| www.gernot-galib-stanfel.com | Web |
| musiktherapie. blogspot. com | Musiktherapeut |
| www.gernot-galib-stanfel.com | Web |
| musiktherapie. blogspot. com | Musiktherapeut |
Sehr spannende und auch bedenkliche Geschichte:
Das Ende des Neujahrskonzertes ist jedes Mal der Rhadetzkymarsch. In den lettzen Jahren wurd da immer eifrig vom Publikum beim Rumdatatata Rumtata mitgepascht. Es scheint so, als ob viele nur deswegen die paar tausend Euro zahlen um da mitzupaschen, ein doch eher einfach Anspruch an Musik.
Abgesehen davon, dass dieser Masch einem ziemlich blutigen Feldherrn huldigt, der sowohl italienische Soldaten im italienieschen Unabhängikeitskrieg als auch wiener Zivlisistinnen udn Zivilisten bei der Revolution gegen den Absolutismus 1848 niedermetzeln liess, gibt es noch eine unangenehme Komponente dabei: Die meistens gespielte Version verstärkt das militante Bumsdrarassa noch durch die Bearbeitung eines sehr treudeutschen SS Mannes, der ein einflussreicher Musiker im "Dritten Reich" war. Er hat den heute bekannten Trommelbeginn (noch vor 1938) verändert und marschtauglicher geglättet, die Melodie vereinfacht und das ganze mit zusätzlichem Percussionsinstrumenten und einer kräftigen Bastuba unterlegt, sodass man "im Rhytmus mitmuss", was sich im notorischen Paschen des verführbaren Publimus äussert. Kein Wunder, wurde das Neujahrskonzert in der heutigen Form ja von den Nazis unter dem Gauleitr Baldur vion Schirach erfunden, da brauchte es schon einen entsprechend schmissige Version zum Abschluss. Das Gepasche - also ein gut erzielter, so gewollter Effekt.
Nicolaus Hannoncourt hat beim Neujahrskonzert 2001 die Originalversion spielen lassen und siehe da - ein fast anderes Stück! Viel filegraner und weniger Marschiererei. Verständlich, dass die Nazis das aufpeppen mussten, das biedermeierliche Österreich hatte sowas noch nicht auf Lager, trotz Hinschalchtereien.
Unverständlich ist aber, dass nach 2001 wieder die notorische Version gespielt wurde und auch die angeblich 2020 entnazifizeirte Version eigentlich genau so klingt wie die, die sie bereinigen wollte. Auch heuer haben alle wieder zu Traramtraram tramtata Getrommle, zusätzlichem Triangel, Glockenspiele, Tuba und der vor allem im Trio (Mittelteil) geraden Melodie pepascht. Warum kann man da nicht die Originalversion zum Standard machen? Wenn der Dirigent des heurigen Konzerts, der sich selbst nach Wels, der ohnhin derzeit wohl problematischsten Stadt im Bezug auf rechten Unsinn nennt, wirklich so viel Vergessenes wieder hervorholen will, dann wäre doch damit etwas ganz wichtiges geholt worden. Aber vielleicht schafft es ja der als Wagner (bekanntlich Hitlers Liebelingskomponist) Spezialist geltende deutsche Thilemann im nächsten Jahr.
Zum anhören und Erstaunen um den Unterschied das Video von 2001 mit der Originalversion:
https://youtu.be/8JiRxqijur4
IM KOMMENDEN JAHR
Wünsche ich uns, dass wir uns endgültig verabschieden von den Kriterien die „Leistung“ und „Erfolg" definiert haben und deren Sklaven wir geworden sind. Dass die Armseeligkeit verstanden wird der diejenigen sich aussetzen, die diesen Kriterien immer noch folgen.
Ich wünsche uns, dass wir uns nicht mehr den Kampf um das größere Stück des Kuchens aufdrängen lassen. Dass wir nicht mehr in den Kampf treiben lassen um die Dominanz unserer Kultur, unserer Nation, unseres Religion, unseres Geschlechts. Dass wir verstehen dass nicht der Sieg in einem dieser Kämpfe das Leben gut macht sondern das Zulassen vieler Gruppen und Gemeinschaften. Ich wünsche uns, dass die Zeit für Kampf, Sieg und Revanche endgültig vorbei ist.
Ich wünsche uns, dass wir nicht existieren können weil wir den anderen das wegnehmen was wir brauchen, sondern dass wir das hergeben was sie brauchen. Ich wünsche uns, dass das Ziel nicht das Wohlbefinden jedes und jeder Einzelnen ist, sondern dass ein erfolgreicher Mensch einer ist, der das Wohlbefinden aller erreicht.
Ich wünsche mir, dass wir daran gemessen werden, was wir für die anderen tun und nicht für uns selbst. Ich wünsche mir, dass wir die alten gescheiterten Ego- und Selbstoptimierer so laut auslachen, dass sie weggelacht werden. Dass die Unfriedenstifter blamiert und verstummt in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.
Ich wünsche uns, dass wir verstehen, dass wir alle Aufgeben haben, die aber unterschiedlich und nicht für alle gleich sind. Ich wünsche uns, dass wir zwischen den Unterschieden Brücken bauen und nicht Zäune und Mauern. Ich wünsche uns dass wir uns dafür anstrengen, dass es die anderen warm haben und nicht frieren. Ich wünsch uns eine Perspektive der Vorsicht und Rücksicht und nicht der Selbstsicht.
Ich wünsche uns, dass wir verstehen was Mensch sein heißt.
(Das Bild zeigt eine alte Osmanische Brücke mit Bögen über einen klaren Fluss mit Bäumen rechts und links)