Die letzte kosmische Atemübung – Sir Donald Runnicles verabschiedet sich von der Deutschen Oper Berlin mit Wagners „Ring“
Lynn Sophie Guldin

Wenn das Ende kommt, sind manche schon vorbereitet. Nicht nur, dass das Weltenende zu einem äußerst beschäftigen Zeitpunkt erscheint – frühsommerliche Hitzewelle, Pfingstwochenende, Karneval der Kulturen im Osten der Stadt, im Westen DFB-Pokalfinale und halb Süddeutschland sitzt in der U2 – nein, es dauert auch noch lang. Denn am Schauplatz des Spektakels, der Deutschen Oper Berlin, verabschiedet sich der scheidende Generalmusikdirektor Sir Donald Runnicles mit Wagners Ring des Nibelungen (Inszenierung von Stefan Herheim). Zur Götterdämmerung erscheinen manche mit Elektrolytgetränken, ähnlich wie beim Rennradfahren. Im Ziel will man schließlich nicht umkippen.(Rezension des Ring-Zyklus I vom 16.-25. Mai 2026) […]

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Die letzte kosmische Atemübung – Sir Donald Runnicles verabschiedet sich von der Deutschen Oper Berlin mit Wagners „Ring“

Das Opern- und Kulturmagazin im Internet von Detlef Obens

DAS OPERNMAGAZIN

Leute, kommt ins Theater! – Saison 2026/27 im Überblick –
Detlef Obens

Noch unter dem Eindruck der letzten von mir besuchten Opernpremiere (SALOME im Theater Hagen) habe ich mir Gedanken über das kulturelle Angebot in NRW besonders in Bezug auf das Musiktheater gemacht. Ohne Frage ist es gerade in Nordrhein-Westfalen, und dort besonders im Großraum Ruhrgebiet und entlang des Rheins, besonders reichhaltig und vielfältig. In  Zeiten knapper kommunaler Kassen und drohender Kürzungen im Kulturetat scheint es mir besonders wichtig darauf hinzuweisen, dass jedes Theater so ungemein auf den Zuspruch seiner Zuschauer angewiesen ist. Nicht nur der Kauf einer Eintrittskarte zählt da – sicher besonders wichtig – , auch die Teilhabe der Menschen vor Ort an den kulturellen, vielfach kostenlosen, Angeboten ihres Theaters ist von großer Relevanz. Und wenn es nur darum geht, die persönlichen Eindrücke eines Theaterbesuchs in den sozialen Medien wiederzugeben oder im Freundes- und Bekanntenkreis dafür zu werben, andere Menschen für das Theater zu begeistern. Ihnen die Scheu vor dem „ersten Opernbesuch“ zu nehmen. Ihnen zu sagen: „Geh doch einfach mal rein. Oder komm mit, wenn ich das nächste Mal gehe. Schau es Dir an und dann kannst Du immer noch entscheiden…“. Und wie oft erlebt man dann, dass diese Erstlings-Besucher danach begeistert und positiv überrascht sind, wie toll doch Oper sein kann. Natürlich gilt dies auch für Ballett, Operetten und gutgemachte Musicals. Wir sind alle gefordert. Wir haben (noch) diese reichhaltige Theaterlandschaft in NRW und darüber hinaus auch in ganz Deutschland. Sie weiterhin zu erhalten, die kulturelle Szene mit Leben zu erfüllen, ist von größter Wichtigkeit für uns alle. Kultur ist Teil des Lebens. Kultur bereichert unser Leben. Kultur macht Spaß, geht ins Herz und lässt uns über so vieles nachdenken. […]

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Leute, kommt ins Theater! - Saison 2026/27 im Überblick -

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DAS OPERNMAGAZIN

Skeptisch schaut Rhenga Rodewill auf dem Foto, das sie selbst in einem beengend wirkenden Raum in der Deutschen Oper Berlin zeigt. Anders Eva Strittmatter - ein Gartenbild der Betagten. #Ausstellung2010 #DeutscheOperBerlin #EvaStrittmatter #Fotokunst #Gedichtband #Kunstbuch #LiteraturundFotografie #Lyrik #RhengaRodewill #Zwischenspiel

https://in-neuruppin.de/blog/zwischenspiel-rhenga-rodewill-eva-strittmatter/

Chaya Czernowin: smoldering emotions under chill surface in opera Heart Chamber

A woman and a man seated at considerable distance from each other stare into space, silent and blank. The image immediately brings to mind the absurdist plays of Samuel Beckett, but Heart Chamber deals with the very recognizable uncertainties of being or falling in love. This fourth opera by the Israeli-American Chaya Czernowin was premiered at Deutsche Oper Berlin in 2019 and recently released on DVD.

The opera opens with a double bass player (Uli Fussenegger) filmed from above, conjuring an admirable arsenal of creaks, squeaks and plops from his instrument. The orchestra joins in almost imperceptibly with equally indefinable sounds produced by physical instruments and electronics.

Still from Heart Chamber (c) Michael Trippell

Czernowin creates a mysterious soundscape that seamlessly connects to the feelings of oppression which enthrall the two protagonists for almost an hour and a half. In their impotence to reach each other they stammer hushed, disjointed sentences; only rarely do we hear a shard of melody. The atmosphere of powerlessness is reinforced by the chorus of voices, whose whisperings, rasping breaths and screeching glissandi give voice to a range of fears.

The man (the baritone Dietrich Henschel) and the woman (the soprano Patrizia Ciofi) are only referred to as ‘he’ and ‘she’. On a split screen we see film footage of their getting ready for the day: she puts on her coat, he walks through a corridor with a briefcase. They both descend a flight of stairs and make their way onto the street.

Then the focus switches back to the stage, where people seem to be entering an underground railway station via a white staircase. The woman drops something – the music stops abruptly and the people freeze in their pose. In slow motion, the man hands her the lost object. After this first meeting both walk on uncomfortably.

Their contact will remain tense and fraught throughout the entire opera. In a seemingly random succession of situations Czernowin questions conventional views on love relationships, purposely abstaining from a clear narrative.

The hapless couple seem trapped in their loneliness, every attempt at rapprochement is brutally cut short. Especially by the woman, who seems terrified to enter into a relationship. She shrieks in fear when the man comes too close and abruptly slams a door in his face. – Yet at another moment she awkwardly covers his shoulders in a tentative gesture of consolation.

Two alter-egos (the alto Noa Frenkel and the baritone Terry Wey) circle the main characters like shadows and help to convey their distress. They also represent the clichés of a successful romance, for instance when they idyllically drink a glass of wine in a meadow. Less innocent references to standard expectations are visualized by extras behind the windows of the modernist bungalow: a woman cradling a baby in her arms, a little boy waving at the woman, who tries to reach him in vain.

Because there is no recognizable story or true interaction, the protagonists remain somewhat abstract. In his direction Claus Guth captures the oppressive atmosphere with sombre lighting; the bungalow’s forbidding architecture aptly underpins the lack of warmth that permeats the opera.

Underneath the chill of it all the music of Heart Chamber burns with a suppressed fire, making the smoldering emotions palpable. Czernowin’s dense, sustained sound textures and haunting murmurings keep one spell-bound from start to finish. The charged score is flawlessly performed by the musicians, singers and soloists of the Deutsche Oper Berlin. Hats off to composer Chaya Czernowin and conductor Johannes Kalitzke.

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#ChayaCzernowin #DeutscheOperBerlin #DietrichHenschel #JohannesKalitzke #NoaFrenkel #PatriziaCiofi #TerryWey #UliFussenegger

Deutsche Oper Berlin: Giordanos Oper „Fedora“ zum ersten Mal in Berlin
Gastartikel

Einen gemeinsamen Schöpfer haben Tosca und Fedora, den französischen Schriftsteller Victorien Sardou, beide hob die berühmte Sarah Bernhardt aus der Taufe, auch den Suizid üben beide aus, und gleichermaßen groß war der Erfolg der Uraufführungen, der auf der Dichtung des Franzosen beruhenden Opern. Danach gehen die Schicksale der beiden Damen auseinander. Tosca wird und ist immer noch eine der erfolgreichsten Opern überhaupt, Fedora bleibt ein selbst in Italien selten zu erlebendes Werk. Neben vielen anderen Gründen wie dem des Maßes an Sympathie, das die Titelheldin für sich beanspruchen kann, ist sicherlich die Schwierigkeit der Rolle zu sehen, die sie für einige der eigentlich dafür prädestinierten Diven unattraktiv machte. Die Tessitura ist für Sopran wie Mezzosoprane gleich schwierig zu bewältigen, unklar ist das „dove appoggiare l’emissione“. Deshalb auch hielt und hält man die Partie für eine zwar für Soprane (aber auch Agnes Baltsa sang sie), jedoch eher für diejenigen, „che cantano pìù coi nervi che con la voce“. Magda Olivero war eine berühmte Fedora dieser Art, mal mit Del Monaco, mal mit Di Stefano, aber auch Callas sang sie mit Corelli an der Scala, und Tebaldi ist sogar doppelt auf Tonträgern überliefert wie auch später Eva Marton unter Giuseppe Patané. (Rezension der Premiere am 27. November 2025)

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Deutsche Oper Berlin: Giordanos Oper "Fedora" zum ersten Mal in Berlin

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Deutsche Oper Berlin: „Tristan und Isolde“ und die Suche nach dem (Un)glück
Lynn Sophie Guldin

Am 1.11. ist er da, der Schreck eines jeden bundesdeutschen Vernunftbürgers – der Schokoladenweihnachtsmann im Supermarkt. Wenn der erste Advent erst in vier Wochen kommt, wer kauft dann diese Dinger? Nun, der Konsum einer Schokoladenware kann durchaus strategisch geschickt eingesetzt werden. Wer beispielsweise zum genau richtigen Zeitpunkt dem arglos lächelnden Gesicht den Kopf abbeißt und sich an Schokosplittern im Mund erfreut, der hebt seinen Blutzuckerspiegel vor jedem Tristan und Isolde-Akt an der Deutschen Oper genau richtig, um diesem (höflichst!) Monsterstück maximale Konzentration zu ermöglichen. (Rezension der Premiere v. 1. November 2025) […]

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Deutsche Oper Berlin: "Tristan und Isolde" und die Suche nach dem (Un)glück

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DAS OPERNMAGAZIN

Hieronymus Bosch in der Konsumhölle – „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der DOB
Lynn Sophie Guldin
[caption id="attachment_30826" align="alignleft" width="300"] Deutsche Oper Berlin/ Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny/Foto: Thomas Aurin[/caption]

Inmitten einer Berliner Schlechtwetterperiode, die einem einmal täglich die Brille von der Nase regnet, macht die Deutsche Oper Berlin gottseidank einen Ausflug. Und zwar in ihr eigenes Foyer. Benedikt von Peters Neuinszenierung von „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ (Musik von Kurt Weill /Text von Bertolt Brecht) spielt (fast) überall im Haus. Für den optimalen Besuch einfach die schrillste Klamotte des eigenen Kleiderschrankes anziehen, Kopfschmerzen des Arbeitstages mitbringen und in Neonlicht und Sekt (mit oder ohne Alkohol) ertränken – und warten, bis der Ernst beißt. (Rezension der besuchten Premiere am 17. Juli 2025) […]

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Hieronymus Bosch in der Konsumhölle – „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der DOB – DAS OPERNMAGAZIN

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Hundert Minuten Sterbeflimmern: neues Werk „Lash – Acts of Love“ an der Deutschen Oper Berlin
Lynn Sophie Guldin
[caption id="attachment_30759" align="alignleft" width="300"] Deutsche Oper Berlin/LASH-ACTS OF LOVE/Foto: © Marcus Lieberenz[/caption]

Wenn sich ein Niesen aus der hinteren Reihe gar nicht mal sooo schlecht in den klingenden Sound-Teppich mischt, dann hat sie komponiert: Rebecca Saunders. Und wer die britisch-deutsche Komponistin in Berlin noch nicht kennt, der kennt sie jetzt. Ihr am 20. Juni 2025 in der Deutschen Oper uraufgeführtes Werk „Lash – Acts of Love“ sind über hundert Minuten Sterbeflimmern, hundert Minuten Film im Kopf, wenn das Herz schon aufgehört hat, zu schlagen. (Rezension der besuchten Vorstellung v. 27. Juni 2025) […]

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Hundert Minuten Sterbeflimmern: neues Werk „Lash – Acts of Love“ an der Deutschen Oper Berlin – DAS OPERNMAGAZIN

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(CP aus 🦋

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麺が旨い!
Die Nudeln sind EXZELLENT! Ich werde in Zukunft im S-Bhf Charlottenburg aussteigen statt im U-Bhf #DeutscheOperBerlin, um hier zu essen 🤩

(CP aus 🦋

#Middageten #DtKüche
Eine Institution der bürgerlichen Küche - die Kantine des Lebensmittelladens #Rogacki Anno 1928
#Berlin #Charlottenburg
(von der #DOB #DeutscheOperBerlin zu Fuß 6-8 Min.)

Wie eine Zeitreise 😍