Wenn ich hier die Kommentare zu #Lanz lese, dann war es wohl ganz gut, dass ich mir dieses Schmierentheater nicht angesehen habe. Werde es mir auch nachtrÀglich nicht antun.
Ein klassischer Lanz #FalseBalance.
đAls Faktencheck-Ersatz zu einigen in der Sendung leider unwidersprochen stehengebliebenen irrefĂŒhrenden Behauptungen von Alexander #KekulĂ©, Hendrik #Streeck, Jonas #SchmidtChanasit & Moderator #Lanz empfielt sich ĂŒbrigens ein Blick in die auf den 27.3. datierenden, mit reichlich neuer Fachliteratur unterlegten "Anmerkungen der Gesellschaft fĂŒr Virologie zur Aufarbeitung der COVID-19 Pandemie in Deutschland":
Wenn ich hier die Kommentare zu #Lanz lese, dann war es wohl ganz gut, dass ich mir dieses Schmierentheater nicht angesehen habe. Werde es mir auch nachtrÀglich nicht antun.
Ein klassischer Lanz #FalseBalance.
DMZ WISSENSCHAFT Š Stefan Hemler ANALYSE Auf dem Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter) ist es seit Mitte der Woche zu einem mehrtĂ€gigen Schlagabtausch zwischen Virologieprofessor:innen gekommen. Dabei hielt der Berliner CharitĂ©-Lehrstuhlinhaber Christian Drosten dem Hamburger Professor Jonas Schmidt-Chanasit vor, aus âgekrĂ€nktem Belastungseiferâ seine Fachkollegen öffentlich auf X zu attackieren. Drosten erneuerte damit seine Kritik an der unangemessenen Art und Weise von Schmidt-Chanasits Social Media-Auftritten, die er auf X bereits am 6. Dezember 2024 in scharfer Weise formuliert hatte. Hintergrund der Debatte ist Drostens Einsatz fĂŒr eine vertrauenswĂŒrdige Wissenschaftskommunikation auf Basis anerkannter fachlicher Expertise, fĂŒr die er als Lehre aus der Pandemie klarere Standards etabliert sehen möchte. Zu der jĂŒngsten Auseinandersetzung war es nach der Veröffentlichung eines Rechercheartikels von Holger Stark und Georg Mascolo am Mittwoch in der âZeitâ gekommen. Darin wurde ĂŒber bereits seit 2020 bestehende Erkenntnisse des Bundesnachrichtendienstes berichtet, denen zufolge der Ursprung der Corona-Pandemie im chinesischen Wuhan vermutlich nicht einem Spill Over auf dem dortigen Wildtiermarkt sondern sehr wahrscheinlich einem Labor-Leak bei Gain of Function-Forschungen geschuldet sei (https://archive.ph/AEdZv#selection-2641.0-2645.182). Trotz BND-Erkenntnissen legt sich die Gesellschaft fĂŒr Virologie beim Pandemieursprung weiterhin nicht fest Zu der sich rasch entsponnenen öffentlichen Debatte hatte sich am Freitagnachmittag mit einer Pressemitteilung auch die deutsche Gesellschaft fĂŒr Virologie (GfV) geĂ€uĂert, der sowohl Drosten in ihrem Beirat wie auch Schmidt-Chanasit als Kommissionsmitglied angehören. Die Gesellschaft erklĂ€rte darin, sie könne derzeit âkeine weitere EinschĂ€tzung darĂŒber abgeben, wie wahrscheinlich ein nicht natĂŒrlicher Ursprung von SARS-CoV-2â sei. Ferner merkte die GfV kritisch an, âdass die AufklĂ€rung weiterhin erhebliche wissenschaftliche LĂŒckenâ aufweise. Zur Gain of Function (GoF)-Forschung wurde festgestellt, dass diese grundsĂ€tzlich zwar âweiterhin wichtigâ sei, aber âvirologische GoF-Arbeiten klar reguliert und ĂŒberwachtâ sowie insbesondere die âinternationalen Biosicherheitsrichtlinien der WHO (..) angewendet werdenâ mĂŒssten (https://g-f-v.org/stellungnahme-der-gesellschaft-fuer-virologie-zur-aktuellen-berichterstattung-ueber-erkenntnisse-des-bundesnachrichtendienstes/). Schmidt-Chanasit moniert fehlende âDeklaration möglicher Interessenkonflikteâ, Eckerle nennt seine Kritik âetwas lĂ€cherlichâ In einem Tweet monierte der Hamburger Arbovirologe Schmidt-Chanasit nun aber dieses GfV-Pressestatement. âDa fehlt leider die Deklaration möglicher Interessenkonflikte, wie es in der Medizin ĂŒblich istâ, kommentierte er am Freitagabend auf X (https://x.com/ChanasitJonas/status/1900599681341665606). Sein Tweet stieĂ jedoch bei mehreren Kolleg:innen auf Unmut, da eine solche Deklaration zwar bei Forschungspapers durchaus zum Standard gehört, aber bei Pressestatements von Fachgesellschaften, anders als von Schmidt-Chanasit behauptet, keineswegs ĂŒblich ist (vgl. dazu auch die kritischen Anmerkungen zu Schmidt-Chanasits eigener Deklarationspraxis in folgendem Thread auf X: https://x.com/Musician1980/status/1900978054018506782). Dementsprechend kommentierte die Genfer Virologieprofessorin Isabella Eckerle, die auch dem Beirat der GfV angehört, den Tweet ihres Hamburger Kollegen noch am selben Abend spitz mit folgenden Worten: âLieber Jonas, unter keiner Stellungnahme der GfV stand bisher ein Interessenkonflikt, auch nicht unter denen, die Du mit unterzeichnet hast. Was fĂŒr ein Interessenkonflikt soll das sein, wenn man sagt, man kann einen Sachverhalt ohne Daten nicht bewerten? Findest Du das nicht langsam etwas lĂ€cherlich?â (https://x.com/EckerleIsabella/status/1900631687287239162) Drosten zu Schmidt-Chanasit: âBald werden Sie wohl noch sagen: âThe professors are the enemyâ.â Beate Sodeik, Professorin an der Medizinischen Hochschule Hannover und wie Eckerle und Drosten ebenfalls Mitglied des Beirats der Gesellschaft fĂŒr Virologie, reagierte am Samstagmittag nur mit Spott auf Schmidt-Chanasits Tweet. âJa, Jonas wir lesen doch alles was Du schreist âŠ. Haben nur selten Zeit zu kommentieren. Aufmerksamkeitsökonomie, Du weiĂt.â, kommentierte sie am Samstagmittag dazu auf X (https://x.com/MeBeate/status/1900861248104792565). Noch schĂ€rfer hatte bereits zwei Stunden vor Sodeik Christian Drosten reagiert. Er antwortete Schmidt-Chanasit am Samstag mit folgenden Worten: âFachexpertise als Interessenskonflikt implizieren ist nur eine weitere Variante Ihres gekrĂ€nkten Belastungseifers. In der Vergangenheit haben Sie fachspezifische Drittmittelförderung als Interessenskonflikt dargestellt. Bald werden Sie wohl noch sagen: âThe professors are the enemyâ.â Mit dem Zitat nahm Drosten dabei Bezug auf eine in den sozialen Medien viral gegangene entsprechende wissenschaftsfeindliche ĂuĂerung von JD Vance auf der National Conservatism Conference 2021, der dabei den frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Richard Nixon zitiert und dessen âWeisheitâ gelobt hatte (https://x.com/NatConTalk/status/1455700807144415232). Auch die Gesellschaft fĂŒr Virologie, an deren Spitze der Essener Professor Ulf Dittmer als ihr PrĂ€sident steht, nahm am Samstagabend Schmidt-Chanasits kurze ĂuĂerung zum Anlass, auf X per Tweet Stellung zu beziehen und der Kritik âentschiedenâ zu begegnen. In einem den Hamburger Virologen direkt kommentierenden Tweet hieĂ es wörtlich: âDer GfV-Vorstand weist diese Unterstellung der Befangenheit entschieden zurĂŒck, auch fĂŒr die engagierten Mitglieder unserer Kommission fĂŒr Sicherheit in der virologischen Forschung!â (https://x.com/GesVirologie/status/1900965419055235198). Drosten lehnt 2020 die âGreat Barrington Declarationâ ab, Schmidt-Chanasit zeigt dafĂŒr Sympathien Die hitzige Debatte auf X entbrannte diese Woche dabei nicht ganz aus heiterem Himmel. Denn es ist nun bereits das zweite Mal, dass sich Christian Drosten auf dem Kurznachrichtendienst mit sehr deutlichen Worten der Kritik an seinen Kollegen Jonas Schmidt-Chanasit wendet. Hintergrund sind die schweren Differenzen der beiden Virologen bei Fragen der Pandemieaufarbeitung, die aus einer kontrĂ€ren Positionierung bei Fragen der richtigen SeuchenbekĂ€mpfungsstrategie herrĂŒhren. WĂ€hrend Drosten insbesondere fĂŒr die Zeit der Jahre 2020/21, also vor der breiten VerfĂŒgbarkeit des Impfstoffes fĂŒr die Bevölkerung, die Strategie der EindĂ€mmung (containment) vehement verteidigte, machte sich Schmidt-Chanasit zusammen mit seinem Bonner Professorenkollegen Hendrik Streeck bereits im Oktober 2020 fĂŒr eine Fokussierung der MaĂnahmen auf den Schutz von Vulnerablen, etwa in Alten- und Pflegeheimen (focussed protection), öffentlich stark (https://www.kbv.de/media/sp/KBV-Positionspapier_Wissenschaft_Aerzteschaft_COVID-19.pdf). Die beiden auch in Talkshows hĂ€ufiger prĂ€senten Virologen taten dies also zu Beginn der besonders schweren zweiten Pandemiewelle, der rund ein Drittel aller Coronatoten in Deutschland, etwa 60.000 Menschen, zum Opfer fielen â und verteidigten ihr Vorgehen gegen alle Kritik auch spĂ€ter noch vehement. Schmidt-Chanasit und Streeck griffen dabei ein höchst umstrittenes Konzept auf, das von ĂŒberwiegend in den USA lehrenden Epidemiologen als âGreat Barrington Declarationâ im Herbst 2020 öffentlich bekannt gemacht worden war (https://gbdeclaration.org/). Bei dem GroĂteil der weltweiten Pandemie-Expert:innen, so auch bei Christian Drosten, stieĂ diese als Online-Petition lancierte ErklĂ€rung auf scharfe Ablehnung. Auch WHO-Generaldirektor Tedros verurteilte das von dem Wissenschaftler-Trio Martin Kulldorff, Sunetra Gupta und Jay Bhattacharya lancierte Papier als âunethischâ, da bei der weitgehend ungebremsten Zulassung einer Durchseuchung der ungeimpften Bevölkerung von einer wesentlich höheren Totenzahl als bei einer EindĂ€mmungsstrategie auszugehen sei (https://www.theguardian.com/world/2020/oct/12/who-chief-says-herd-immunity-approach-to-pandemic-unethical). Ăhnlich ablehnend Ă€uĂerte sich 2020 auch die deutsche Gesellschaft fĂŒr Virologie (https://g-f-v.org/19-10-2020-aktualisiert-6-11-2020-stellungnahme-der-gesellschaft-fuer-virologie-zu-einem-wissenschaftlich-begruendeten-vorgehen-gegen-die-covid-19-pandemie/). Schmidt-Chanasit provoziert 2024 mit #Drosten-Hashtag und Kubicki-Zitat: âWarum wurden diejenigen Stimmen, die richtig lagen, nicht gehört?â Vor diesem konfliktuösen Hintergrund kam es im Rahmen der Debatte um eine Pandemieaufarbeitung Ende 2024 auf X zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen Drosten und Schmidt-Chanasit, ĂŒber den auch das Magazin âFocusâ, das News-Portal von T-Online und der MĂŒnchner Merkur berichteten: https://www.focus.de/gesundheit/news/jonas-schmidt-chanasit-ihr-verhalten-ist-hinterhaeltig-drosten-faltet-auf-x-kollegen-zusammen_id_260539674.html; https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_100546474/corona-christian-drosten-und-jonas-schmidt-chanasit-streiten-oeffentlich.html; https://www.merkur.de/welt/ihr-verhalten-ist-hinterhaeltig-corona-zoff-zwischen-virologe-drosten-und-kollege-eskaliert-93455244.html. Auslöser des Streits war am 2. Dezember 2024 ein Tweet von Schmidt-Chanasit, in dem dieser mit Blick auf die seiner Ansicht nach zu strengen deutschen Corona-SchutzmaĂnahmen die zwei Zitate âWir meinten, es besser als andere zu wissen, lagen aber dramatisch falsch.â und âDie Frage ist: Warum wurden diejenigen Stimmen, die richtig lagen, nicht gehört?â des FDP-Politikers Wolfgang Kubicki aus dessen an den Erlanger Ethik-Professor Peter Dabrock gerichtete Online-Replik wiederholte (https://wkubicki.abgeordnete.fdpbt.de/meine-antwort-professor-dabrock). Seinen zitiertechnisch formal fehlerhaften, insofern etwas unklar eigentlich Kubicki zitierenden Tweet wĂŒrzte Schmidt-Chanasit zusĂ€tzlich mit mehreren Hashtags, darunter auch â#Aufarbeitungâ und â#Drostenâ (https://x.com/ChanasitJonas/status/1863630236383908245). Der so angesprochene Drosten forderte zwei Tage spĂ€ter von Schmidt-Chanasits konkrete Beispiele fĂŒr die getwitterten Behauptungen ein: âWo konkret glauben Sie, richtig gelegen zu haben? Und wo meinen Sie, nicht gehört worden zu sein?â, fragte er auf X nach (https://x.com/c_drosten/status/1864219451673202762). Wenig ĂŒberraschend kam es auf dem Kurznachrichtendienst nun zwischen den beiden Kontrahenten und einigen weiteren Mitdiskutanten aufgrund der gegensĂ€tzlichen Positionierung zu einem Schlagabtausch. In seiner Antwort entgegnete Schmidt-Chanasit Drosten dabei Folgendes: âWĂ€hrend Du z.B. 2020 in einem Preprint vor der Ăffnung der Schulen gewarnt hast und spĂ€ter fĂŒr Impfungen bei gesunden Kindern unter 12 Jahren gegen die STIKO-Empfehlung plĂ€diert hast, habe ich von Anfang an fĂŒr offene Schulen, besseren Schutz der Vulnerablen & gegen gesellschaftliche Spaltung plĂ€diert. DafĂŒr habe ich massive Kritik einstecken mĂŒssen. Heute gelten meine VorschlĂ€ge als richtig - leider zu spĂ€t.â (https://x.com/ChanasitJonas/status/1864246885768151437). Drosten zu Schmidt-Chanasit: âIhr Verhalten ist hinterhĂ€ltig, nicht nur den Kolleginnen, sondern insbesondere auch der Ăffentlichkeit gegenĂŒber.â Nachdem Drosten Schmidt-Chanasits Behauptung, eine unterdrĂŒckte Meinung vertreten zu haben, in einem ersten Tweet zurĂŒckgewiesen hatte (https://x.com/c_drosten/status/1864490028065542456), antwortete der CharitĂ©-Virologe am 6. Dezember 2024 schlieĂlich auf die Vorhaltungen seines Hamburger Kollegen in einem weiteren, umfassenderen Statement, in dem er nicht nur die inhaltliche Argumentation zurĂŒckwies, sondern Schmidt-Chanasit auch ein âhinterhĂ€ltigesâ Verhalten auf X vorwarf â hier der volle Wortlaut von Drostens bemerkenswert deutlichem Postings auf X: âEs tut mir leid, aber es geht so nicht mehr. Ihr Verhalten muss hier jetzt einfach einmal kommentiert werden. Weder ich, noch die Leopoldina-Kollegen haben sich gegen die Stiko gestellt, auch wenn Sie das noch so gern behaupten wollen. Es bestand damals eine Impfempfehlung fĂŒr grunderkrankte Kinder, und genau diese bekrĂ€ftige ich im dem hier von Ihnen bemĂŒhten Interview-Ausschnitt. Ich möchte und muss mich nicht rechtfertigen fĂŒr etwas, das alleine Ihrem privaten Belastungseifer entspringt. Sie scheinen zudem die Stiko zu einer Verbotsinstanz stilisieren zu wollen, die bestimmt, was Ărzte dĂŒrfen und nicht dĂŒrfen. Damit suggerieren sie der Ăffentlichkeit eine Situation, die so ĂŒberhaupt nicht besteht. NatĂŒrlich lassen die Stiko-Empfehlungen ganz gewollt einen Ă€rztlichen Ermessensspielraum zu, was Impfentscheidungen unter ErwĂ€gung von Grunderkrankungen angeht. Und natĂŒrlich dĂŒrfen sich Ă€rztliche Experten - egal ob bei der Leopoldina, auf einem Kongress oder in einem Fernsehinterview - in einem dynamischen Geschehen mit ihrer fachlich begrĂŒndeten EinschĂ€tzung Ă€uĂern. Im von Ihnen bemĂŒhten Leopoldina-Papier wird neben der aktuellen epidemiologischen Grundlage auch die regulative Basis genannt: die Zulassungsempfehlung der EMA zum Zeitpunkt der Stellungnahme. Eine explizite Stiko-Empfehlung fĂŒr das Impfen von Kindern gab es einfach noch nicht, weil die Stiko daran eben noch arbeitete. Die Studien zu Vakzinen mit reduzierter Dosis kamen gerade herein und die Stiko brauchte nun einmal Zeit, diese aufzunehmen. Gleichzeitig bestand damals eine groĂe Unsicherheit und jede neue Information, die man gemeinsam zusammentrug, war hilfreich. Kollegiale Abstimmungen auch zwischen Gremien sorgten dafĂŒr, dass in der Ăffentlichkeit keine grob irrlichternden Einzelmeinungen kursierten, jedenfalls nicht im Kreis der Personen, die verantwortlich handelten und sich dafĂŒr gegenseitig respektierten. Sie konstruieren hier am Schreibtisch mit drei Jahren Zeitabstand einen Vorwurf, der keinerlei Grundlage hat. Ihre Claqueure, die Sie dank der jahrelangen Stichelei und den Algorithmen auf dieser Plattform um sich versammelt haben, verschaffen Ihnen sicherlich ein GefĂŒhl der BestĂ€tigung. Aber machen auch Sie sich klar: diese Plattform ist nicht die Wirklichkeit. Ihr Verhalten ist hinterhĂ€ltig, nicht nur den Kolleginnen, sondern insbesondere auch der Ăffentlichkeit gegenĂŒber. Bleiben Sie einfach fair und nehmen Sie die KollegialitĂ€t, die Sie hier unangenehmerweise immer wieder inszenieren, doch einfach einmal ernst. Und unterlassen Sie es bitte in Zukunft, meine Aussagen zu simplifizieren und zu verfĂ€lschen.â (https://x.com/c_drosten/status/1864682878686384487, Hervorhebungen nicht im Originaltext) Lernen aus der Pandemie: Drostens Kritik an der Pseudo-Expertise von âzu vielen irrefĂŒhrenden Personen in der Ăffentlichkeitâ Nach den nun neuerlich aufgeflammten heftigen Auseinandersetzungen in dieser Woche bleibt abzuwarten, ob der Schlagabtausch nach Drostens jĂŒngster ĂuĂerung und der Kritik der Gesellschaft fĂŒr Virologie vorerst wieder beendet ist. Die eigentlichen Ursachen hinter dem aktuellen Twitter-Konflikt sind damit aber sicher lĂ€ngst noch nicht vom Tisch. Denn von Christian Drosten wurde in den letzten Monaten das hinter den auf Social Media sichtbaren Konfliktlinien liegende, ihm noch wichtiger erscheinende Problem wiederholt und mit Nachdruck angesprochen, seit er sich vor gut einem Jahr wieder vermehrt in der Diskussion um die Pandemieaufarbeitung eingeschaltet hat â so etwa mit der Veröffentlichung des Buchs âAlles ĂŒberstanden?â zusammen mit dem Journalisten Georg Mascolo. So ist es nach Drostens Ansicht nötig, dass von Seiten der Wissenschaft als Lehre aus der Pandemie interne Regelungen erarbeitet werden, durch die sichergestellt wird, dass im Falle neuer Public Health Krisen deutlicher als bisher der Ăffentlichkeit die fachwissenschaftliche Mehrheitsmeinung klar kommuniziert wird. SchlieĂlich sei diese nach Drostens Ansicht fĂŒr die Politikberatung wie auch fĂŒr den öffentlichen Diskurs als Orientierungshilfe von groĂer Relevanz. Hingegen mĂŒsse vermieden werden, dass Vertreter:innen von in der Fachwelt nicht anerkannten Minderheitsmeinungen â so wie etwa in der Corona-Pandemie die Verfechter der Great Barrington Declaration â durch False Balancing in der medialen Ăffentlichkeit erneut den Eindruck erwecken könnten, eine fachlich gleichwertig anerkannte Expertise einzubringen. âEs hat zu viele irrefĂŒhrende Personen in der Ăffentlichkeit gegeben, die sich als Wissenschaftler identifizieren, in Wirklichkeit aber rein populĂ€rpolitisch argumentiert haben. Das war ein groĂes Problemâ, stellte Drosten hierzu am 23. Januar 2025 in einem Interview mit dem Deutschlandfunk fest (https://www.deutschlandfunk.de/christian-drosten-corona-rueckblick-100.html) Warnung vor dem âVerwechseln von Politikerrolle und Wissenschaftlerrolleâ Ohne konkrete Namen zu nennen wurde Drosten kĂŒrzlich zu Beginn eines Podcast-Interviews mit der âZeitâ sogar noch deutlicher in seiner Kritik: âEs hat Personen gegeben, Wissenschaftler, auch in meinem Fach, die sich frĂŒh in der Pandemie mit falschen Positionen in der Ăffentlichkeit festgelegt haben und es nie geschafft haben, sich selbst zu korrigieren, sondern sich verhĂ€rtet haben, argumentativ, damit die Wissenschaft argumentativ verlassen haben und begonnen haben politisch Positionen zu beziehen und politisch zu argumentieren. Und dieses Verwechseln von Politikerrolle und Wissenschaftlerrolle, diese VerfĂŒhrung als ein Wissenschaftler, der vielleicht sich gerne im öffentlichen Licht sieht, in der Kamera sieht, dann populĂ€r, sogar populistisch, vielleicht parteipolitisch zu argumentieren, das hat das Vertrauen in die Wissenschaft zerstört.â (https://www.zeit.de/gesundheit/2025-03/christian-drosten-corona-pandemie-virologe-war-da-was, Hervorhebung hinzugefĂŒgt) Nach den jĂŒngsten Auseinandersetzungen auf Twitter dĂŒrfte klar sein, dass Drosten hier auch Jonas Schmidt-Chanasit mit dieser ebenso grundlegenden wie bedenkenswerten Kritik adressiert hat. Zusammen mit dem inzwischen in den Bundestag als CDU-Abgeordneten eingezogenen Hendrik Streeck waren Schmidt-Chanasit und der pensionierte WHO-Mitarbeiter Klaus Stöhr wĂ€hrend der Pandemie in Deutschland stetig bestrebt, einen medialen prĂ€senten Experten-Gegenpol zu Drosten zu bilden. Ăber Drostens deutliche Kritik an fehlgeleiteter Wissenschaftskommunikation bis hin zu gezielter, interessengeleiteter Desinformation wird hoffentlich bald noch ausfĂŒhrlicher Gelegenheit sein, öffentlich wie auch unter den Expert:innen zu diskutieren. Breiten Raum dafĂŒr sollte die von der Ampel-Koalition aus Uneinigkeit aufgeschobene, zuletzt vom BundesprĂ€sidenten zurecht wieder angemahnte Aufarbeitung der Pandemie in Deutschland bieten â sofern diese ihren Namen wirklich verdient.