«Es handelte sich nicht nur um einfache Menschen­rechts­verletzungen. Wir sprechen hier von Kriegs­verbrechen und von Völkermord.» sagt ein ehemaliger Google Zürich-Mitarbeiter zu mir.

Vor 2 Jahren habe ich aufgedeckt (Mitarbeit von Balz Oertli, WAV Recherchekollektiv), dass es innerhalb von Google Zürich beginnt zu rumoren. Früher hat Google einen offenen kritischen internen Diskurs gepflegt. So haben die Proteste noch 2018 dazu geführt, dass Google keine Zusammenarbeit mit dem Pentagon heute inne hat beim Projekt Maven (was heute nun Palantir macht).

Doch das ist heute anders: Kritikerinnen im Intranet werden mundtot gemacht und in Sitzungen gnadenlos abgestraft oder ignoriert.

Der Grund: Projekt Nimbus. Gemeint ist damit der Rahmenvertrag der "freien" Nutzung von Google KI und Rechenzentren durch das israelische Militär in Gaza.

Sein Team habe an KI- und Daten-Tools gearbeitet, die sehr nah beim Projekt Nimbus waren. «Und das war für mich wirklich problematisch.»

Denn die Google Cloud-Infrastruktur enthält Funktionalitäten wie Gesichtserkennung und Objekterkennung.

Das Schweizer Aussen­departement leitete aufgrund meiner Medienanfrage eine Unter­suchung wegen allfälliger Verstösse gegen das sogenannte «Söldnergesetz» in die Weg ein. Damit werden Schweizer Firmen reguliert, die Dienstleistungen für Kriegsparteien erbringen. Die "Unter­stützung der IT-Infrastruktur für Kriegslogistik" fällt auch unter das Gesetz.

Das EDA kam nach 1 Jahr Beratung zum Schluss. Nein: Google Schweiz fällt nicht unter das Söldnergesetz.

Ich hatte nach Monaten endlich Einblick in die ungeschwärzte Untersuchung. Darin steht: Google Schweiz-Personal bietet der israelischen Regierung Beratungsdienst­leistungen an, unter anderem zum Identitäts- und Zugangs­management sowie zur Schnittstellen­integration.

Und auch bei der Nutzung von KI.

Was jedoch noch viel brisanter ist:

Mir liegen noch weitere Dokumente vor.

Das Militär hatte Fragen an den Google-Konzern kurz nach dem 7. Oktober 2023 gestellt, also kurz nach den Terror­anschlägen der Hamas gegen Israel und dem Einmarsch in Gaza.

Ein Projektverantwortlicher aus den USA wies die Anfragen anschliessend verschiedenen Google-Ingenieurinnen zu, unter anderem auch in Zürich.

Inhaltlich geht es um Fragen der Armee zur Verarbeitung von Bildmaterial

Damit steht fest: Google Zürich unterstützt das israelische Militär, und zwar bei Fragen der Cloud-Infrastruktur sowie der verschiedenen KI-Funktionen.

Die Reaktionen aus der Politik dazu...und warum die Schweiz jetzt mit anderen Wassenaar-Staaten derzeit verhandelt, ob die Cloud-Infrastruktur unter die Exportkontrolle fallen muss.

=> https://www.republik.ch/2026/06/16/wie-google-schweiz-fuer-israel-arbeitet

Credits für GIF: Doug Chayka

@adfichter Im größeren Zusammenhang vllt. auch interessant:

https://www.mayrhofer.eu.org/post/leaving-google/

Why I’m Forced to Say Farewell: Google Management Has Lost Its Moral Compass | René Mayrhofer

I am forced to leave Google with 2026-08-31 because of the deal with the US Department of War, which is incompatible with my ethical principles.

René Mayrhofer
@adfichter Großen Respekt für Ihre Beharrlichkeit und Ihr Engagement. Und vielen Dank für das teilen hier auf Mastodon. 💪
@skywalkersHand Das @republik_magazin Magazin für welches sie unter anderem schreibt hat sogar eigenen Fedi Server. ✊

@adfichter
"Don't be evil"
Ehemaliges Motto von Google.

Jetzt: "Be evil".

Diese Krake/Geschwür ist nicht mehr loszubekommen. Da ist die EU gefordert, dieses Monster, und andere Datensammler und Datenverräter zu zerschlagen.

@adfichter wait, es wäre also problematisch wenn Google in Europa also Dienste betreibt die aktiv an Drohnentötungen usw. mitwirkt?
@g0rb so sagte der mitarbeiter das...
@adfichter also nehmen wir mal an, man würde ein Drohnenterminal in der europäischen Google Cloud finden, dann wäre das problematisch?
@adfichter Es kommt der Tag, da werden nicht nur Staaten und Militärakteure für ihre Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen, sondern auch die Unternehmen, die die Kriegsverbrechen in dem Umfang ermöglicht haben.
Vielleicht braucht es das erst, dass Einnahmen aus solchen Militärverträgen eingezogen und für Reparationszahlungen verwendet werden.
Am liebsten wäre es mir jedoch, wenn Unternehmen von sich aus das richtige tun und keine Verträge eingehen, durch die Menschen Schaden nehmen können.