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Gestern kam in der sneak ein Horrorthriller. Albträume für die nächsten Tage sind damit gebongt.

Liebe Menschheit,

vielleicht ist es bei euch schon angekommen, dass Rollstuhlnutzende nicht gerne "Rollstühle" genannt werden möchten. Das reduziert sie nämlich auf ihr Hilfsmittel.

Ich als Blinde möchte gerne nicht als "Screenreader" bezeichnet werden. Und wenn wir schon mal dabei sind, auch nicht als "Stockente". 🦆

Bittedanke.
Eure Casey

Heute Nacht habe ich geträumt, dass mich jemand am Rollstuhl anpackt und irgendwo hinschiebt. Im Traum habe ich der Person einfach eine geklatscht. In Wirklichkeit versuche ich die Räder zu blockieren und bestimmt und laut zu sagen, dass ich das nicht möchte. Das traurige ist, dass mir das in letzter Zeit öfter passiert ist und ich deswegen schon davon träume.
#ableismtellsme
Klar, werde ich nicht jeden Tag behindertenfeindlich angegangen, aber es ist die Summe der Kleinigkeiten.
Es ist die Art von Kommentaren, die sich beschreiben lassen als, „die andere Person hat es nur gut gemeint oder es nicht besser gewusst“ die einem jedem Nerv klaut. Es ist ziemlich frustrierend jeden Tag einer anderen Person zu erklären, was Ableismus ist…

Dinge die man mir schonmal ins Gesicht gesagt hat:

-Deine Freunde haben alle nur Mitleid, weil du im Rollstuhl sitzt.
-Für ne Nacht wärs ja schon ok, aber Kinder würde ich nicht mit jemanden im Rollstuhl haben wollen.
-Kannst du deinem Partner überhaupt so viel zurückgeben wie er dir gibt?
-Wenn du dabei bist, ist alles viel umständlicher, macht dir doch nichts aus, wenn du nicht dabei bist, oder?

Sowas brennt sich zum Glück nicht ins Gedächtnis oder so.. /Ironie
#ableismtellsme

Manchmal habe ich das Gefühl, dass ein großer Teil der Gesellschaft denkt, dass Inklusion ganz ok-gut funktioniert, weil man auch immer wieder vereinzelt behinderte Personen bei Veranstaltungen sieht.
Ja, Sisters, ist halt trotzdem nicht so:
Es gibt meist Xtra-Arbeit im Vorfeld, es ist meist Barrieren auf solchen Veranstaltungen, die den Spaß nehmen und es gibt auch häufig noch Dinge im Nachhinein.
Inklusiv wäre es den xtra-load nicht auf die behinderten Personen zu schieben
Aber weil man als behinderte Person (oder ihre nächsten) häufig die meiste Expertise darin haben, was ihnen am meisten hilft und man es ja eh schon soooo oft selbst gemacht hat, übernimmt man die Arbeit halt wieder und wieder. Eine Person muss sie ja schließlich machen und man selbst ist häufig mittlerweile am schnellsten und besten darin.
Und Alles meist, weil bei Veranstaltungen nicht von vornehinein an Barrierefreiheit gedacht wurde.
Rechte Ideologien bedrohen unsere Demokratie, aber auch mich als behinderte Person nicht nur dieses Wochenende. Deswegen müssen wir ganz klar gegen rechts Haltung zeigen und für linke, antifaschistische und antiabeilistische Werte jeden einzelnen Tag einstehen! #Alerta

Ich brauchte heute für mehrere Recherchen/Stellungnahmen den Volltext des kommenden Barrierefreiheits-Stärkungs-Gesetzes (BFSG) und musste feststellen, dass der Staat selbst ihn gar nicht barrierefrei anbietet. Auch das ist schon wieder so ein tolles Beispiel, wie kaputt in diesem Bereich alles ist.

Ist gemeldet und Vorschläge zur Verbesserung sind gemacht. Mal sehen, ob überhaupt und was genau passiert. #Barrierefreiheit

So sehr wie ich linken Aktivismus auch liebe und versuche Teil davon zu sein. Es ist verdammt schwer, in etwas Teil zu sein, indem oft nicht an Barrierefreiheit gedacht wird und in dem teilweise auch ableistisch Strukturen und Denkweisen herrschen. Es kostet unheimlich viel Kraft sich um seine Teilhabe selbst zu kümmern. Immer wieder von der Pieke auf erklären zu müssen, was Inklusion, Teilhabe und Ableismus bedeutet.

Um mich mit Inhalten beschäftigen zu können, muss ich immer erst mit dem Setting und den Gegebenheiten vertraut machen und sie für mich formen (oder mich für sie formen). Es ist verdammt schwer mal in etwas für 1-2 mal reinzuschnuppern und zu testen, ob das für mich passt oder halt auch nicht. Es ist noch viel schwerer, zu sagen, ich habe mich geirrt, insbesondere, wenn Menschen schon angefangen Dinge speziell für dich zu verbessern.

Imaging: Man kann sich links engagieren, ohne sich selbst um seine eigene Teilhabe kümmern zu müssen. Einfach die Themen anschieben, die einem wichtig sind. Soziale Gerechtigkeit, Umverteilung, Klimaschutz, …