Wenn das das eigentliche Problem wäre, dann wäre die Welt in Ordnung. Aber das eigentliche Problem ist heute in Ländern wie Deutschland: Geld.
@_RyekDarkener_ Eine Kombination aus Geld und aus unserer Grundeinstellung, dass Kinder optional sind, würde ich sagen.
In anderen Teilen der Welt führt "kein Geld" nicht wirklich dazu, dass Paare keine Kinder mehr bekommen.
Soll nicht heißen, dass finanzielle Gedanken im Bezug auf Kinder verkehrt sind (ich denke selbst auch so und fühle mich "zu arm" für Kinder), ich würde nur sagen, die Einstellung ist relativ neu und relativ "westlich".
was ist eigentlich dieses "westlich"? unrussisch? unchinesisch? unjapanisch?
Geld haben oder Geld nicht haben macht da heute keine kulturellen Unterschiede mehr.
Heute lässt sich mit einem überdurchschnittlichen Einkommen keine Familie mit Kindern finanzieren. Es braucht dafür zumeist zwei überdurchschnittliche Einkommen Heißt konkret Miete für 3-4 Personen, Essen, Kleidung, Rücklagen, sehr wahrscheinlich Auto weil Stadtwohnung zu teuer, usw. Zwei mal Medianeinkommen reicht dafür NICHT mehr. Ob das nur ein "westliches" Problem ist, weiß ich nicht. Kinder bekommen, die man sich nicht leisten kann, heißt Sklaven für die Reichen zu produzieren.
Nein, das ist auch ein "östliches" Problem: China hat seine berühmt-berüchtigte Ein-Kind-Politik schon längst beendet. Heute verursacht auch dort ein Kind so hohe Kosten, daß es meist nur für ein Kind reicht - oder gar keins.
@isfies @_RyekDarkener_
Kinder Kinder!
Geld???
– ich dachte es ist eine "Verantwortungs" Frage.
Die sich Vater Staat und Erziehungsberechtigte stellen müssen.
Neu in dem Sinne, dass früher die Kinder tatsächlich die Altersversorgung waren für den größten Teil der arbeitenden Bevölkerung. Letztlich ein Zeichen, dass unsere kulturelle Entwicklung entweder nicht mit der technischen mitgehalten hat, oder dass wir im Laufe der Zeit individuellen Komfort zu Lasten anderer zum Standard erklärt haben, ohne die Folgen reflektieren zu wollen. Denn mit begrenzten Ressourcen Monopoly zu spielen führt zwangsläufig dazu, dass einer am Ende alles hat.
@_RyekDarkener_ Wenn es mein größter Herzenswunsch wäre, ein Kind zu haben, würde mich das nicht abhalten. Es gibt staatliche Hilfen und es ist nicht entscheidend, dass ein Kind in einer wohlhabenden Familie aufwächst, sondern in einem funktionierenden und liebevollen Umfeld.
"Mehr Geld" macht alles einfacher, aber das ist nicht der einzige Faktor. Geburtenrate in Europa ist bei einkommensstarken Paaren am niedrigsten und im unteren Drittel der einkommensschwächeren Paare am höchsten.
Wir sind uns wohl darin einig, dass eine liebevolle Beziehung zu Kindern eine familiäre und gesellschaftliche Selbstverständlichkeit sein sollte.
Dennoch ist es kaltlogisch so, dass Menschen, die sich ihren Herzenswunsch erfüllen, damit oft andere Menschen perspektivisch unglücklich machen werden, was vermeidbar gewesen wäre. Das bezieht sich nicht nur auf Kinderwunsch.
@isfies @_RyekDarkener_ und doch gibt es wohl Anzeichen, dass es sich auch umkehren kann: https://www.mpg.de/12041447/steigende-geburtenraten-mit-hoeheren-einkommen
Tl;Dr: es wird angenommen, dass da Familienpolitik eine große Rolle spielt.

Lange glaubten Demografen, dass in reicheren Bevölkerungen weniger Kinder pro Frau zur Welt kommen. Doch dies stimmt für Europa nicht mehr. Dort tendieren heute Regionen mit höherem Einkommen zu höheren Geburtenraten, wie Forscher des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock und der Freien Universität Berlin festgestellt haben.
@isfies @_RyekDarkener_ und auch dieses an "Grundhaltung" oder Finanzen zu koppeln ist viel zu einfach gedacht. Das sind sehr viele gründe: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/demografischer-wandel-350/507788/die-ursachen-der-geburtenentwicklung/
Ja es gibt einen Zusammenhang zwischen "Industrieländern" und weniger Kindern, aber das kann zb auch wegen des Zugangs zu Verhütungsmitteln. Außerdem sinken die Gbeietenraten aber auch in Schwellenländern.
Hier ein Bericht dazu: https://www.derstandard.at/story/2000089562615/fertilitaetsrate-weltweit-seit-1960ern-halbiert
Wie man sieht, dass auf "Haltungen" oder ähnliches zu begrenzen greift zu kurz.
Es gibt viele Staaten welche erfolglos versuchen mit finanziellen anreizen die Geburtenrate zu erhöhen. Am Geld liegt es nicht.
Der Kinderwunsch ist auch gleichbleibend, zumindest laut Umfragen aus Österreich.
Bleibt noch die Medizin. Sinkende Spermienzahl, sinkendes Testosteron, etc.
Alles nachweisbar, bisher fehlt aber noch ein Beleg zur klinischen Relevanz.
Ich hohle mal den Klassiker raus 😃
Der Artikel endet ja mit der Fragestellung ob wir einen weltweiten Geburtenrückgang sehen werden. 🫣
https://scilogs.spektrum.de/fischblog/hodencovid-sars-cov-2-und-die-fruchtbarkeit/