40 Jahre lang habe ich Kraft nicht dafür verbraucht, voranzukommen.

Sondern dafür, nicht unterzugehen.

Wie viele Milliarden Joule Energie, wie viele Liter Tränen, wie viele Tonnen Schmerz und wie viele Meter Maskierung stecken in einem Leben ohne Diagnose?

#adhs #ADHSErwachsene #neurodivergent #adhsdiagnose

@pharmafuxx wie bist du zu deiner Diagnose gekommen, wenn ich fragen darf?
@lara_vm da bin ich (mithilfe meiner Frau) selbst draufgekommen, sodass ich mit dem Verdacht zu einer Praxis für Neurodivergenz im Erwachsenenalter gekommen bin, die dann schließlich die Diagnosen gestellt haben.

@pharmafuxx

Es ist so abgefuckt, oder?!

Bei mir waren es sogar mehr als 40.

Als ich das erste Mal von AD(H)S hörte, war es in einem Spiegel-Artikel, wo sie überheblich (Spiegel eben), darüber berichteten, dass man in den USA unruhige Kinder mit Medikamenten ruhigstellte.

Dass es überhaupt eine Form gibt, wo es sich nicht grundsätzlich in physischer Hyperaktivität äußert (die "träumende Chaosprinzessin" - das bin ich), habe ich erst kurz vor der Diagnose erfahren (um 2015).

@mina ja, krass. Ich habe das bei mir auch nie im Betracht gezogen, weil ich kein zappeliger Junge war mit unordentlicher Handschrift. Bei mir kommt noch Autismus und Hochbegabung dazu, was sich gegenseitig überlagert und mich für andere Menschen zwar irgendwie „anders“ wirken lässt, aber nicht neurodivergent durch meine Kompensation und Masking…

@pharmafuxx

Dazu kommt noch dieses ganze Darstellen als "Modediagnose" (noch schlimmer ist nur noch Depression oder sogar ME/CFS als "Faulheit").

Autismus stelle ich mir schwierig vor, vor allem durch die vielen Vorurteile.

Die Hochbegabung ist leider an mir vorbeigegangen. Ich kann eigentlich nichts wirklich gut.

@mina Meine Hochbegabung dient im Wesentlichen dazu, dass ich in der neurotypischen Welt nicht untergehe. Sie vermittelt zwischen den Gegensätzen des Autismus und ADHS. Und sie macht mich manchmal blitzschnell Kopf, sodass ich wirklich witzig bin. Dann ist auch schon alle Kraft verbraucht. Keine Energie mehr, um Schachweltmeisterin zu sein 😉.

@pharmafuxx

Das, was du beschreibst, kann ich doch prima nachvollziehen.

@pharmafuxx

Kenne ich. Meine Diagnose ist so mit 45 Jahren gestellt worden. Ich war gerade 44 geworden, als eine Freundin meinte, sie hätte die Diagnose ADHS gerade bekommen, jetzt Tabletten und seither ginge es ihr besser. Also sie habe immer noch Schwierigkeiten mit ADHS, aber nicht mehr mit Depressionen. Sie sähe bei mir ähnliche Symptome, ich solle das mal abchecken lassen.
Als ich das erste Mal mit Depression fehldiagnostiziert (?) wurde, war ich 21.

@lehrerseele I feel you. Ich dachte auch seit 20 Jahren, ich hätte Depressionen. Oder Burn-out, wäre faul, unfähig mein Leben zu auf die Reihe zu bekommen…