Brände in LA: Mit der Erderwärmung wird die Atmosphäre ein immer größerer „Schwamm“ 🧽: sie kann (exponentiell!) mehr Wasserdampf aufnehmen, transportieren und abregnen (Erstsemester-Physik: Clausius-Clapeyron-Gesetz).
Das führt zu einem größeren „Dampfhunger“ (oder besser Durst) der Atmosphäre, was die Verdunstung anheizt, die Vegetation schneller austrocknet und mehr Dürren verursacht.
Das Wasser kommt in zunehmend extremen Niederschlägen herunter, was Überflutungen begünstigt.
Ich habe das öfter erklärt, unter anderem hier im Spiegel: https://www.spiegel.de/wissenschaft/clausius-clapeyron-gesetz-wie-sich-das-extremwetter-am-mittelmeer-durch-formel-erklaeren-laesst-a-228942e0-99ba-4cf6-b1ce-fc23f79d9372?sara_ref=re-so-app-sh
Gestern ist eine neue Studie erschienen von Daniel Swain und Kollegen, die aufzeigt, wie dieser größere Schwamm zu krasseren Wechseln zwischen Dürren und regenreichen Perioden führt (Beispiele in der Grafik): https://www.nature.com/articles/s43017-024-00624-z
Dies ist auch der wesentliche Mechanismus, der aktuell zu den extremen Bränden in Los Angeles geführt hat: erst zwei regenreiche Jahre, die zu üppiger Vegetation geführt haben, dann 2024 der heißeste Sommer in der kalifornischen Geschichte und ausbleibender Regen, was die Vegetation extrem ausgetrocknet und damit entflammbar wie Zunder gemacht hat.
Swain erklärt das in diesem Bluesky-Thread: https://bsky.app/profile/rahmstorf.bsky.social/post/3lfez3zvcc225