Nach zwei Jahren Bezahlkarte zieht taz-Autor Martin Sökefeld Bilanz: Mit der Einführung der Karte habe die Politik zwar erreicht, das Leben von Geflüchteten schwieriger zu machen. Doch „Repression bring Solidarität hervor“.

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Kein Mensch nimmt den gefährlichen „irregulären“ Weg nach Deutschland auf sich, um hier 455 Euro im Monat zu kassieren, und niemand lässt sich per Bezahlkarte davon abbringen, selbst wenn man nur 50 Euro in bar davon abheben darf.
Wenn sie erst einmal hier sind, wollen die allermeisten Geflüchteten arbeiten, sie werden aber viel zu oft vom repressiven Asylsystem daran gehindert. So schafft die Politik Zuwanderung in die Sozialsysteme statt in den Arbeitsmarkt.
Seit zwei Jahren gibt es bundesweit zahlreiche Initiativen, die die Einschränkungen durch die Bezahlkarte lindern, so gut es geht. Geflüchtete kaufen mit ihrer Karte Gutscheine bei Supermärkten, Discountern oder Drogerien und tauschen diese bei den Initiativen gegen Bargeld ein.
Man könnte sagen, das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Es zeigt aber: Jahrzehntelange repressive Politik gegenüber Geflüchteten hat die Solidarität nicht zerstört.
@tazgetroete Mit anderen Worten: Würde man, wie bei jeder anderen Kreditkarte, Barauszahlung erlauben, würde sich nix ändern. Außer der Schikane und dem geringeren Aufwand für die Behörde.