Putins Kanonenfutter an der Front.
An der Grenze zu Belarus werden wir mal wieder mit der harten Realität, den Konsequenzen der europäischen Asylpolitik und der damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen an den europäischen Außengrenzen konfrontiert.
Mati berichtet von circa zwanzig Personen mit denen er in Kontakt stand, nachdem sie einen Notruf im Wald abgegeben hatten. Sie wurden allerdings vom polnischen Grenzschutz gefunden und widerrechtlich zurück über die Grenze nach Belarus gebracht. Dort sollen sie vom belarusischen Militär an Russland übergeben worden sein. Laut Mati sollen sie in ein Gefängnis nach Sankt Petersburg gebracht und anschließend sollen sie vor die Wahl gestellt, sich für sieben Jahre Knast oder sechs Monate an der Front in der Ukraine zu entscheiden.
Karolina Mazurek (Aktivistin aus Polen) berichtet, dass ihr Auto mit rechtsradikalen, schwer lösbaren Aufklebern an den Scheiben beklebt und alle vier Reifen zerstochen wurden. Gleichzeitig wurden die Wände um ihre Wohngegend herum massiv beschmiert. Die Schmierereien führen sogar in ihren Hausflur bis in die vierte Etage zu ihrer Wohnung. Die Polizei wisse bescheid, allerdings machen sie nichts.
Die Fotos wurden uns von Karolina zur Verfügung gestellt. Dieses Ereignis spielte sich letztes Jahr ab. Die Schmierereien an den Häusern in der Stadt wurden bis heute nicht entfernt und finden sich an jeder Ecke.
Wir luden heute unsere Sachspenden für Mati aus und stellten die Hälfte davon in die Kammer und die andere Hälfte blockiert nun sein Wohnzimmer.
So sieht es nämlich aus, wenn ein Mensch mit großem Herz sogar den wenigen Platz, der ihm zum Wohnen zur Verfügung steht nutzt, um Hilfsgüter zu deponieren.
Hilfsgüter wurden gespendet von UMINO, Belinda, Petra aus der Slovakei und weiteren Privatspendern. Ein großer Dank an alle.
Bisher gab es keinen Notruf, also machten wir gestern einen Wocheneinkauf in der 20 Kilometer entfernten Kleinstadt Hajnówka. Auf dem Hin- und Rückweg begegnen uns 12 Militärfahrzeuge, zwei Fahrzeuge des Grenzschutzes und ein Sondereinsatz Polizei Fahrzeug mit vergitterten Fenstern.
Auch am Supermarkt Parkplatz steht ein Militärfahrzeug. Mit diesen Kolossen fahren Sie hier durch die sensible, schützenswerte Natur, zerstören den Waldboden und fahren auch mal einen Bison tot. Und alles im Namen des Grenzschutzes gegen sogenannte "illegale Einwanderung".
Gestern Abend erreichten wir endlich nach dreitägiger Reise unseren Zielort Grudki, wenige Kilometer von der Grenze zu Belarus entfernt.
Wir entluden zuerst die hundert Packungen arabisches Brot und packten sie in die Tiefkühltruhe. Der Rest der Spenden blieb erstmal im Anhänger, da wir hungrig und müde waren.
Mati lud uns zum Essen in ein nahegelegenes Restaurant ein. Am Nachbartisch saßen polnische Nationalsozialisten, die Mati fotografierten während wir aßen. Das sind die Menschen, die ihn seit Monaten bedrohen und ihm auf sämtlichen Kanälen Morddrohungen zukommen lassen. Mati lässt sich davon nicht beirren und macht weiter mit seiner Arbeit, den Flüchtlingen im Wald zu helfen, sobald sie einen Notruf senden.
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Wohlstandslinke, die Twitteruser als Faschistenfreunde dissen, während sie selber Apartheids- und Faschistenstaaten promoten …
Leute, eure Selbstgerechtigkeit stinkt.
Jeder sieht, wie unehrlich und verlogen ihr seid!
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