Trevor Nunn – „Geheimnis eines Lebens“ (2018)

Sie wissen inzwischen: Ich habe eine Schwäche für Filme, die sich nur langsam entfalten. Wie ein Brief aus einer anderen Zeit, mit Tinte geschrieben, auf handgeschöpftem Papier. Dieser Film von Trevor Nunn ist so ein Fall. Eine leise, dichte Erzählung, ein Drama, das auf einer wahren Geschichte basiert, aber nie in die Falle historischer Selbstgerechtigkeit tappt. (ARD, Wh.)

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Terrence Malick – „To the Wonder“ (2013)

Die Beharrlichkeit von Terrence Malick eine filmische Sprache zu finden, die Schönheit mit letzter Wahrheit verbindet, ist edel und aufrichtig. Ob sie darüber Verwirrung empfinden, oder Ehrfurcht, das liegt ganz bei ihnen. Keine der Alternativen wäre falsch. Dafür, dass so ein Film existieren kann, müssen wir das Kino doch einfach lieben..! (ARD, Wh.)

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Florian Zeller – „The Father“ (2020)

Es gibt Filme, die nicht nur unsere Sinne berühren, sondern unsere Wahrnehmung herausfordern. Florian Zeller nimmt uns mit in eine Welt, in der die Realität zerbricht, die Zeit sich auflöst und das eigene Ich sich langsam verliert. Was mich dabei so tief bewegt hat, ist nicht nur die erzählerische Präzision, sondern auch der stille, aber überaus politische Kommentar, der sich unter der Oberfläche verbirgt… (ARD, Wh.)

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Steven Zaillian – „Das Spiel der Macht“ (2006)

Für mich ist Sean Penn der beste Schauspieler Hollywoods meiner Generation. Wir müssen ihn nicht mögen, um ihn zu respektieren. Dieser Film ist ein Schlüssel zu seinem Selbstverständnis als Chronist und Kritiker der Vereinigten Staaten. Und weil, unter anderen, der unvergessene James Gandolfini hier sein Partner ist, müssen Sie das wohl leider sehen. (ZDF, Wh.)

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Bill Forsyth – „Local Hero“ (1983)

Ein Film aus einer anderen Zeit. Ein Märchen. Über einen Oligarchen, dem es noch genügt hat, die Sterne nur zu beobachten – statt Raketen zum Mars zu schicken. In Schottland. Vielleicht der schönste Film, den Sie dieses Jahr gesehen haben werden. Mit Sicherheit ein lebenslänglicher Lieblingsfilm. (ARD, Wh)

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Pola Beck – „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ (2022)

Ein wirklich großer Film, dem es gerecht würde, ihn zu lieben, auch wenn er es uns nicht wirklich einfach macht. Denn die Geschichten von Mascha, erzählt von Regisseurin Paula Beck und ihrer Hauptdarstellerin Aylin Tezel, ergeben keine lineare Heldinnenreise, sondern erzählen von Flucht und einer Suche nach Heimat und Identität. (ZDF, Wh.))

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Anders Thomas Jensen – „Helden der Wahrscheinlichkeit“ (2020)

„Alle Ereignisse sind das Ergebnis einer Reihe von vorangegangenen Gegebenheiten. Und weil wir in den meisten Fällen unzulängliche Daten haben, schreiben wir sie fälschlicherweise dem Zufall zu.“ Was klingt, wie der Einstieg in ein Proseminar zu Statistik, Big-Data und künstlicher Intelligenz, ist hier der Einstieg in einen haarsträubenden Trip über Selbstjustiz, Willkür und die männliche Unfähigkeit zur Trauer… Mit Mads Mikkelsen. (ARD, Wh.)

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Wim Wenders – „Perfect Days“ (2023)

Ein Film über Toiletten in Japan, dessen Vorgeschichte schon so unwahrscheinlich, war, dass er von keinem anderen Regisseur der Welt hätte gemacht werden können, als Wim Wenders. Dem Deutschen. Aus einem Werbefilm über ein Kunstprojekt wurde eine Geschichte über einen Ort. Und aus der Geschichte über einen Ort wurde ein Film über einen Mann und das Leben. (ARD, Wh.)

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Haifaa Al Mansour – „Die perfekte Kandidatin“ (2019)

Haifaa Al Mansour ist eine aufregende Filmemacherin. Sie war es, die mit „Das Mädchen Wadjda“ 2012 den ersten vollständig in Saudi-Arabien gedrehten Spielfilm überhaupt präsentierte und damit als Regisseurin und als Frau tatsächlich Geschichte geschrieben hat. 2019 ist sie für den Film „The Perfect Candidate“ / „المرشحة المثالية“ aus den USA in ihre Heimat zurückgekehrt. (ARD, Wh.)

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Aki Kaurismäki – „Fallende Blätter“ (2023)

Ein Film wie eine leise Intervention gegen die Welt. Der größte aller Finnen, Aki Kaurismäki, bleibt seinem reduzierten, stoischen Stil treu und bringt damit eine Melancholie auf die Leinwand, die gleichzeitig absurd und tröstlich wirkt. In einer Zeit, in der deutsche wie internationale Produktionen auf Effekte, Geschwindigkeit und plakative Emotionsausbrüche setzen, besteht Kaurismäki auf Minimalismus, Ruhe und subtile Rebellion. Das ist ein Kontrapunkt gegen die Überforderung und ein Aufruf zum Hinschauen auf die kleinen Momente des Lebens. Nicht alle können das lieben. Ich liebe alles daran. (ARTE, Neu!)

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