@brds ja das fand ich eigentlich ganz geil: dass die dachten: das erklären wir nicht. hätten sie das im drehbuch durchgezogen wäre der ganze film nicht derart aus den fugen geraten
@brds Oh geil. Wusste ich nicht passt aber wie Arsch auf Eimer!
7) Kurzer Realitätscheck: Der letzte Serienmörder in Kiel wurde 2012 verurteilt, er hat fünf Frauen getötet zwischen 1969 und 1984. Überführt wurde er durch Laborarbeit. Klar, das gäbe keinen Film, aber immerhin eine nachvollziehbare Abfolge von Ereignissen.
6) Oh shit I'm running out of points - na wir werden sicher daran anknüpfen können. Vielleicht machen wir noch einen der beiden anderen magischen Punkte, nämlich wo Dingsda (also dieser Massenmörder) Unterschlupf findet: nämlich bei einer Frau, die nicht nur blind ist, sondern beruflich auch noch bei der Seelsorge arbeitet. Und die liebt den. Warum, weiß man nicht. Es hat natürlich was, dass gerade die Blinde das Menschliche im Menschen sieht: oho!
Jedenfalls wird in diesem Tatort dann mehrfach betont, dass Maßregelvollzug nur so eine "Haft light" sei; in der Realität ist das Gegenteil der Fall. Sitzt man bei einem Bier mt Strafverteidiger*innen zusammen und fragt sie, was hättest Du lieber Maßregelvollzug oder Haft, sagen meiner bescheidenen Erfahrung nach quasi alle "Haft": da weißt Du halt, wann Du rauskommst. Beim Maßregelvollzug weißt Du das nicht.
Er ist also nicht schuldfähig und es gibt auch deswegen dann so Sperenzken wie Theaterworkshops, deren einen er nutzt, um auszubrechen (ich verkürze hier, der Text ist eh schon viel zu lang). (Aber an dieser Stelle ist das ambivalente Kunstverständnis von Autor*innen, die für den Tatort schreiben, zu sagen wir mal Schiller deutlich zu spüren, das besprechen wir aber vielleicht ein andermal).
5) Bevor wir zu den zwei anderen magischen Elementen kommen, kurz zum moralischen Groschen, der zwischenrein ins Frontalhirn der Zuschauer*innen gedroppt wird (den gibt es ja bei fast jedem Tatort): dieser Typ, den Eidinger spielt, der befindet sich ja im Maßregelvollzu (ah, kuck her, deswegen habe ich vorher "dingfest" geschrieben, weil das so gut zu Maßregelvollzug passt).
und der entkommt aus dem Gefängnis und dann versuchen sie ihn wieder einzufangen. Offenbar hat er auch eine gute Freundin von Borowski umgebracht oder so ähnlich, jedenfalls gibt es eine persönliche Verbindung; das ist eines der drei magischen Elemente in diesem Tatort (und wenn man mich fragt, sind drei schon drei zu viel).
4) Es ist quasi unmöglich, diesen Tatort zusammenzufassen, weil es derart viele Plotholes gibt: dieser Tatort ist - auch das ein Beleg meiner ersten Hypothese - im Grunde eine fränkische Landstraße; er hoppelt so vor sich hin. Was ich verstanden habe, ist folgendes: Es gibt einen Massenmörder, den Borowski dingfest gemacht hat (nie hätte ich gedacht, dass ich einen Ausdruck wie "dingfest" je irgendwo hinschreiben würde, aber in einer Tatort-Besprechung passt er ganz gut)