Zwischenfazit bei den Digital Heroes
Ich unterstütze aktuell die Digital Heroes Reihe, die von Wibke Matthes und Arthur Seidel in diesem Sommersemester gestaltet wird. Es ist auf den ersten Blick eines von vielen weiteren Online-Lernangeboten zum Thema Künstliche Intelligenz. Genauer betrachtet steckt aber noch viel mehr darin, weil es zugleich ein Experiment ist, wie im Online-Kontext zu gesamtgesellschaftlich relevanten Fragen gelernt und im Austausch mit anderen Orientierung, Sinn und Gestaltungsfähigkeit entwickelt werden kann.
Dazu kombiniert die Reihe zahlreiche Impulse mit einer Einladung in Online-Communities, die bewusst divers zusammen gesetzt sind mit Menschen aus Unternehmen, Lehrenden an öffentlichen Bildungseinrichtungen und Studierenden. In diesen Communities ist Raum, um sowohl die Impulse zu reflektieren, als auch als Gruppe an gemeinsam entwickelten Fragestellungen zu arbeiten. Ein bisschen erinnert das Setting somit an Learning Circles, wobei die Impulse, die Funktion der zur Verfügung stehenden Materialien erfüllen.
Um den Experimentier-Charakter durch Reflexion zu unterstützen und gerade dadurch gemeinsam zu lernen, gab es gestern ein innehaltendes ‚Zwischenfazit‘, in dem Raum für Community-übergreifenden Austausch und Reflexion war. Wir stellten uns also die Frage: Wie erleben wir das Lernen bisher und wie können wir es im vor uns liegenden Teil zwei noch besser gestalten.
Ich hatte das Zwischenfazit unter den Oberbegriff der ‚Zumutung‘ gestellt. Ich mag diesen Begriff, weil er sich unterschiedlich verstehen lässt: Eher negativ ‚Unerhört, was mir da zugemutet wird‘ oder eher positiv im Sinne von Lernen: ‚Ich mute mir etwas zu, um zu wachsen!‘.
Genau diese beiden Varianten von Zumutung haben wir dann auf drei Ebenen reflektiert:
- Die Ebene des individuellen Lernens.
- Die Ebene der Gruppenbildung und Zusammenarbeit (orientiert am Teambuilding Modell von Bruce Tuckmann mit den Phasen: Forming, storming, norming, performing – wobei vor allem die ’storming‘-Phase hier die ‚Zumutungs-Phase‘ ist.
- Die Ebene der Technologie, wobei es bei Zumutung hier vor allem darum geht, über eine vielleicht auch ‚zumutende‘ Nutzung zu einem Verstehen und Gestalten zu kommen.
Darauf aufbauend nutzten wir dann die ‚Dramafreiheit‘ von Holger Heinze, um zu überlegen, wie wir zukünftig weiter lernen möchten. Dramafrei bedeutete hier: Möglichst auf die wachstumsorientierte Seite der Zumutung zu gelangen und nicht Opfer, Schurke oder Retter zu sein, sondern Gestalter*in, Herausforderer*in und Coach.
Danke für den guten Austausch und für die Zusammenarbeit mit Wibke. (Den Grundsatz ‚Never host alone‘ aus dem Art of Hosting haben wir gestern für uns so übersetzt, dass wir während der BreakOut-Austauschrunden unseren eigenen Austausch im Plenumsraum hatten. Das war sehr schön! 🙂)
#MethodenLernformate