Luhmann nannte seinen Zettelkasten einen „Kommunikationspartner“ — ein Gegenüber, das ihn überraschen konnte. Die Metapher war immer etwas mystisch: Der Kasten antwortete ja nicht wirklich.

Jetzt kann er es. Ein KI-Agent liest den Vault, sichtet die Inbox, legt Quellen an, schlägt Verbindungen vor. Eric J. Ma beziffert den Effekt: Pflegeaufwand von 30–40 % auf unter 10 %.

Das Finale meiner PKM-Serie. 🧵

Aber die entscheidende Grenze bleibt: Der Agent verarbeitet — er denkt nicht. Zusammenfassen ist nicht Verstehen, ein Vorschlag keine Einsicht.

Die Zettel, die eigenen Gedanken, schreibe ich. Eine KI-Zusammenfassung ist die KI, die denkt, nicht ich. Der Generation Effect — selbst Formuliertes wird tiefer verarbeitet als Gelesenes — lässt sich nicht auslagern.

Und der Haken: KI senkt die Kosten des Sammelns drastisch — und macht damit die Collector's Fallacy größer. Die Input Tax wird wichtiger, nicht unwichtiger.

Dazu zwei Preise, die untergehen: Wer den ganzen Vault einem Cloud-Modell füttert, kopiert sein zweites Gehirn auf fremde Server. Und Hirschs Allmende-Frage trifft — PKM nimmt aus dem Netz und gibt nichts zurück.

Die Antwort auf beides: zurückgeben. Privat denken, öffentlich teilen. Diese sieben Texte sind selbst der Beweis — die Input Tax, öffentlich bezahlt.

Das Finale der PKM-Serie:

https://blog.jochen-tetzlaff.online/pkm/teil-7-pkm-und-ki

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PKM und KI: Wenn der Agent mitdenkt

Sechs Teile lang war die KI nur ein stiller Mitarbeiter im Hintergrund. Jetzt rückt sie in den Vordergrund: Was kann ein Agent im Vault wirklich, wo verläuft die Grenze zwischen Arbeit-abnehmen und Denken-abnehmen – und was passiert mit Luhmanns „Kommunikationspartner“, wenn er plötzlich selbst antwortet? Der letzte Teil der Serie.

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