Ich finde es generell sehr sehr fragwürdig, wenn dermaßen kontingente Entscheidungen mit irgendwelchen ökonomischen Theorien vorhergesagt werden. Letztlich gibt es hunderte Einflussfaktoren, auch kulturell, die überhaupt gar nicht abgebildet werden. Das dann auf eine Handvoll Optimierungsübungen zu reduzieren kann sinnvoll sein, aber wenn wir dermaßen rational wären, hätte niemand eine Riester-Rente gekauft.
Gerade dann sollte man aber auch seine Aussagen vernünftig untermauern.
Was dieser Beitrag macht, ist ja eine extreme Verkürzung von sowas komplexem wie Lebensgestaltung. Wenn man sagt "Frauen sind bereit, ihre Karriere komplett wegzuwerfen, weil der Grenzsteuersatz 5 Prozentpunkte günstiger ist", dann muss man dafür halt schon Belege liefern.
Insbesondere, wenn du dir auch einen anderen Ökonomen hättest suchen können, der dir aus der hohlen Hand genau das Gegenteil erläutert.
Natürlich kannst du gelangweilt von der Frage sein, aber die VWL liefert halt keine Antworten darauf.
Ja, VWL kann nützlich sein, aber ein bisschen Bescheidenheit wäre angesichts des Track Records dieser Wissenschaft halt schon angebracht.
Aber gerade dann solltest du gemerkt haben, dass die VWL oft genug mit Annahmen arbeitet, die in der Realität nicht so wirklich funktionieren.
Siehe oben, man kann Arbeitszeit nicht beliebig hoch- oder runterschrauben, sondern idR nur in größeren Schritten. Wenn man aber damit argumentiert, dass marginale Änderungen der Regeln zu marginalen Änderungen im Verhalten führen, muss man das auch belegen können.
Und allein die Annahme, dass sowas rational durchgerechnet wird, ist schwierig.
Möchtest du heute nicht konstruktiv diskutieren?
Mach nicht alle anderen für deine schlechte Laune verantwortlich, es gibt auch von dir selbst diverse Tonaufnahmen, in denen du die Ökonomie exakt so kritisierst, wie ich gerade.
Im Übrigen ist gerade der Fakt, dass ich VWL im Studium hatte, der Grund, warum ich sowas hinterfrage. Keine andere Sozialwissenschaft behauptet von sich, prädiktiv zu sein.
Ja natürlich, aber die Ökonomie ist jetzt nicht unbedingt unverdächtig, das zu übertreiben.
Oder um ähnlich schnippisch zu antworten: die meisten Menschen denken und handeln im Alltag nicht wissenschaftlich - inklusive aller anwesenden.
Mal eine ganz grundsätzliche Frage: gibt es Forschung, die diese ganzen Optimierungshypothesen in der Realität beweisen/zeigen kann?
In der Realität optimiert niemand ohne Family Office die Gehaltsstruktur nach irgendwelchen Grenzsteuersetzen und gerade in der Regel arbeitet man auch nicht eine Stunde mehr oder weniger, sondern 10, 20, 30, 40h, kaum was dazwischen.
Vielleicht kommt das im Aggregat dann trotzdem hin, aber mir kommt das alles sehr verkopft vor.
That's a pretty bad argument.
You claim, humanities define words precisely. That in itself is not true. Why would I have to prove that CS is better at it?
The entire premise is already wrong, in fact, redefining concept is the entire point of philosophy.
I'm sorry, humanities define terms precisely?
Then give the precise definitions of freedom, power, love, or being.
@CzCo @cyb3rrunn3r @dielinke @sixtus
Es gibt ja den bekannten Test "ersetz die Gruppe über die du redest mit Juden und wenn es komisch klingt, ist das was du sagst, wahrscheinlich problematisch".
Aber das geht auch andersrum. Ersetz in den Diskussionen hier mal Israel, Gaza, etc. durch andere Länder. Russland und Ukraine zum Beispiel. Und dann wirst du sehr sehr schnell merken, dass es dort eine sehr merkwürdige Schlussfolgerungen gibt.