Ernest & Young ist ja ein echter Profi-Verein.
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Massenweise halluzinierte Zitate und Quellen in Ernst&Young-Report
In dem Sicherheitsbericht “Uncovering Cyber Threats and Fraud in Loyalty Systems” von Ernst & Young (EY), einem der weltgrößten Beratungsunternehmen, haben Mitarbeiter von GPTZero, Hersteller von KI-Detektoren, massenweise von der KI erfundene Zitate und Quellenangaben entdeckt. Die 44 Seiten des Berichts, für den zwei Partner und ein Senior Manager von EY Kanada verantwortlich zeichnen, sei eine Collage aus “Vibe”-Zitaten, falschen Zuschreibungen, gefälschten Statistiken und von einer KI-generiertem Text, erklärt GPTZero. Der Bericht nutzt keine Fußnoten oder gängige akademische Zitierweisen und referenziert die Quellen entweder direkt im Text oder in einer besonderen Tabelle, die unter anderem den Titel, eine Beschreibung und die URL zur Quelle enthält. So gut wie alle URLs dieser Tabelle verwiesen ins Nirgendwo oder waren frei erfunden und mehr als die Hälfte der Titel ließ sich keiner existierenden Publikation zuweisen. Weiter geben die Autoren in der Zusammenfassung des Berichts an, dass der weltweite Markt für Treuepunkte ein Volumen von 200 Milliarden Dollar habe und dass 30 bis 50 Prozent dieser Punkte ungenutzt bleiben. Auf Seite 10 bezieht sich die Zahl von 200 Milliarden Dollar nun jedoch auf den geschätzten Wert der nicht eingelösten Treuepunkte und nicht mehr auf den Gesamtwert aller Punkte weltweit. Da die Autoren bereits behauptet haben, dass bis zu 50 Prozent der Punkte nicht eingelöst werden, ergibt sich aus dieser neuen Zahl ein globaler Marktwert von mindestens 400 Milliarden Dollar. Die Zahl scheint letztendlich aus einem wenig bekannten britischen Fintech-Magazin “Financial IT” zu stammen, das fast wortgleich wie im EY-Report behauptete “jedes Jahr bleiben Punkte im Wert von mehr als 200 Milliarden Dollar ungenutzt”. Der Quellenabschnitt des Blogs verweist auf “McKinsey & Company: Loyalty Economics Report (2022)” einen Bericht, den es gar nicht gibt. Dieses fungierte Zitat taucht wortwörtlich im Quellenverzeichnis des EY-Berichts auf und schleust so eine erfundene Quelle aus einem minderwertigen Blog in eine Publikation der “Big Four” ein. Derartige Ungereimtheiten finden sich Zuhauf in dem Report. So waren von 27 angegebenen Referenzen 16 frei erfunden oder falsch zugeordnet. Selbst einfache Verlinkungen hielten einer rudimentären Überprüfung nicht stand. Ein Verweis auf das Tech-Magazin Techcrunch führte lediglich zu einer allgemeinen Suchseite und lieferte keinen Beleg für die aufgestellten Behauptungen. Ernst & Young zog den Report zurück und will nun untersuchen, wie er genehmigt werden konnte.

