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Es quält mich ein bisschen immer wieder zu lesen, wie sich Schriftsteller:innen, insbesondere Dichter:innen selbst anpreisen und anbieten, wie sie sich, fast schon verzweifelt, um Aufmerksamkeit bemühen. Immer seltener auf subtile, immer häufiger auf eine fast marktschreierische Weise. Mir fehlt dieser unbedingte Wille, das was ich geschrieben habe, auch veröffentlicht zu sehen. Vielleicht liegt darum mein Manuskript seit fast zwei Jahren beim Verlag und ich werde, wenn ich, sehr selten, nachfrage, auf das folgende Jahr vertröstet. Aber eigentlich ist es auch egal, weil ich inzwischen einen Schritt weiter gegangen bin, die Gedichte des Manuskripts waren ein erster Schritt auf mich und meine eigene Geschichte zu, die ich momentan versuche weiter zu erkunden. Mit wenig Erfolg. Es ist als hätte ich einen Scheitelpunkt erreicht, eine Kreuzung, an der ich mich für einen der Wege entscheiden muss. Aber ich stehe da und weiß nicht weiter. Ich werde so lange dort stehen und nichts schreiben können, was mich auch nur halbwegs zufrieden stellt, bis ich endlich eine Richtung einschlage. Bis ich endlich alles loslasse, die Erwartungen, die Vergangenheit, meine Eitelkeit.

Auf dem Weg zum Krankenhaus Kälte und feiner Nieselregen. Der Arzt, der sich ebenso wenig wie ich erklären kann, warum auf einmal die linke Hand (die doch die weniger betroffene Hand gewesen ist) haltlos zittert. Nein, keine Halluzinationen, auch keine übertrieben gute Laune, sage ich, zu den Nebenwirkungen des Medikaments gefragt. Der Arzt schlägt vor irgendwann in der Zukunft, nachdem die Diagnose meines Blutbildes aus Tübingen vorliegt (das kann noch Monate dauern, sagt Dr. P.), noch einmal zu untersuchen, ob nicht vielleicht auch noch Parkinson dazu gekommen ist. Ich möchte nicht wissen, ob ich noch weitere Krankheiten habe, ob sogar mein Zittern sich aus mehreren Quellen speist. So richtig überzeugen mich seine Argumente nicht.

Als ich auf dem Rückweg in den Regen trete, versucht wenig über mir, ein Hubschrauber abzuheben oder zu landen. Höllischer Lärm und ein Abwind, der mich und eine junge Frau, die in der Nähe unterwegs ist, fast umwirft.

Später, nach dem Büro, auf dem Heimweg verpasse ich fast die Haltestelle, an der ich aussteigen muss, weil mich Dagermans Deutscher Herbst fesselt.

#Dagerman #Manuskript #Schreiben
#buchchallenge Januar 2026: noch ein tolles Buch vom #guggolzverlag “Deutscher Herbst“ von Stig #Dagerman

#Dagerman ha un’ampia tavolozza stilistica, e in questi racconti la usa senza risparmio, con l’entusiasmo dello sperimentatore. Nello stesso tempo, è uno scrittore di alta e a volte irridente disperazione, cui potrebbero bene adattarsi, quasi un ritratto, le parole di E. A. Poe: “Ho sempre immaginato di poter udire distintamente il suono dell’oscurità mentre sale furtiva dall’orizzonte”.

https://www.illibraio.it/news/dautore/stig-dagerman-1465536/

#libri #lettura #StigDagerman #racconti #UnoLibri

Riscoprire Stig Dagerman, generoso e autodistruttivo maestro dello sguardo

Stig Dagerman, morto suicida a 31 anni nel 1954, appartiene alla famiglia dei Kafka e dei Camus. Autore svedese di culto, è uno scrittore "di alta e a volte irridente disperazione": un "turbato, generoso e autodistruttivo maestro dello sguardo", come confermano anche i suoi racconti. In cui si riconosce, "stilisticamente parlando, qualcosa di simile al 'delirio' stilistico celiniano..."

ilLibraio.it

« Tout ce qui m’arrive d’important
et tout ce qui donne à ma vie
son merveilleux contenu :
la rencontre avec un être aimé,
une caresse sur la peau,
une aide au moment critique,
le spectacle du clair de lune,
une promenade en mer à la voile,
la joie que l’on donne à un enfant,
le frisson devant la beauté,
tout cela se déroule totalement en dehors du temps.
Car peu importe que je rencontre la beauté
l’espace d’une seconde ou l’espace de cent ans.
Non seulement la félicité se situe en marge du temps
mais elle nie toute relation entre celui-ci et la vie. »

Stig #Dagerman - Notre besoin de consolation est impossible à rassasier

#Citation #HorsDuTemps

Ephéméride anarchiste du 4 Novembre : Stig DAGERMAN https://tube.thechangebook.org/videos/watch/935dabe0-f090-4e10-8096-c4200a4aa4e8
Ephéméride anarchiste du 4 Novembre : Stig DAGERMAN

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