonner Pantheon aufführte, hatte ich dank Rita Baus zwei Plätze in der ersten Reihe. Als Becker das “bandkeramische Dorf in Köln-Lindenthal” vorstellte, rief meine Freundin mit türkischer Mutter hinein: “Da bin ich geboren!” Der Saal tobte, und der Komiker war amüsiert. Und wie Sie hier sehen, war alles sauber recherchiert von dem ähnlich genialen Texter Martin Stankowski, und ist von weltweiter wissenschaftlicher Prominenz.

Becker hatte sich selbstständig gemacht, nach seiner Präsidentenregentschaft in der megaerfolgreichen Stunksitzung (Donnerstag und Samstagnacht im WDR-TV, und nächsten Samstagnachmittag im Radio). Der Erfolg war so riesig, dass er es sieben Jahre in der ganzen Republik rauf und runterspielte, ohne dass er nachliess. Konnte er es wagen, ein neues Programm zu erfinden? Die Schwelle war hoch und wurde immer höher. Dann machte er zuerst ein gemeinsames Programm mit dem Beueler Westfalen-Performer Rüdiger Hoffmann, bevor er es 1998 wieder wagte. Und siehe, es ging. Becker hat ein Teamplayer-Talent, das ihm komfortables berufliches Künstler-Überleben sicherte.

Er brachte es bisher auf 7 Soloprogramme, bei dem vier Jahre älteren Eckenga – schon 71, wow! – ist es jetzt das Elfte, wenn ich richtig gezählt habe. Und das ist auch schon wieder drei Jahre alt. Aber Vollprofis wie diese Jungs schaffen die Aktualisierungen mühelos hineinzuimprovisieren.

Bemerkenswert bei Fritz: er gehörte zum Team der epochemachenden Veröffentlichung “Häuptling Eigener Herd”. Der geniale Herausgeber kocht heute noch. Alle, die da mitgemacht haben, der tote Wiglaf Droste war es, Jenni Zylka ist es u.v.a., sind eine verschworene Bande für Humor mit Bisskraft, gutes Essen und Trinken und die Verteidigung der Lebensfreude gegen alle Angriffe und Depressionsattacken von Rechts. Ich freue mich schon auf heute nachmittag.

Eckenga verpasst – Beueler-Extradienst

Gerade mal wieder verstanden, wie ein Liedtext *eigentlich* gemeint war.

Als Kind hatte ich bei »Hoch auf dem gelben Wagen« immer gesungen:

🎶 „[…] Felder, Wiesen und Auen leuchten des Ährengold“ 🎶

Ungewöhnliche grammatikalische Konstruktionen konnte ich!

Und auch sonst ist für mich #JürgenBecker mit dem Programm »Deine Disco – Geschichte in Scheiben« vor einem Publikum, mit dem eins auf Tour gehen möchte, eine beglückende Sternstunde! 💛

https://www1.wdr.de/fernsehen/unterhaltung/videos/juergen-becker-solo-deine-disco-geschichte-in-scheiben-clip-juergen-becker-solo-deine-disco-geschichte-in-scheiben-100.html

Jürgen Becker solo: Deine Disco – Geschichte in Scheiben

Ein Kabarettprogramm, wie es noch keines gab: Jürgen Becker legt auf, beschallt das Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen, verknüpft Musik und Politik, verwebt Fakten mit Anekdoten und Pointen. Und bringt sein Publikum zum Singen.

WDR Nachrichten

Geschichte in Scheiben

Ob er in die Mediathek kommt? Wir wissen es nicht. Die ARD hält es geheim. Und verrät nur, dass das Dritte des WDR morgen Abend sendet (22.45 h). Die Erfahrung lehrt: nach dem Absenden könnte es verfügbar sein. Update Sonntag: es ist verfügbar, zwei Jahre lang, bitte hier entlang.

Jürgen Beckers aktuelles Soloprogramm “Deine Disco – Geschichte in Scheiben – Wie Musik Politik macht” ist für meinen Geschmack wirklich gelungen. Denn die meiste Zeit, von der der alte Mann (66) da erzählt, war ich ja live dabei.

Und zum Glück ist das Programm akustisch, eine knappe halbe Stunde länger als in der Glotze, schon verfügbar und bleibt das bis Anfang 2027!

Jetzt bin ich nur gespannt, ob er bei der Aufführung im Festspielhaus Recklinghausen den Fehler korrigiert hat, bei dem ich ihn bei der Radioversion aus dem Beueler Pantheon erwischt habe.

Es wird mir ein Vergnügen sein.

Geschichte in Scheiben – Beueler-Extradienst

Wieder zu Hause. Das war ein sehr amüsanter Ritt durch die Musikgeschichte, immer mit dem Blick auf die Politik der jeweiligen Epoche. #JürgenBecker #Pantheon #Bonn
Jürgen Becker (1932-2024) – Ein Leben für die Literatur - Aktuelles - Lesering.de

Der deutsche Schriftsteller und Lyriker Jürgen Becker, eine prägende Gestalt der Nachkriegsliteratur und ein bekanntes Mitglied der „Gruppe 47“, ist am 7. November 2024 im Alter von 92 Jahren in Köln verstorben. Sein friedlicher Tod wurde von seinem Verlag Suhrkamp sowie seinem Sohn, dem Fotografen Boris Becker, im Beisein der Familie bestätigt.

Lyrik - Lyrik - Lyrik
Heute: ein Gedicht von dem vor wenigen Tagen verstorbenen #JürgenBecker
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https://literaturhaus-koeln.de/programm/juergen-becker-nachspielzeit/
#LyrikLyrikLyrik #Lyrik
Jürgen Becker: Nachspielzeit | Literaturhaus Köln

Nachruf auf Schriftsteller Jürgen Becker: Autor mit leisen Tönen

Gedichte, Romane, Erzählungen und Hörspiele: Jürgen Becker war einer der bedeutenden deutschen Autoren der Nachkriegszeit und wurde vielfach für seine Werke ausgezeichnet. Jetzt ist der Kölner im Alter von 92 Jahren gestorben.

➡️ https://www.tagesschau.de/inland/nachruf-schriftsteller-becker-juergen-100.html?at_medium=mastodon&at_campaign=tagesschau.de

#JürgenBecker #Nachruf #Schriftsteller

Chronist des Alltäglichen: Zum Tod des Schriftstellers Jürgen Becker

Er war ein Erforscher unserer Bewusstseinslandschaften und hat ein vielgestaltiges Werk geschaffen: Gedichte, Romane, Erzählungen und Hörspiele. Jetzt ist Jürgen Becker im Alter von 92 Jahren gestorben.

wdr.de

Leicht und schwer

Ein leichter Mediathektipp – und schwere digitalpolitische Lektüre

In meinem Frendinnenkreis reagieren sie mittlerweile schon etwas angestrengt, wenn ich schon wieder von “Doppelhaushälfte” schwärme. Darum fange ich jetzt gar nicht erst damit an, sondern empfehle Ihnen

Wiebke Hollersen/Berliner Zeitung: ‘Doppelhaushälfte’: Kann öffentlich-rechtliches Fernsehen so gut sein? – Im Brandenburger Speckgürtel knallen auch in der zweiten Staffel der Serie zwei Lebensentwürfe aufeinander. Das muss man sehen. Vor allem wegen eines Mannes.”

Ich füge dem lediglich hinzu: die letzte Folge, in der alle Rollen miteinander im “Metaverse” spielten, war geeignet, meine Allergie gegen diesen IT-Konzern abzubauen. Merke: ist aber nur Fernsehen!

Wenn es Ihnen zu heiss ist, jetzt woanders lesen

Die Kolleg*inn*en von netzpolitik.org stellten einen lesenswerten Vortrag online, von Gina Neff: Künstliche Intelligenz: ‘Eines der größten sozialen Experimente aller Zeiten’ – Künstliche Intelligenz und andere innovative Technologien entwickeln sich stetig im rasanten Tempo weiter. Was aber braucht es dafür, damit diese Werkzeuge für uns als Gesellschaft wirken?”

Den habe ich heute beim Mittagessen komplett geschafft, kann ihm komplett zustimmen, entdeckte allerdings eine schwerwiegende analytische Lücke. Die Sache mit dem fehlenden Materialismus. Ich will es mal so erklären. Jürgen Becker sagt in seinen Kabarettprogrammen immer gerne: “Legen Sie mal Geld in die Ecke, und gucken Sie mal zu, wie das arbeitet!” Richtig. Es darf nicht rumliegen. Es muss zirkulieren, um sich zu vermehren. Diese wundersame Vermehrung geschieht durch Arbeit. Die muss so billig wie möglich sein, umso besser vermehrt sich das Kapital. Dummerweise wissen jetzt sogar Menschen in Kenia oder Bangla Desh, was so los ist in der (Arbeits-)Welt. Das macht die Aufgabe immer anspruchsvoller für das erbarmungswürdige Kapital.

Hier kommt nun die Technologie ins Spiel. Ihr “Fortschritt” beschleunigt sich mit der Zirkulation des Kapitals. Er ist davon angetrieben. Warten, Bedenkenträgerei usw. verringert den Vorsprung vor den Andern – und verschlechtert die Rendite. Das darf nach den Gesetzen des Kapitalismus nicht sein. Darum Privateigentum an Produktionsmitteln und Bekämpfung von Staatseinfluss und demokratischer Gesetzgebung als Vorstufe des Teufels “Sozialismus”. So weit verstanden?

Darum muss nicht vermehr- und produzierbarer Grund und und Boden privat bleiben: als sichere Quelle von Wertsteigerung (die Nachfrage steigt – das Angebot bleibt gleich). Und darum muss technologischer “Fortschritt” kultureller Aneignung und demokratischer Kontrolle davoneilen.

All das ist in vollem Gange und produziert neben Renditen und Profiten all die Probleme, die wir heute haben. Das kann politisch geschehen, weil die, die was dagegen haben, sich nicht zusammentun, sondern alle ihrem eigenen (politischen) Geschäftsmodell folgen, also willige Objekte dieses Treibens sind, obwohl sie vorgeben, was Anderes zu wollen. “Markt” dafür gibt es ja reichlich.

Weil mir heute zu warm ist, und ich noch erschöpft von dem beschissenen Fussballnachmittag gestern bin. bitte ich Sie und meine Fachautoren Roland Appel, Christian Wolf und den Maschinisten, die folgenden Ausführungen der klugen Monika Ermert/heise selbst zu lesen: Missing Link: Digitalisierung der Schulen zurück im Dornröschenschlaf? – Mit Ende des Distanzunterrichts verlor die Digitalisierung der Schulen an Fahrt. Inzwischen steht KI schon in der Tür. Was bedeutet digitale Schule überhaupt?” Ich bin ja schon seit 1976 ausse Schule raus …

Leicht und schwer

Ein leichter Mediathektipp - und schwere digitalpolitische Lektüre In meinem Frendinnenkreis reagieren sie mittlerweile schon etwas angestrengt, wenn ich schon wieder von Doppelhaushälfte schwärme.

Beueler-Extradienst