Neuland Talk mit Markus Beckedahl - re:publica, Netzpolitik & digitale SouverÀnitÀt

Neuland Talk mit Markus Beckedahl - re:publica, Netzpolitik & digitale SouverÀnitÀt

#fediday2025 Volker Grassmuck - Konzept zur Förderung des fediverse
Ein super interessantes und informatives GesprĂ€ch - vor allem ĂŒber die HintergrĂŒnde von re:publica und der Netzpolitik.
Auch der Blick in die Vergangenheit hat mir gut gefallen. Als Baujahr 60 kann ich mich noch gut an DOS erinnern, an die Einwahl ins Internet per Modem, an die öffentliche Hand, bei denen alles noch von Hand zu Fuà abgelaufen ist.
BeschÀmend finde ich es, dass es in Sachen Digitalisierung gerade in der Verwaltung vielfach noch sehr hakt. Als Angestellte im öffentlichen Dienst bekomme ich das tÀglich mit.
Toll ist, dass wir Euch Beide im Fediverse und bei Bluesky finden können. Hinsichtlich offener Plattformen hat die Politik meiner Ansicht nach noch sehr viel Nachholarbeit zu leisten. Das Gleiche gilt fĂŒr den Bereich Open Source in den Verwaltungen.
Phönix-Runde nicht verpassen
Im Juli habe ich sie verpasst. Ich war in Herzinfarkt-Reha. Wer hat eine bessere Entschuldigung? Jetzt habe ich sie als mittÀgliche Wiederholung im linearen TV-Programm entdeckt, und empfehle sie weiter:
phoenix runde: âMusk, Bezos, Thiel â Die Macht der Tech-MilliardĂ€re â Alexander KĂ€hler diskutiert mit Markus Beckedahl (Zentrum fĂŒr Digitalrechte und Demokratie), Anja Wehler-Schöck (Tagesspiegel), Christian Schiffer (Co-Autor âDie Peter Thiel Storyâ) und Bojan Pancevski (The Wall Street Journal).â Ein Jahr verfĂŒgbar. Kompakter erklĂ€ren geht nicht.
Der Hinweis wurde unterlassen, dass das Wall Street Journal, fĂŒr das Mr. Pancevski arbeitet, Rupert Murdoch gehört, der Donald Trump, wie die allermeisten Menschen, zwar fĂŒr einen âIdiotenâ hĂ€lt, ihn als US-PrĂ€sident aber mit erschaffen hat. Deutlich wurde in dieser kurzen Runde (45 min), dass der Kollege Markus Beckedahl derzeit zu den klĂŒgsten öffentlichen Quatschköpfen in der davon nur selten gesegneten deutschen Medienöffentlichkeit gehört.
Bundesmittel fĂŒr netzpolitik.org
Vor zehn Jahren floss kein Geld â Aber der geldwerte Vorteil war weit höher
Der kompetente Kollege Stefan Krempl/heise erinnerte gestern daran, wie die autorisierten Behörden und Institutionen der Bundesrepublik Deutschland die Kollegen Markus Beckedahl und AndrĂ© Meister/netzpolitik zu Staatsfeinden ernennen lassen wollten. Das fĂŒhrte dazu, dass diese zwar nervlich stark alterten, aber danach in mehr Geld schwammen, als sie jemals zuvor gesehen hatten. Und der Generalbundesanwalt in den Ruhestand gehen musste.
Eine schöne Zeit â damals. âMissing Link: Zehn Jahre Landesverrat â Blogger im Zentrum einer StaatsaffĂ€re â Sie enttarnten GeheimdienstplĂ€ne und wurden gejagt. Ein Blick auf den Kampf um das Fundament der Pressefreiheit und Staatsgeheimnisse mit zehn Jahren Abstand.â
Auch ich wurde durch diese AffÀre als netzpolitik-Fan und Verehrer der dort abgelieferten netzjournalistischen Leistungen infiziert, wie Ihnen als Extradienst-Leser*in nicht verborgen geblieben ist.
Eine fĂŒhrende Rolle fĂŒr den PopularitĂ€tsgewinn von netzpolitik spielte seinerzeit ein CSU-StaatssekretĂ€r Stephan Mayer, der nicht selten das Publikum des TV-Talkshow-Trashs belĂ€stigte. Der Kollege Krempl unterliess eine Bemerkung, die ich hiermit nachliefern möchte. Die fĂŒhrenden Organisationen der deutschen Olympia-Lobby bemĂŒhten sich unter Nichtbeachtung jeglicher Karenzzeit um die Arbeitskraft ebendieses Herrn Mayer. Wenn der das Ă€hnlich erfolgreich macht, bin ich sehr dafĂŒr, dass er diese Aufgabe bekommt. Denn die Gefahr einer Olympiabewerbung besteht â egal in welcher Stadt/Region â ja in der PlĂŒnderung öffentlichen Eigentums durch private Sponsorenkonzerne und ihre ErfĂŒllungsgehilfen in den nichtsnutzigen Sportlobbyorganisationen. Mir fiele nicht ein, wo dieser Mayer besser hinpassen tĂ€te.
Und als hĂ€tte es ein schlechter Dramaturg bestellt, verstört der Kerl heute morgen um 6.50 h hunderttausende DLF-Hörer*innen beim Aufwachen, jens-spahn-artig, von nichts âne Ahnung, aber zu allem was zu sagen. Der personifizierte Sinn meiner MediendiĂ€t.
Markus Beckedahl, Veranstalter der Digitalkonferenz re:publica, warnt vor einem "digitalen Faschismus". Er sei keine Dystopie mehr, sagte Beckedahl bei der Eröffnungsveranstaltung in Berlin. Durch die Allianz von Autokraten und Tech-MilliardÀren werde der digitale Faschismus real.
#Kulturzeit hat mit @markus_netzpolitik gesprochen:
https://www.3sat.de/kultur/kulturzeit/markus-beckedahl-re-publica-2025-faschismus-100.html?at_medium=Social%20Media&at_campaign=Mastodon&at_specific=3sat
#MarkusBeckedahl und sein Zentrum fĂŒr #Digitalrechte und #Demokratie
Dieser Mann ist richtig aktiv. So etliche von uns können sich eine dicke Scheibe von ihm abschneiden.
Der netzpolitik.org-GrĂŒnder will mit einer neuen NGO fĂŒr digitale Grundrechte schnell auf Kommunikation von Big Tech reagieren und damit der Zivilgesellschaft eine Stimme geben. Das sind seine PlĂ€ne.
1987 war es damit vorbei. Obwohl es die asozialen Medien noch gar nicht gab. Es war VolkszĂ€hlungsboykott, und damalige Medien berichteten absichtlich nicht. Ăberhaupt nicht. Sie hielten es fĂŒr kriminell. Jede Woche traf sich die Beueler Boykottinitiative. In der Jungdemokraten-BundesgeschĂ€ftsstelle in der Reuterstr. hatten wir eine stadtweite Boykottzeitung erstellt, Auflage 100.000, die in 24 Stunden raus sein musste, damit sie nicht beschlagnahmt werden konnte. Klappte tadellos.
In ca. 10 Stadtteilen gab es lokale Boykottinitiativen. In Beuel trafen sich wöchentlich rund 200 grundsympathische Menschen, ein Aufstand der AnstĂ€ndigen. Ich begrĂŒsste und sprach ein paar einleitende SĂ€tze. Danach konnte ich nicht mehr unerkannt durch die Friedrich-Breuer-Strasse flanieren. StĂ€ndig winkten mir unbekannte Menschen freundlich zu, grĂŒssten und strahlten ĂŒber das ganze Gesicht. Heute wird sowas âZivilgesellschaftâ genannt.
Und heute kann ich wieder unerkannt durch die Beueler City flanieren. Nur gelegentlich grĂŒssen mich noch Fussballfans, deren Namen ich noch nicht auswendig kann. Besonders FC-Köln-Fans könnten wieder anstrengend werden, in der nĂ€chsten Saispn. Also Borussia bitte, mach Deine Arbeit.
Daran wurde ich heute erinnert. Als ich diese Story ĂŒber die schon immer total bekloppten Berliner*innen und ihre noch bekloppteren Medien las:
Boris Rosenkranz/uebermedien: âVerfolgt in Berlin: Die irre Jagd auf Harry Styles â Der britische Musiker lĂ€uft durch die Hauptstadt und alle rasten aus. Aber nicht nur Fans stalken ihn, auch Medien heizen die Jagd an. Ăber ein problematisches Spektakel und die schĂŒtzenswerte PrivatsphĂ€re von Stars.â War das nicht in den 80ern mit David Bowie schon genauso? Ach nee, ich sehâ gerade auf Wikipedia, das waren die 70er. Komisch, ich habâ ihn nie getroffen (oder nicht erkannt).
Erfreulicherweise wĂŒrde ich keine einzige der im Text genannten Nasen erkennen. Ausser die des Autors Rosenkranz selbst đ
Beckedahl wĂŒrde ich jederzeit erkennen
Ich kenne ihn, aber er mich wahrscheinlich nicht. Noch zu Tagen der Bonner Republik habe ich ihn auf diversen mittelgrossen und kleinen Tagungen erlebt als einen klugen Kerl, der unserer Jungdemokraten-Politikschule hĂ€tte entsprungen sein können: Markus Beckedahl. Geboren in Bonn, aufgewachsen in Bornheim im Rhein-Sieg-Kreis, wo mann damals innerhalb der GrĂŒnen an Horst Becker nicht vorbeikam.
Beckedahl hat nicht nur die re:publica, sondern auch den Blog netzpolitik mitgegrĂŒndet. Das sind tiefe demokratische Spuren in dieser Republik. Und grosse Schuhe. Von netzpolitik hat er sich vor wenigen Jahren verabschiedet. Das ist politisch und pĂ€dagogisch klug, damit mann dort nicht als oligarchischer Opa verendet.
Und jetzt macht er was Neues. Mir ist der strategische Mehrwert im Vergleich zu seinen alten Projekten noch nicht wirklich klar, auch nach seinem heise-Interview (noch) nicht. Eine Gehhilfe fĂŒr die intellektuell zunehmend minderbemittelten Massenmedien, insbesondere was ihr digitales Analphabetentum betrifft?
Politisch wĂŒnsche ich absolut alles Gute.