Hatte gerade noch mal das Buch „Völkermord statt Holocaust: Jude und Judenbild im Literaturunterricht der DDR“ in der Hand. Es geht darin auch um den angeblichen #Antisemitismus in der #DDR. Krauß beginnt mit „Schmulchen Schievelbeiner“, einer jüdischen Karikatur, die Teil von „Plisch und Plum“ von Wilhelm Busch ist.

Das ist der Text:
„Kurz die Hose, lang der Rock,
Krumm die Nase und der Stock,
Augen schwarz und Seele grau,
Hut nach hinten, Miene schlau -
So ist Schmulchen Schievelbeiner.
(Schöner ist doch unsereiner!)“

Die Zeichnung könnte aus dem Stürmer sein.

Ich habe gerade das e-Book gekauft. Das ist da ganz normal drin.

Jetzt der Witz: Die gesammelten Werke von #WilhelmBusch gab es auch in der DDR. Aber der Kinderbuchverlag hat 1962 ganz elegant das fünfte Kapitel weggelassen. Ganze Generationen sind also mit Witwe Bolte und Max und Moritz aufgewachsen, aber nicht mit antisemitschen Stereotypen.

Das passt irgendwie nicht zu der Vorstellung, der Osten sei antisemitsch gewesen, oder?

Naja, wir fanden das schon immer abwegig. Auch wenn #Döpfner schon 1994 in der #Wochenpost über angeblichen ostdeutschen Antisemitismus schreiben wollte.

1/ Das was Jahrzehnte lang in Telegrammkanälen vor sich hinköchelte kommt jetzt in der #OAZ ans Licht.

https://www.taz.de/!6156457

„Das Grundrauschen der Texte ist Friedrichs Satz aus dem Theater: Wir, der Osten, sind Avantgarde.“

Friedrichs Aussage ist wahrscheinlich wahr. Die Nazi-Wähler*innen im Osten sind die Avantgarde. Heute der Osten und morgen … na ja, zumindest auch Westdeutschland.

„Im Aboshop der Zeitung verkaufen sie Taschen mit dem Aufdruck „Ostablishment“ und Pullover mit dem Aufdruck „Ostbeauftragte:r“.“

Oh, „Ostbeauftragte:r“ ist ja lustig. Gegendert. Ob man dafür dann von Dumpfbacken verprügelt wird?

„Ej, halt!“ Zähneausspuck. „Das war doch aus dem Onlineshop diefer neuen Ostfeitung!“

#Gendern

„Friedrich bespielt eine Marktlücke – wenn auch mit Größenwahn. Im Jahr 2026 eine Zeitung zu gründen, noch dazu im Osten, wo die Abokurven schneller sinken als im Westen,“

Nun ja, der Postilion hat's vorgemacht. Ich weiß, der Witz war nicht lustig. Oder nur ein bisschen. Meine Prognose: Es wird funktionieren. Der Osten hat immer viel gelesen, nur wollte man nach der Wende nicht erklärt bekommen, wie man angeblich ist. Von Ahnungslosen. Erzählt bekommen, dass man nicht demokratiefähig sei und dass man doch dem Osten die Subventionen kürzen solle, wenn die sich nicht wie erwartet verhalten würden. Ja, auch von Eberhard Seidel-Pielen in der taz. Er wird für immer einen Platz in unseren Herzen behalten. (Ehrlich: Ich hätte ihn längst vergessen, aber es gibt Menschen, die vergessen nie.)

„Mit seiner Kritik am ostdeutschen Zeitungsmarkt trifft Holger Friedrich durchaus einen wahren Kern: Die ostdeutschen Lokalzeitungen gehören ausschließlich westdeutschen Verlagen, ihre überregionale Berichterstattung beziehen sie aus Berlin oder den Konzernzentralen. In Thüringen dominiert der Essener Funke-Verlag, in Sachsen die Verlagsgruppe Madsack aus Hannover.“

So sieht’s aus. Alles übernommen oder abgewickelt.

Die #Wochenpost hat übrigens der junge #MatthiasDöpfner höchstpersönlich zerstört.

Hier ein Bericht von Anja Reich:

https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/springer-chef-mathias-doepfner-und-der-osten-an-der-ddr-hat-er-kein-gutes-haar-gelassen-li.337988

„Das alles trifft in Ostdeutschland auf eine ausgeprägte Medienskepsis. Laut dem letzten Sachsen-Monitor trauen 45 Prozent der Menschen in Sachsen den Medien nicht mehr, ähnliche Werte gibt es in den anderen ostdeutschen Bundesländern.“

Wenn man weiß, dass „die Medien“ über den eigenen Erfahrungsbereich Mist schreiben, warum sollte man dann annehmen, dass sie über New York, Moskau, Teheran, Memphis oder Wladiwostok vernünftige Dinge verbreiten?

„Langfristig, sagt Friedrich im Theater Ost, wolle er die Berliner Zeitung und die Ostdeutsche Allgemeine profitabel machen und an die ostdeutsche Community übergeben.“

Oh, eine volkseigene Zeitung. Das ist schön. Zu diesem Volk werde ich wohl nicht gehören.

Was stand 1989 an der Mauer?
„Wir sind ein Volk!“

Und darunter?
„Wir sind ein dummes Volk!“

Der ursprüngliche Spruch war gewesen: „Wir sind das Volk.“

Aber die angeblich Müden waren hellwach und wollten konsumieren. Über ihre eigenen Jobs hatten sie noch nicht nachgedacht.

Neue „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“: Kuschelblatt für klasse Leute

Die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ ist da. Das Blatt bedient eher Befindlichkeiten, als zu informieren. Ob der Ost-Markt dafür groß genug ist?

TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH
Das Känguru und Audiobookshelf

Heute kommt das neue Buch aus Marc-Uwe Klings Känguru-Kosmos heraus und da man ja nicht immer Amazon alles Geld in den Rachen schieben muss, dachte ich, ich kaufe das Hörbuch einfach in seinem eigenen Shop. Nun stand ich allerdings vor dem unlösbaren

knuspermagier.de

2/ Fast zehn Jahre später in der #Wochenpost.

Zu #Rassismus in der #DDR. Bzw. nicht.

Die Leser*innen werden zur Solidarität aufgefordert und dazu Partnerschaften zu übernehmen.

Die Wochenpost hat übrigens Matthias #Döpfner auf dem Gewissen.

Eine Anzeige aus der #Wochenpost:

Tausche Flugreise nach Moskau gegen Trampelpfad nach Hof. Bei Erfolg 20 blaue Fliesen Prämie.

#Döpfner war es übrigens auch, der die #Wochenpost platt gemacht hat. Eine #DDR-Wochenzeitung.

Die Belegschaft hat erst zu großen Teilen gekündigt. Der Rest wurde später vergrault. Dann lief alles ins Nichts.

https://www.berliner-zeitung.de/news/mathias-doepfner-bei-der-ex-ddr-wochenpost-es-kam-beinahe-zu-einer-pruegelei-li.338332

Mathias Döpfner bei der Ex-DDR-Wochenpost: „Es kam beinahe zu einer Prügelei“

Kaum jemand erinnert sich, dass Mathias Döpfner einst ein ehemaliges DDR-Blatt reformierte. Die Berliner Zeitung rollt die Geschichte auf.

Berliner Zeitung