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Im Zuge der
#Globalisierung finden auch indigene Konzepte Eingang in internationale Diskurse.
#Kultur hat immer eine über sich hinausweisende, »ansteckende« Komponente. Das ist gut so. So lernen Kulturen voneinander. Wichtig dabei ist, dass dies in Respekt und Dankbarkeit geschieht und nicht aneignend oder anmaßend. Es findet keine »Verbesserung« oder »Weiterentwicklung« statt, sondern es besteht und bleibt eine Differenz zwischen Original und Variante.
Das "Sumak Kawsay" ist ein solches indigenes Konzept. Es ergibt keinen Sinn, es einfach in unsere Kultur zu übernehmen, aber wir können davon lernen und uns inspirieren lassen, eigene kulturelle Konzepte zu entwickeln, die zwar Ähnlichkeiten aufweisen können, aber immer auch eine grundsätzliche Differenz.
Ich selbst kenne mich kaum mit diesem Konzept aus, daher hoffe ich, dass ich es halbwegs richtig in der Kürze dieser Form dargestellt habe. Es ist überaus spannend!
Übrigens gibt es auch ähnliche Konzepte in Mesoamerika. Lekil Kuxlejal ist bei den Tzeltal- und Tzotzil-Maya (Chiapas) das direkte Maya-Äquivalent zu Sumak Kawsay. Bedeutet wörtlich „das wahre Leben" oder „das gute, würdige Leben" – eingebettet in Gemeinschaft, Natur und kosmisches Gleichgewicht. Wird heute von indigenen Bewegungen in Chiapas, auch im Umfeld der Zapatisten, als politisches Konzept verwendet.
Utzil K'aslemal heißt es bei den K'iche'-Maya (Guatemala). Auch das bedeutet „gutes Leben". Betont Würde, Gemeinschaft und Harmonie mit der Natur. Wird von indigenen Organisationen in Guatemala als Gegenentwurf zu westlichen Entwicklungsmodellen formuliert.
#sumakkawsay #philosophischepraxis #demokratie