Verwirrspiel der Identitäten: Händels „Orlando“ in der Oper Köln löst Grenzen der Realität auf
Ursula Hartlapp-Lindemeyer
[caption id="attachment_29518" align="alignleft" width="300"] Oper Köln/ORLANDO/Xavier Sabata, Giulia Montanari/Foto © Matthias Jung[/caption]
„Das ist doch Virginia Woolf!“ denkt man, als die Schriftstellerin mit dem Haarknoten und dem schlichten blauen Kleid auftritt. Als Leserin weiß man natürlich, dass Virginia Woolf 1928 einen großen Roman „Orlando – eine Biographie“ veröffentlicht hat, in dem die Titelfigur vom England der Renaissance bis ins Jahr 1928 lebt und sich nach einer Liebesaffäre mit Sasha, einer russischen Gräfin, über Nacht in eine Frau verwandelt, die einen Kapitän heiratet und mit literarischen Größen der 1920-er Jahre gesellschaftlich verkehrt. Der Orlando der Zauberoper „Orlando“ von Georg Friedrich Händel könnte dieser Orlando sein – ein literarisches Konstrukt. (Besuchte Vorstellung am 26. November 2024) […]