Vorurteile über Menschen die zur Autismus-Diagnostik kommen, gibt es mehr als genug.

In meiner Praxis sehe ich die nur nie in echt. Bislang waren alle sehr daran interessiert, am Ende eine passende Diagnose zu bekommen.
Offensichtlich autistische Merkmale werden teilweise verneint, es wird sehr intensiv über die Fragen nachgedacht, viel reflektiert, viel bagatellisiert.
Es wird Wert darauf gelegt, wahrheitsgemäß zu antworten.
Es wird darauf hingewiesen, wenn Charaktereigenschaften als entgegengesetzt zur Diagnose erlebt werden. Diese Widersprüche sollen auch geklärt werden.

Bislang war es in der Befundbesprechung auch egal, ob es die ASS - Diagnose gab, oder eine andere. Hauptsache es ergibt Sinn.

Oh, fast vergessen. Es kommen übrigens fast genau so viele Männer, wie Frauen.
Eine Gruppe dominiert aber krass: Eltern.

P.S. Beitrag ist aus dem Nähkästchen geplaudert (Rw). Basiert auf meinen Erfahrungen.

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90% der Autist*innen in Großbrittanien, die über 50 Jahre alt sind, habe keine klinische Bestätigung ihrer Neurodivergenz.
Ich schätze, dass die Zahlen in Deutschland ähnlich sind.
"Ich fühlte mich wie ein gebrochener Mensch" sagt Andrew Davies, der Protagonist in diesem Artikel.
Der Leidensdruck bis zur Diagnose ist unermesslich.

https://www.bbc.com/news/articles/cy87542l14ro

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Autism: 'I felt broken before being diagnosed at 70'

An estimated 90% of autistic people over 50 have not received a diagnosis, research suggests.