Ich bin bei Twitter jetzt auch für die "kollektiven Anmerkungen" freigeschaltet, besser bekannt als Community Notes.

Twitter nutzt diesen Ansatz verstärkt zur Contentmoderation via Schwarmwissen. Man kann Beiträge einordnen und kommentieren, die Kommentare werden wiederum bewertet. 🧵

Als Nutzer:in finde ich solche Anmerkungen meist interessant, sie geben mir potenziell (!) Kontext.

Als Beitragende muss ich sagen, dass mich der Ansatz nervt. Seit Musks Übernahme wird die Content Moderation immer schlechter, und jetzt sollen wir selbst das Problem lösen?

Wer sagt mir denn, dass Kommentierende sich auskennen und in guter Absichten handeln? Okay, wenn jemand etwas Falsches anmerkt, können andere das downvoten. Aber was ist mit koordinierten Bubbles? Die gibt es ja - Beispiele sind koordinierte Meldeaktionen gegen harmlose Accounts.
Selbst wenn Community Notes manipulationssicher wären - was ich für fraglich halte - ist es problematisch, dass Twitter eigene Pflichten zur Content Moderation eklatant vernachlässigt und dann die von dem resultierenden Diskursklima betroffenen User:innen selbst aufräumen lässt.
Musk spart sich mit der verstärkten Nutzung von Community Notes vermutlich einiges an Gehältern, Qualifizierung etc. User:innen kehren ehrenamtlich den Mist aus seinem Haus, und wenn Recht verletzt wird, dann ist Twitter nicht verantwortlich - weil das war ja die Community.
Was mir in der ganzen Geschichte rund um Content Moderation und Community Notes gänzlich fehlt, ist das Verantwortungsbewusstsein Musks für die Geschehnisse im eigenen Haus und den Einfluss, den diese auf den gesellschaftlichen Diskurs nehmen.
@LeaRichter
Bitte nicht falsch verstehen, aber warum berichtest du so ausführlich auf
#Mastodon über seltsame Prozesse bei #Musks #Twitter?
Ist das für die Leute hier interessant?
@ingo Ich weiß natürlich um die Birdsite-Abneigung auf Mastodon, trotzdem halte ich es für den Gesamtdiskurs schon für relevant, wenn so eine große Plattform in Sachen Content Moderation immer schlechter wird.