Klute für Merz

Normalerweise schätze ich Hilmar Klute, der für die Süddeutsche Zeitung schreibt. Mit diesem Meinungsartikel (leider hinter der Bezahlschranke) liegt er m. E. jedoch falsch. Möglicherweise gibt es tatsächlich wichtigeres als die unangemessenen Äußerungen eines (rechts-)konservativen Politikers, z. B. den Klimawandel, Putins und Trumps gewalttätiges Streben nach Macht und Einfluss, etc. pp. Dennoch finde ich, man muss nun endlich ernsthaft anfangen, dem in meinen Augen gefährlichen Rechtsdrall unserer derzeitigen Regierung etwas entgegenzusetzen. Es ist gefährlich, Menschen als ein Problem im Stadtbild zu bezeichnen. Es ist gefährlich, zu behaupten, bei der Migration sei man schon sehr weit gekommen, wenn man damit meint, dass Migration unterbunden werden sollte. Man kann sich gar nicht genug empören, Herr Klute.

Migration hat es schon immer gegeben, vom Trupp Jäger und Sammler, der auf der Suche nach Nahrung und günstigerem Klima weiter zog, bis zu den Fluchtbewegungen unserer Zeit. Menschen wandern seit es Menschen gibt. Wir alle wissen, warum Menschen wandern. Wir alle wissen, dass solche Wanderungen notwendig sind und Vorteile bringen, sowohl für die Wandernden als auch für die Gesellschaften, in denen die Wandernden Fuß fassen und die sie über die Jahre in der Regel bereichern.

Was Merz über das Stadtbild sagt, heißt verdolmetscht: das Stadtbild hat sich verändert durch die Anwesenheit von Menschen, die nicht so aussehen, wie Merz & Co sich Deutsche vorstellen. Und da kommen wir wieder zu der im vorigen Eintrag angesprochenen Nase, an der man angeblich den Juden erkennt. Es wird ein Feindbild geschaffen bzw. ein bereits vorhandenes Feindbild gestärkt, und gerade hier in Deutschland wissen wir, wohin das führen kann. Wer wird zuerst verfolgt? Die, die anders aussehen, sich anders kleiden, die nicht ins (Stadt-)Bild passen. Sind Ihre Augen zu dunkel, Ihre Haare zu kraus, tragen Sie eine Tracht, die Sie aus dem Stadtbild heraushebt? Man sieht Ihnen nicht an, dass Sie einen Doktortitel haben oder dass in Ihrem Ausweis „Staatsangehörigkeit: deutsch“ steht. Übrigens nützt Ihnen mitunter beides nichts, wenn Sie Mohammed oder Sibel heißen. Siehe USA.

#FriedrichMerz #HilmarKlute #Stadtbild

Merz und die deutsche Empörungskultur: wer die wahren Feinde der Demokratie sind

All die Zornigen sollten endlich aufhören, sich an einem Konservativen abzuarbeiten - und sich lieber den Feinden der Demokratie widmen

Süddeutsche Zeitung
Das Literarische Quartett vom Mai 2025: Zeitdiagnosen und Parallelwelten

Es ging im Literarischen Quartett diesmal um Romane, die 100 und 30 Jahre alt sind, die uns aber anscheinend viel über die aktuelle Zeit erzählen. Die beiden weiteren Bücher wurden gelobt und verrissen. Wie bisweilen unsere TV-Kritik. Wir begeben uns daher in die Parallelwelt der Zusammenfassung.

literaturcafe.de
Thea Dorn und das Literarische Quartett im Mai: Vier Bücher im Gespräch - TV

Der Mai bringt nicht nur neue Bücher, sondern auch frische Debatten im Literarischen Quartett. Gastgeberin Thea Dorn lädt ins Rangfoyer des Berliner Ensembles, wo sie gemeinsam mit Iris Radisch, Wolfram Eilenberger und Hilmar Klute vier Romane ins Zentrum rückt – darunter drei aktuelle Neuerscheinungen und ein Klassiker aus besonderem Anlass.

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