DEC ist ein etwas unglückliches Beispiel. Der Markt wo DEC etabliert war, war primär im wissenschaftlichen, technischen Umfeld also Engineering, CAD/CAM/CAE. Steuerung von komplexer Systemen u.v.a.m.- in der Ecke Mainframes - primär kaufmännische Anwendungen wo sich Firmen wie IBM, Siemens, Amdahl, Bull etc. tummelten, ist DEC eher eine Randerscheinung gewesen (dort wo Hochverfügbarkeit ein Thema war).
DEC war auch hochgradig innovativ: VMS lief schon als Clusterbetriebsystem und hatte Netzwerkfunktionen wo andere das noch gar nicht buchstabieren konnten. Ditto ist DEC auch das Unternehmen was als erste 64-Bit Rechner (DEC Alpha) baute und da auch Pionierarbeit leistete.
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Zum Untergang von DEC hat sicher ein sehr unglückliches Marketing mit viel zu großer Produktpalette von nicht wirklich kompatiblen Systemen beigetragen und nachdem das Unternehmen zunehmend filetiert wurde, ist dann zum Schluß auch nix tragfähiges mehr dagewesen.
Übrigens: Ein erklecklicher Teil der Entwicklertruppe vom DEC VMS Betriebssystem unter Dave Cutler ging 1988 zu Microsoft um dort Windows NT zu entwickeln, was immer noch die Basis aller nachfolgenden Windows Versionen ist.
An der DEC-Technik lags also nicht..
An der Technik lag es definitiv nicht: Auf den Alpha gab es neben VMS ja ich noch Ultrix und Win NT. Und in meiner Firma haben wir damals die Alphas hauptsächlich mit Win NT verkauft: Einigermaßen kompatibel zu den 386 Ein Kisten, aber rasend schnell bei CAD/CAE Anwendungen.
VMS lizenzieren wäre vielleicht eine Möglichkeit gewesen, aber ich denke, da hätte man vor dem Boom der Unix RISC Maschinen anfangen müssen.
Mein Handy hat 1.000x mehr Hauptspeicher, 1.000x mehr Festspeicher und ist 1.000x schneller als der erste Großrechner, an dem ich gearbeitet habe.
Das ist im Grunde (verglichen mit dem, was Politiker in der Energieversorgung sich unter neuen Technologien vorstellen) keine Innovation, sondern Skalierung. Innovation war die Idee des Computers.
Bei der Energieversorgung mit Solar, Wind und Speicher geht es um Skalierung.
@chrisstoecker Ja, klar, Missmanagement (oft durch Arroganz und Unfähigkeit) kann erfolgreiche Unternehmen in kurzer Zeit ruinieren.
Aber der Vergleich von Stromnetzen und IT hinkt etwas arg.
Denn in der IT pendelt es (quasi in einem Schweinezyklus) immer irgendwie zwischen „dezentral/client“ und „zentral/server“ (je nach Abstraktionsebene) hin und her, und mit der Cloud pendelt(e) es wieder mehr Richtung „zentral“.
PCs und mobile Geräte sind da bei Cloud-Anwendungen auch nur noch „dumme“ Eingabe-/Anzeigegeräte (quasi wie die früheren DEC-Terminals), und die Programme/Daten liegen auf entfernten Servern (Großrechner, „Cloud“).
Ja, wir brauchen andere, bessere Stromnetze und -konzepte für die erneuerbaren Energien – aber bitte nicht wie beim PC, der für mich das Sinnbild der Unzuverlässigkeit ist.
@chrisstoecker Ich glaube das Hauptproblem zu erkennen. Immer dann, wenn es um Innovation geht, fragt man den/die Marktführer was man denn fördern sollte. Deshalb hatten wir beispielsweise Teletex, einer Art E-Mail... nur halt zwischen Speicherschreibmaschinen. Oder die "Breitbandkabelnetze" auf Koaxbasis anstelle von Glas, weil man so schneller Privatfernsehen einführen konnte, etc.
Innovation kommt fast nie von den Marktführern... aber die spenden halt gut.
Hallo @Bundesregierung
@BMWK
bitte lesen: »Das Dilemma des Innovators: Wenn neue Technologien dafür sorgen, dass große Unternehmen scheitern« vom 2020 verstorbenen US-Ökonomen Clayton Christensen.
Wir brauchen Ihre Unterstützung zum Erreichen der Pariser Klimaziele
@chrisstoecker
Vielleicht kam auch noch die Arroganz der deutschen Automobilindustrie dazu, dass man selbst nun mal am besten sei im Autos bauen und dass Akkus nur eine Ausstattung wären, die sich ohne große eigene Involvierung günstig einkaufen lassen würden. Software übrigens sei wohl auch eher nachrangig in der F&E, weil sie nur den guten Fahrzeugbau untertstützen muss.
Das gute Auge für ein gleichmäßiges Spaltmaß.
Andere planen das Fahrzeug, nachdem Batterie und Software entwickelt sind.
"Arroganz der deutschen Automobilindustrie"
Das trifft es am Besten und wenn man mal ehrlich hinschaut, wird nicht nur der Akku günstig eingekauft sondern fast alles. Die dengeln nur Bleche, lackieren und endmontieren