„Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.“

– Ignaz Wrobel

aus https://de.wikisource.org/wiki/Der_bewachte_Kriegsschauplatz

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Der bewachte Kriegsschauplatz – Wikisource

Krieg dem Kriege

Der Ausspruch «Soldaten sind Mörder» stammt von Kurt Tucholsky, formuliert in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen. Er ist aktueller denn je. Aber wie genau sah Tucholskys Pazifismus eigentlich aus?

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@funz Wie Tucholski sagt, nutzt es nichts, dem Wolf entgegenzublöken; der "Krieg dem Kriege" im Inneren findet leider nicht statt bzw. er wird vom kriegstreibenden Staat dominiert. Ein innerer Widerstand kann erst erfolgreich sein, wenn der entsprechende Staat von außen so geschwächt wurde, dass ihm die Ressourcen fehlen, seine inneren Gegner zu bekämpfen. Daher halte ich diese Dichotomie innerer Widerstand/Krieg zwischen Staaten für unpassend; Ersteres benötigt Letzteres.
@funz Ich glaube auch, dass Tucholskis Analysen von Kriegen zwischen ähnlich starken und ähnlich aggressiven Staaten ausgehen und daher keiner zu verteidigen sei (hauptsächlich von WK1 geprägt?).
Der "Normalfall" ist aber eher, dass ein übermächtiger Staat einen (vermeintlich) chancenlosen Staat überfällt.

@funz Ohne militärische Niederlage in Ukraine wird es keine ernsthafte russische Opposition geben, die das System von innen zerstören könnte.
Umgekehrt kann z.B. der Krieg gegen das iranische Regime nicht ohne Einbindung der iranischen Opposition gewonnen werden, zumindest nicht mit halbherzigen Angriffen zu Propagandazwecken (Trump).

Ich denke, Krieg muß vermieden werden, solange es geht. Wenn er aber da ist, sollte man ihn auf der "richtigen" Seite mit aller Härte führen, Augen auf und durch.

@funz "Krieg muss vermieden werden" meint bei mir wohlgemerkt nicht, dass man Genozide an der eigenen Bevölkerung nicht militärinterventionistisch stoppen soll. Mein Kriegsbegriff macht sich nicht an der Staatlichkeit der Akteure fest. Wenn z.B. Mullahs zehntausende Menschen auf den Straßen ermorden, ist der Krieg bereits da, nicht erst durch Intervention von außen.
@Schafstelze danke dir für deine Antwort und ich schätze den Austausch gerade weil wir nicht ganz auf einer Linie liegen. Ich versuche im Laufe des Tages darauf zu reagieren