Einer der größten Denkfehler in den meisten Debatten ist, dass Leute denken, wenn man jemanden kritisiert, sei es das gleiche, als würde man fordern, dass das, was man kritisiert, verboten werden soll. Sie wollen Kritik daran verbieten, unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit.
Der gedankliche Kurzschluss: Du findest nicht gut, was jemand gesagt hat, also musst du automatisch fordern, dass man das nicht mehr sagen dürfe. Das stimmt nicht. Es offenbart den EIGENEN autoritären Reflex, denn so "kritisiert" man selbst - genau in dem Moment. Unausstehlich.
Ich meine, die Verteidigung die dann stets kommt, ist: Das wird man doch wohl noch sagen dürfen! Intellektuelle Bankrotterklärung. Ja, darf man. Und ich darf es kritisieren, oder? Diskursverschiebung, Reframing von inhaltlicher Kritik als Totalitarismus. Geschickt, aber dumm.
CDU-Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen wird schon lange wegen antisemitischen und rechtsextremen Äußerungen und Kontakten kritisiert. Doch mit neuerlichen Schwurbeleien über "grün-linke Rassenlehre" geht er wohl zu weit. Ihm droht ein Parteiausschluss.