Lea Frühwirth

@LeaRichter
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All things digitaler Diskurs | Netz, Politik & Kommunikation | Ehemals Lea Richter | Senior Researcher @cemas_io |
#fedi22

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Themen#DigitalerDiskurs #SocialMedia #NeueRechte #Kommunikation #Rechtsextremismus #Desinformation
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@ingo Ich weiß natürlich um die Birdsite-Abneigung auf Mastodon, trotzdem halte ich es für den Gesamtdiskurs schon für relevant, wenn so eine große Plattform in Sachen Content Moderation immer schlechter wird.
Diesen Frame sehen wir seit Februar verstärkt. Dabei wird dann argumentiert, man müsse sich für Frieden einsetzen - als wäre es nicht Russland, das den Kriegszustand hergestellt hat, sondern jene, die dem angegriffenen Land Ukraine dabei helfen, seine Existenz zu sichern.

Propaganda zum russischen Angriff auf Ukraine: Wir sind immer noch bei der Narrativkombo
-"Ukraine ist irrelevant"
-"Eigentlich kämpfen hier USA & Russland"
-"USA sind Schuld, dass Krieg nicht endet".
Heute: Orbán. Dabei hat Russland Ukraine angegriffen. Ein Truppenabzug würde den Krieg beenden. Fertig.

https://www.spiegel.de/ausland/ungarn-viktor-orban-spricht-ukraine-die-souveraenitaet-ab-a-d22e2c8d-c59e-46de-b174-1c1867297c86

Äußerungen zum Machtkampf in Russland: Orbán spricht Ukraine die Souveränität ab

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán gilt als Freund Wladimir Putins. In einem Interview legt er nun den Aufstand der Wagner-Söldner im Sinne des russischen Präsidenten aus. Auch seine Aussagen zur Ukraine verwundern.

DER SPIEGEL
Was mir in der ganzen Geschichte rund um Content Moderation und Community Notes gänzlich fehlt, ist das Verantwortungsbewusstsein Musks für die Geschehnisse im eigenen Haus und den Einfluss, den diese auf den gesellschaftlichen Diskurs nehmen.
Musk spart sich mit der verstärkten Nutzung von Community Notes vermutlich einiges an Gehältern, Qualifizierung etc. User:innen kehren ehrenamtlich den Mist aus seinem Haus, und wenn Recht verletzt wird, dann ist Twitter nicht verantwortlich - weil das war ja die Community.
Selbst wenn Community Notes manipulationssicher wären - was ich für fraglich halte - ist es problematisch, dass Twitter eigene Pflichten zur Content Moderation eklatant vernachlässigt und dann die von dem resultierenden Diskursklima betroffenen User:innen selbst aufräumen lässt.
Wer sagt mir denn, dass Kommentierende sich auskennen und in guter Absichten handeln? Okay, wenn jemand etwas Falsches anmerkt, können andere das downvoten. Aber was ist mit koordinierten Bubbles? Die gibt es ja - Beispiele sind koordinierte Meldeaktionen gegen harmlose Accounts.

Als Nutzer:in finde ich solche Anmerkungen meist interessant, sie geben mir potenziell (!) Kontext.

Als Beitragende muss ich sagen, dass mich der Ansatz nervt. Seit Musks Übernahme wird die Content Moderation immer schlechter, und jetzt sollen wir selbst das Problem lösen?

Ich bin bei Twitter jetzt auch für die "kollektiven Anmerkungen" freigeschaltet, besser bekannt als Community Notes.

Twitter nutzt diesen Ansatz verstärkt zur Contentmoderation via Schwarmwissen. Man kann Beiträge einordnen und kommentieren, die Kommentare werden wiederum bewertet. 🧵

Desinformation wird häufig eindimensional betrachtet, während weitere Perspektiven auf das Problem unzureichend beleuchtet werden. In unserem neuen Policy Brief stellen wir daher ein integratives Modell zum Umgang mit Desinformation vor, welches verschiedene Blickwinkel auf das Thema Desinformation beinhaltet, die unterschiedliche Aspekte, Probleme und Lösungsansätze beleuchten: Information, Sicherheit, Technologie, Sozialwissenschaft & die demokratiebezogene Perspektive. https://cemas.io/publikationen/integratives-modell-desinformation/
Informations­manipulation als komplexe Herausforderung

Desinformation wird häufig eindimensional betrachtet, während weitere Perspektiven unzureichend beleuchtet werden. Die bereits betrachteten Perspektiven sind wertvoll und tragen zum Verständnis von Desinformation bei, allein betrachtet werden sie der Komplexität des Problems aber nicht gerecht. Im vorliegenden Policy Brief wird daher ein integratives Modell zum Umgang mit Desinformation vorgestellt, das die Perspektiven Information, Sicherheit, Technologie, Sozialwissenschaft und Demokratie kombiniert, um das Problem Desinformation in seiner Komplexität zu erfassen und einzudämmen.

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