RE: https://mastodon.social/@pallenberg/116707438514912289

Nach Hören dieser Folge war ich neugierig. LibreOffice kenne ich schon, funktioniert mit VoiceOver auf dem Mac mehr so meh bis nicht wirklich. Pages, Numbers & Co. sind hier ganz klar die Platzhirsche. Habe mir dann eben mal OnlyOffice runtergeladen. Ich komme nicht mal am ersten Bildschirm vorbei. Ich sehe drei unbeschriftete Buttons, und das war’s. 👎 👎 👎 Ich hoffe, #EuroOffice hat eine tragfähige Barrierefreiheitsstrategie.

Denn bisher ist es so, wer im professionellen Umfeld als blinde*r Arbeitnehmer*in Office-Anwendungen nutzen muss, kommt wegen der besten Barrierefreiheit an Microsoft nicht vorbei. Europa braucht also nicht nur eine Strategie für die digitale Souveränität, sondern eine Strategie, die bei dieser digitalen Souveränität auch die Barrierefreiheit mit berücksichtigt. Die Erfahrung zeigt leider, dass das vielfach komplett übersehen wird, gerade im Open-Source-Bereich.

@marcozehe Äh. Die Behinderten mit denen ich es zu tun habe, sagen mir durchgehend, dass Apple besser als Windows sei. Aber gut. Lassen wir so stehen

Bei Open Source sehe ich derzeit viel Support von a11y bei neuen Frameworks.
xilem für rust zum Beispiel hat das integriert. Allerdings sind das die Frameworks, die keine finanzielle Unzerstützung bekommen …

Linux ist ja noch immer viel Ehrenamt und spendenbasiert. Und leider sind Betroffene deswegen selten auch nicht Entwickler 1/2

@jackpearse Ich sehe das ganz genauso. Und mit den aktuellen Versionen aus dem Creative Studio hat Apple beim Office-Support mit VoiceOver auch noch einmal ordentlich eine Schippe draufgelegt. Aber was die tiefe Integration von JAWS und NVDA mit Microsoft Office über 20 Jahre geschaffen hat, ist im Büroalltag leider nicht wegzudiskutieren. Das hatte ich damit gemeint. Da müssen andere Angebote doch noch viel aufholen.
@jackpearse Und wenn die großen Linux-Firmen wie Red Hat, Suse und so, die mit dem Server-Geschäft echt gut verdienen und die Desktops in die eigenen Distributionen kloppen, einen Teil ihres Kapitals in Arbeitskraft investieren würden, die sich u. a. auch um die bessere Barrierefreiheit in den verwendeten Desktops kümmert, wäre diesen Desktops noch viel mehr geholfen, und es hinge nicht nur an Ehrenamtlichen.

@marcozehe Wenn Bkinde Programmierer da mitmachen würden käme auch deren Input rein.

Man kann ja bei Frameworks Spenden oder den Maintainer mt Geld versorgen. Das kann man ja jederzeit tun. Auf github findet man oft Kontakt zu denen.

Vielleicht kann man da mal Spendengelder gelzielt einsetzen.

@jackpearse Die blinden Programmierer*innen, die ich kenne, haben meist einen Job, wenn sie gut sind, oder sind noch in der Ausbildung oder so. Oder wenn sie arbeitslos sind, haben sie kaum die finanziellen Mittel, irgend etwas an irgendwen zu spenden. Aber die blinden Programmierer*innen, die es gibt, sind tatsächlich meist schnell vom Markt, und dann nur sehr selten im Linux-Umfeld.

@marcozehe Eben. Genau das was Du schreibst. Mit den Blinden und ihren Jobs.

Das ist genau das Dilemma. Ich fand auch die Icons und Displaymanager für Nicht-Blinde waren immer der Horror. Proportionen der Icons aus Designer-Sicht eine Kathastrophe. Linux/aopen Source ist weniger wie ein Produkt, wo man Anspüche stellen kann. Sondern eher wie ein Verein, wo der Recht hat, der mit macht. Hätte da auch gerne bessere Normen. Aber es bewegt sich was.

@marcozehe Hast du schon mal den neuen in Rust geschriebenen Cosmic Desktop getestet? Taugt der was für Blinde?

Ich finde für Otto Normal ist das ganz gut. Noch sehr jung. Und der Filemanager lässt zu wünschen übrig. Aber was ich da bisher sehe ist ein Hoffnungsschimmer.

Es hilft auch oft in git ein „Issue“ zu schreiben und Wünsche zu äußern. Viele
maintainer gehen drauf ein. Dein Tipp mit AccessKit zum Beispiel.

@jackpearse Nein, ich bin auch nicht wirklich in der Lage das zu tun. Ich schaffe das mental nicht mehr, aus gesundheitlichen Gründen. Früher habe ich mit verschiedenen Linux-Distros rumgespielt und ausprobiert. Meistens frustriert aufgegeben, und seit einigen Jahren lasse ich ganz die Finger davon. Ich bin jetzt nur noch iOs und Mac Nutzer und glücklich damit. Als Rentner brauche ich nicht mehr.
@jackpearse So etwas wie eine Web Applikation zu testen geht schon mal hin und wieder. Aber mich mit dem ganzen anstrengenden Kram einer Linux-Distribution herumzuschlagen, das schaffe ich nicht mehr. Das müsste auch in einer VM laufen, was ja noch wieder ganz eigene Herausforderungen mit sich bringt, denn PC-Hardware habe ich keine mehr hier und plane diesbezüglich auch keine Neuanschaffung.

@marcozehe Ich und viele meiner Kollegen sind auch fertig mit Neuanschaffung.

Denke die US-Anbieter haben mit ihrem Scheiss ganze Arbeit geleistet.

@marcozehe Eben. Der Kommerz ist das Schwarue Loch. Schwierig.