Schnell ist anders.
Halle (Saale). - Die Polizei Halle fahndet derzeit nach einem Mann, dem Volksverhetzung, Nötigung und versuchte Körperverletzung vorgeworfen wird. Der Unbekannte soll am 7. September 2024 gegen 14.15 Uhr einen anderen Mann in der vollbesetzten Straßenbahnlinie 2 an der Haltestelle Ankerstraße...
Es ist fünf vor zwölf. Unsere Demokratie wird von zu vielen Menschen als selbstverständlich wahrgenommen oder sogar gefährdet. Der gesellschaftliche Frieden und die Sicherheit von Minderheiten stehen auf dem Spiel. Schwule, lesbische, bisexuelle, trans, inter und/oder queere Menschen sehen sich zunehmenden Anfeindungen ausgesetzt, und der Ton gegen unsere Community wird rauer. Doch wir lassen uns nicht entmutigen:
Am 15. Februar 2025 um fünf vor zwölf (11:55 Uhr) auf dem Darmstädter Friedensplatz ruft der CSD Darmstadt, organisiert von vielbunt e. V., zu einer bunten Demonstration auf. Diese Aktion, eine Woche vor der kommenden Bundestagswahl, steht unter dem Motto: “Wähl Liebe!”. Sie ist Teil einer bundesweiten Kampagne der CSD-Bewegung in Deutschland.
Jetzt ist die Zeit, unsere Stimmen zu erheben und zugunsten unserer Vielfalt für Demokratie und Menschlichkeit einzustehen! Wir sagen klar: Das geht bei der kommenden Bundestagswahl nur mit einem Kreuz bei einer demokratischen Partei.
Was wollen wir?
Gemeinsam sind wir stärker!
Wir bedanken uns an dieser Stelle sehr bei den Gruppierungen und Vereinen, die ihre Unterstützung für uns ausgedrückt haben und dabei sein werden. Das sind unter anderem: DGB Südhessen, AStA TU Darmstadt, Der Paritätische – Hessen – Regionalgeschäftsstelle Darmstadt, Stabsbereich Chancengleichheit EKHN, DGB Jugend Südhessen, Fabian Salars Erbe- für Toleranz & Zivilcourage e. V., AStA Hochschule Darmstadt, Amnesty International Darmstadt, AWO Darmstadt, Jugendring Darmstadt, ver.di Regenbogen, Bund der Deutschen Katholischen Jugend – Bergstraße, Schlosskeller Darmstadt, AStA Evangelische Hochschule Darmstadt, pro familia Darmstadt, Theater Moller Haus, HUK Darmstadt, Omas gegen Rechts Darmstadt, Aids-Hilfe Darmstadt, Initiative: Vielfalt, jetzt!, Antidiskriminierungsnetzwerk Südhessen, Fridays for Future Bensheim, Eltern gegen Rechts, Migrastreik, Welcome to Bensheim.
Ebenfalls haben wir im Vorfeld Unterstützung zugesagt bekommen von folgenden politischen Gruppen: Jusos Darmstadt, Grüne Darmstadt, SPD Darmstadt, DIE LINKE. Darmstadt, Grüne Jugend Darmstadt, FDP Darmstadt, Junge Liberale Darmstadt, UFFBASSE! – Fraktion Darmstadt, Volt Darmstadt und CDU Darmstadt.
Wir laden euch alle ein, mitzumachen – als Mitglieder der queeren Community, als Verbündete oder einfach als Menschen, denen Vielfalt, Zusammenhalt und Solidarität am Herzen liegt. Wir werden uns am 15. Februar auf dem Friedensplatz versammeln, durch die Straßen gehen und eine Kundgebung mit diversen Reden abhalten.
Lasst uns laut, bunt und solidarisch sein. Zeigt eure Unterstützung und bringt eure Freund*innen, Familien und Kolleg*innen mit. Denn nur gemeinsam können wir zeigen: Liebe ist stärker als Hass!
Bundesverband der Handprothesenhersteller hält Warnung vor Kugelbomben für überzogen
https://www.der-postillon.com/2025/01/bundesverband-der-handprothesenhersteller.html
vielbunt e.V. und die AIDS-Hilfe Darmstadt e.V. unterstützen mit dem Projekt “Rainbow Refugees Darmstadt” seit 2015 LSBT*IQ Flüchtlinge in Darmstadt und den umliegenden Landkreisen. Dies betrifft auch Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen und in der Abschiebungshafteinrichtung Darmstadt-Eberstadt.
Gemeinsam mit AIDS-Hilfen in anderen Städten wird so die flächendeckende Beratung und Begleitung von LSBT*IQ Flüchtlingen in ganz Hessen gewährleistet. Bieten psychosoziale Beratung, helfen bei Behördengängen, vermitteln rechtlichen Beistand, medizinische und psychotherapeutische Versorgung und ermöglichen den Zugang zur LSBT*IQ-Community. Darüber hinaus werden Asylsuchende im schwierigen Prozess des Asylverfahrens bei der Bearbeitung und Verarbeitung ihrer Fluchtgründe unterstützt. Trägern und Behörden im Asylbereich steht das Projekt als Partner zur Verfügung.
Diese dringend notwendige Arbeit wurde in den vergangenen Jahren vom Land Hessen gefördert.
Gestern teilte der Landesverband der AIDS-Hilfe Hessen mit, dass das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege die Förderung im kommenden Jahr komplett streicht.
Somit lässt sich unsere Arbeit nicht mehr fortsetzen. Geflüchtete, die lesbisch, schwul, bi, trans und/oder queer sind, werden ab dem kommenden Jahr auf sich gestellt sein, wenn es um LSBT*IQ-spezifische Probleme und Fragen geht. Neue Asylsuchende, die vor Homofeindlichkeit und Transfeindlichkeit aus ihren Herkunftsländern geflüchtet sind, werden keine LSBT*IQ-Ansprechpersonen vorfinden, an die sie sich vertrauensvoll wenden können.
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD heißt es: “Wir wollen Einrichtungen und Projekte fördern und stärken, die […] durch Beratung, Aufklärung und Opferhilfe einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Diskriminierung leisten. Ein Augenmerk gilt auch der Stigmatisierung und Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und der LSBTIQ*-Community sowie Hassgewalt gegen diese.” – diese Worte passen nicht zum aktuellen Handeln der Landesregierung.
Der queerpolitische Sprecher der SPD-Fraktion hat sich vor wenigen Tagen noch in Frankfurt davon überzeugt, wie bedeutsam die Arbeit für Rainbow Refugees ist. Besonders beunruhigend ist das Streichen dieser Unterstützungen, weil queere Geflüchtete von der im Koalitionsvertrag beschriebenen “echten Rückführungsoffensive” nun umso härter betroffen sein werden. Obwohl sie in ihren Herkunftsländern unter Repressalien leiden und nicht selten vom Tode bedroht sind.
Wir verurteilen diese Entscheidung sehr und blicken mit viel Sorge auf die Zukunft der Betroffenen. Weitere Informationen befinden sich in der Pressemitteilung der AIDS-Hilfe Hessen: https://www.aids-hilfe-hessen.de/de/nachricht/hessische-landesregierung-streicht-gelder-fuer-rainbow-refugee-support