Nein, sondern er soll Johannes heißen. (Lk 1,60)
Geburt Johannes des Täufers
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 1, 57–66.80
Für Elisabet erfüllte sich die Zeit, dass sie gebären sollte, und sie brachte einen Sohn zur Welt.
Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch großes Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr.
Und es geschah: Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und sie wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben.
Seine Mutter aber widersprach und sagte: Nein, sondern er soll Johannes heißen.
Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemanden in deiner Verwandtschaft, der so heißt.
Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle.
Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb darauf: Johannes ist sein Name. Und alle staunten.
Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen und er redete und pries Gott.
Und alle ihre Nachbarn gerieten in Furcht und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa.
Alle, die davon hörten, nahmen es sich zu Herzen und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn die Hand des Herrn war mit ihm.
Das Kind wuchs heran und wurde stark im Geist. Und es lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem es seinen Auftrag für Israel erhielt.
Tagesimpuls
Nein, sondern er soll Johannes heißen. (Lk 1,60)
Dieser kleine Streit um die Namensgebung fällt sofort auf. Ein moderner Mensch könnte fragen: „Wieso ist das so wichtig?“ Und die Antwort lautet: „Weil Gott es gesagt hat!“ Die Auswahl des Namens ist immer wichtig. Im Namen steckt sehr viel. Der Name ist zugleich auch eine Art Lebensprogramm für den Menschen. Aber hier ist noch viel mehr. Gott hatte zu Zacharias gesprochen. Er hat ihm genau gesagt, wozu Johannes bestimmt sein würde. Und Gott hat ihm gesagt, dass er ihm den Namen Johannes geben sollte.
Nein, sondern er soll Johannes heißen.
Trotz des Schweigens des Zacharias hat die Kommunikation zwischen ihm und Elisabeth funktioniert. Elisabeth weiß, dass Gott selbst den Namen des Neugeborenen bestimmt hat, und sie ist es, die das sagt (Zacharias kann ja noch nicht sprechen). Es wird betont, dass es niemanden in der Verwandtschaft gibt, der diesen Namen trägt. Damit wird ganz deutlich, dass es keinerlei Herleitung aus der Vergangenheit geben kann. Wir haben es hier mir einem übernatürlichen Wirken Gottes zu tun. Für alle Beteiligten wird damit deutlich, dass hier Gott gehandelt hat.
Nein, sondern er soll Johannes heißen.
Wenn ich sage, dass die Geburt des Johannes ein übernatürliches Wirken Gottes ist, dann ist das kein Gegensatz zur Natur. Wer nicht gläubig ist, könnte darin nur einen natürlichen Vorgang sehen. Wer gläubig ist, der sieht in allem immer das Zusammenspiel von Natur und Gnade. Jede Geburt ist zugleich ein natürlicher und ein übernatürlicher Vorgang. Bei jeder Geburt wirkt Gott mit, schafft ein neues menschliches Leben. Und immer hat Gott einen Plan für diesen Menschen.
Nein, sondern er soll Johannes heißen.
Eltern, die gläubig sind, erkennen in ihrem Kind ein Geschenk Gottes. Sie würden bei der Namensgebung auf Gott hören, welchen Plan er mit diesem Kind hat. Natürlich dürfen die Eltern ihr Kind nicht auf einen Plan festlegen, von dem sie meinen, dass es Gottes Wille wäre. Aber sie dürfen beten und hören und versuchen, dass zu fördern, was Gott in jeden einzelnen Menschen hineinlegt hat.
Gebet:
Gott, ich danke dir, dass bei der Geburt des Johannes dein Wirken besonders spürbar war. Lass uns unsere Mitmenschen und uns selbst mit deinen Augen sehen. Lass uns erkennen, was du in uns hineingelegt hast. Und hilf uns, dass zu fördern, damit wir alle immer mehr in unsere Berufung hineinwachsen.
Pastor Roland Bohnen
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