Nach der Kündigung ist die Motivation im Keller, warum auch nicht? Warum soll ich mich die restliche Zeit noch krum machen? Es ist ein Verhalten das nicht auf Faulheit oder übermäßigem Egoismus fußt, sondern absolut rational in dem Rahmen wie Arbeit im #Kapitalismus organisiert ist.
Arbeiter*innen sind entfremdet und vom Produkt ihrer Arbeit, deren einziger Zweck ist, Geld für den eigenen Konsum zu erhalten. Es macht also Sinn zu versuchen so viel Geld für so wenig Arbeit wie möglich zu erhalten, genauso wie es für Kapitalist*innen Sinn macht, so viel Arbeit für so wenig Lohn wie möglich zu bekommen.
Dabei ist es gar nicht so schwer sich vorzustellen, wie Arbeit anders organisiert sein könnte. Wo eine mangelnde Auftragslage keine Kündigungswelle bedeutet, sondern Kapazitäten frei macht für andere Projekte. Wo überhaupt das Ende eines Projektes dann erreicht wäre, wenn ich mein bestmöglichtes zu dessen Vollendung beigetragen hätte, aus der Motivation heraus, für mich und meine Mitmenschen etwas positives bewirkt zu haben.
Danach würde das Team sich abklatschen, Stolz auf das Geleistete und sich an etwas neues machen, bestimmt durch die Schnittmenge meiner Fähigkeiten und Interessen und dem was gesellschaftlich gebraucht wird. Weil eben DAS die einzigen Gesichtspunkte sind, unter denen produziert/gearbeitet würde.
Und wenn das heißt, dass ich einen Monat lang einen Rohbau verputze oder in der Kantine Essen koche, statt Software zu schreiben, dann wäre das kein Hindernis, würde sich nicht negativ auf meine zukünftige Arbeit auswirken und würde mich im gleichen Maß erfüllen. Denn es wäre notwendig und darum sinnvoll.
Es wäre das Prinzip: Von allen nach ihren Fähigkeiten, für alle nach ihren Bedürfnissen. Alles für Alle!
EDIT: Rechtschreibung