RE: https://legal.social/@malteengeler/116602269912605372

Dieser Text ist nicht radikal, er ist ehrlich. Ich erlebe diese schleichende Selbstzensur in meinen Gesprächen mit NGO-Menschen und ich lese sie zwischen den Zeilen ihrer Presseerklärungen. Ich schreibe das nicht als Vorwurf. Ich schreibe das vor allem ratlos. Wir alle erleben gerade gemeinsam, wie progressive Positionen als "extrem" markiert werden. Und ich sehe praktisch keinen Widerstand. Ich sehe stummes Anpassen und Sich-Fügen.

@malteengeler glaube die Antwort kann nur sein, dass alle die es sich leisten können radikal linkere Positionen vertreten müssen und keine Angst haben dürfen vorm anecken. Das lässt die anderen automatisch gemäßigter wirken.
@sonjalemke @malteengeler
@alineblankertz

Der @LordCaramac schrieb neulich mal (in ähnlichem Kontext):
"Es müsste eine radikale linke Partei geben, die immer maximale Forderungen stellt."

Der Beitrag war länger, ich krieg das nicht mehr zusammengefasst.
Vielleicht mag er das hier nochmal ausführen?

Ich fand es sehr lesens- und nachdenkenswert!
@[email protected] @malteengeler @LordCaramac @sonjalemke @alineblankertz

So läuft das mit Jungparteien ziemlich oft. Sie sind deutlich zugespitzter und radikaler als ihre Mutterparteien. Dadurch können die Hauptparteien später moderater wirken und Teile dieser Forderungen leichter umsetzen. In der Schweiz sieht man das gut bei SP und deren Jungpartei der JUSO.
💪
@DopaScout
Das mag schon so sein, aber zB die Piraten waren keine "Jungpartei" einer "Mutterpartei".
Sie waren ja komplett eigenständig und vergleichsweise "radikal" in ihren ursprünglichen Forderungen und Vorhaben.

Leider nahm dann die geschichte ihren Lauf und was aus den Piraten, nach ihrer "Hochzeit" ca. 2012-15 wurde, wissen wir ja heute.

(Transparenz: Ich war Mitglied bei den Piraten von 2012-16.)

@malteengeler @LordCaramac @sonjalemke @alineblankertz
@[email protected] @LordCaramac @alineblankertz @malteengeler @sonjalemke
Ich sage nicht, dass es keine radikaleren Parteien braucht, damit andere "harmloser" aussehen. Dieses Konzept ist ziemlich schlüssig!
😊
Mit meinem Beispiel wollte ich deine Aussage eigentlich nur unterstreichen. Ob es nun eine Jungpartei ist oder eine eigenständige, ist wahrscheinlich irrelevant.
Ein Vorteil sehe ich bei dem System mit Jungparteien aber. Die SP (Schweiz) arbeitet eng mit der JUSO zusammen. Viel enger als das bei anderen Parteien der Fall ist. Dies kann von Vorteil sein, wenn eins taktisch vorgehen will
🤭
@DopaScout
Hm, was ich so mitbekomme, scheinen mir die Mitglieder der "Jungparteien" dann "zahmer" zu werden, sobald sie in die "Altparteien" übertreten.

Sicherlich nicht generell so.

Wäre die Frage, welchen Einfluss die "Jungparteien" auf ihre "Mutterparteien" nehmen / nehmen können?

@malteengeler @LordCaramac @sonjalemke @alineblankertz
@malteengeler @LordCaramac @sonjalemke @alineblankertz @[email protected]
Ja, okay, "zahmer" werden wohl die meisten. So wie ich es sehe, geschieht das einerseits, weil viele realistischer werden und "realistische" Kämpfe führen, andererseits, um Platz für die neuen in den Jungparteien zu schaffen. Bei uns hat die JUSO schon oft Initiativen vors Volk gebracht, aber noch nie hatte eine den Hauch einer Chance. So wurden aber wichtige Themen ins öffentliche Bewusstsein gerückt, Missstände angesprochen und häufig der Weg geebnet, damit die SP und andere linke Parteien abgeschwächte Versionen dieser Ideen umsetzen konnten.
@DopaScout @malteengeler @sonjalemke @alineblankertz @fasnix Ich selbst bin viel zu sehr Anarchist, um jemals Mitglied irgendeiner Partei gewesen zu sein. Ich traue hierarchischen Machtapparaten nicht weiter, als ich sie werfen kann.
Ich setze auch nicht darauf, über das parlamentarische System der bürgerlichen Gesellschaft wirklich irgendwelche signifikanten gesellschaftlichen Fortschritte erreichen zu können. Fortschritte müssen außerhalb der Politik erkämpft werden, bis die Politik sie nicht mehr stoppen kann.