@sham beim
#jt23: „Wenn wir uns für diesen Beruf entschieden haben, müssen wir Verantwortung übernehmen, Lösungen aufzeigen und fragen: Was jetzt?“
Anatolii Podolsky: „Russland hat jedes Recht verspielt, den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg für sich zu verwenden.“ Interessanter Talk mit Anatalii Podolskyi (Historiker Kyjiw), Claudia Roth und Floriane Azoulay (Arolsen Archives) über Geschichtspolitik in Zeiten des
#Ukraine-Krieges im Jüdischen Museum Berlin.
@dielinke will jetzt Unterschriften gegen Waffenlieferungen sammeln. Ich kann ja verstehen, dass man Themen setzen will, wenn man an der 5%-Hürde lang schrabbelt. Aber mit dieser Art der Profilierung geht man wahrhaftig über Leichen. Und antifaschistisch ist das auch nicht.
Heute Abend in Frankfurt (Oder) bei einer Diskussion mit belarusischen Studi-Aktivist:innen gewesen. Denn trotz allem dürfen wir die Menschen in
#Belarus nicht vergessen.
(8/8) Gleichzeitig, möchte ich die Erfahrung in Russland nicht missen. Denn nun verstehe ich das imperialistische Weltbild besser, mit dem Russland diesen Krieg gegen die Ukraine führt und dem so viele Menschen in Russland blind folgen.
Hinzu kommt, dass man das Privileg, in einer freien Demokratie zu leben umso mehr schätzt und sich nicht erst einmal umdrehen muss, wenn man in der Öffentlichkeit etwas kontroverses sagt.
(7/8) Heute würde ich das nicht mehr so formulieren, denn es überhöht den russischen Imperialismus. Und ja auch ich bin damals auf den falschen Glauben hereingefallen, dass jeder der sich erfolgreich beruflich mit Osteuropa beschäftigen will, mit Russland beschäftigen muss.
(6/8) In den vergangenen Monaten habe ich oft darüber nachgedacht, ob es naiv war, nach Russland zu gehen, obwohl die Panzer schon an der Grenze der Ukraine standen, ja Teile des Landes schon seit 10 Jahren besetzt sind.
Ich habe damals geschrieben: „Wer die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine, in Kasachstan, in Belarus oder anderen osteuropäischen Ländern verstehen will, muss sich mit Russland auseinandersetzen.“
(5/8) Ich habe mit einer Demokratieaktivistin Tee getrunken, die nun als „ausländische Agentin“ gilt und im Exil in Europa lebt.
Und über die Stand-Up Comedy einer Studentin gelacht, die nun in Freiburg studiert.
Und ich habe auch Menschen kennengelernt, die jede Silbe der Propaganda im staatlichen Fernsehen geglaubt haben, mich aber am nächsten Tag stolz durch ihre Welterbe-Stadt geführt haben.
(4/8) Einer meiner Professoren an der HSE war wissenschaftlicher Direktor des Waldai-Klubs, einem kremlnahen Thinkthanks. Er sprach von einer „heiligen Mission“ die Russland nun zu erfüllen habe.
In der Tretjakow-Galerie habe ich einen Abiturienten kennengelernt, der sehr geschichtsbegeistert war und mich durch viele Museen in Moskau geführt hat. Über Politik haben wir kaum geredet, denn er wollte das in Russland wieder der Zar regiert.
(3/8) Während meiner 2 Monate in Russland habe ich die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt: Die Nachbarinnen im Plattenbau, mit denen wir Krimsekt getrunken haben und die sagten: „Über Politik reden wir nicht, denn wir können sie eh nicht ändern.“