Ich hab heute erst von der Aktionswoche "Wissenschaft gegen Faschismus“ erfahren, die vom 1. bis 7. Juni stattfinden soll.

In meinem Seminar, das natürlich eigentlich ein rein physikalisches Thema hat, möchte ich in der Woche mit den Studierenden diskutieren, warum Wissenschaftsfreiheit so wichtig ist für die Demokratie.

Ich denke, am Ende läuft es daruf hinaus: was können wir tun, wie kommen wir ins Handeln?

Hat jemand sowas in ähnlichem Rahmen schonmal gemacht? Wenn ja, wie?

#Antifa

@carbonwoman
Meiner Erinnerung nach hat Richard Feynman in einem seiner Bücher ein ganzes, sehr eindrückliches, Kapitel hierzu geschrieben.
Kann leider im Moment nicht nachschlagen in welchem, aber ich denke es war "Was soll das alles?"
@carbonwoman TIL: es gibt eine Aktionswoche "Wissenschaft gegen Faschismus"
@carbonwoman Gibt es Hashtags, Websites, Infomaterial oder irgendwas zur Aktionswoche?

@M Ich hab nur das hier gesehen - passte nicht mehr in den Tröt:

https://wissenschaft-gegen-faschismus.de/

Wissenschaft gegen Faschismus

@carbonwoman Zmm. Als Nicht-Professor, noch dazu außeruniversitäre Hanna, frage ich mich gerade ob und wie ich mich hier beteiligen kann. Seh grad nix.
@M Versteh ich total. Was man da außeruniversitär praktisch machen kann, weiß ich auch nicht. Vielleicht findest Du Kolleg*innen, mit denen Du ein bisschen locker diskutieren kannst?
Ich such mir gerade etwas Material zur Vorbereitung zusammen und werde das dann hier auch teilen.
Bin gespannt, ob überhaupt irgendwelche Studis darüber diskutieren wollen.
@carbonwoman side note: ich finde "ins Handeln kommen" eine der schlimmsten politischen Phrasen unserer Zeit. Soweit ich weiß, wurde sie wesentlich von verschiedenen Regierungsmitgliedern geprägt und ist bei ihnen Ausdruck völliger Passivität und Weigerung, wirksame und dringend notwendige Maßnahmen gegen verschiedenste Missstände durchzusetzen und zu verantworten, obwohl genau das ihre wichtigste Aufgabe wäre. Bitte als Kritik an diesen Politiker*innen und nicht an dir verstehen!

@moewe Dann mehr: was können wir tun?

Ich kenne in meinem Umfeld einige, die nicht happy sind. Aber dann auch die Aktionen von anderen nicht zielführend finden.

Gern wird dann gesagt, „das bringt doch alles sowieso nix“. Grad bezogen auf die AfD aber auch bei Klima.

Wie tritt man solchen Menschen in den Allerwertesten?

@carbonwoman Der @arnesemsrott ist da ganz gut unterwegs, denk ich

@carbonwoman

M.E. hat die Wiss. nicht unerheblichen Anteil am weltweiten Niedergang der Demokratie, weil sie sich wie alle anderen Träger des Gemeinwohls seit dem Ende des Analogzeitalters aus der Verantwortung für die gemeinwohldienliche Gestaltung der Mediensystemlandschaft zurückgezogen hat. Jetzt haben wir eine Mediensystemlandschaft, die keine Unterscheidung zwischen Fake und Wiss. mehr ermöglicht und unsere Fähigkeit zu einer zielführenden gesellschaftl. Willensbildung zerstört hat.

@carbonwoman

Die Wissenschaft braucht m.E. Anstrengungen zur Wiederherstellung der gesellschaftlichen Glaubwürdigkeit von Wissenschaft, wenn sie etwas gegen den unaufhaltsam wachsenden Wunsch nach autoritärer Führung tun will.

Kommerziell verwertbare Aufmerksamkeitszeit ist keine Kennziffer für glaubwürdige Wissenschaft.

@carbonwoman

wäre es da auch sinnvoll die BPB oder diverse LPB mit ins boot zu nehmen ?

#WissenschaftGegenFaschismus

@lpb_saar
@lpb
@bpb

berichtet @3sat
und SWR3 ? @swr3

@neuSoM
@DasWissen

@ensemm @lpb_saar @lpb @bpb @3sat @swr3 @neuSoM @DasWissen

Musst Du die Organisator*innen der Aktion fragen.

Ich versuch, meinen Teil zu machen und ja, ich habe für mich auch Materialien bei der BPB bestellt, die sicher bald ankommen ;)

@carbonwoman @lpb_saar @lpb @bpb @3sat @swr3 @neuSoM @DasWissen

ah ok . hier im saarland ist leider nix gmeldet .. trotzdem ist eine Aktion gegen FaschoGehabe wichtig und sollte jeden Tag ausgeübt werden.
https://wissenschaft-gegen-faschismus.de/index.php/veranstaltungen/

https://social.saarland/tags/WissenschaftGegenFaschismus

es gelten die Worte von KTucholsky

https://tucholsky-gesellschaft.de/2017/10/17/kurt-tucholsky-rosen-auf-den-weg-gestreut/

Veranstaltungen – Wissenschaft gegen Faschismus

@carbonwoman Finde die Idee klasse.
Zum "ins Handeln kommen": es gibt bereits Datenbanken-BackUps-Projekte, falls in Amerika mal Server abgedreht werden, da könnte man aktiv werden.
https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/hannover-it-profis-retten-daten-vor-loeschung-durch-us-regierung,daten-100.html (ist nur ein Beispiel, es gibt wahrscheinlich noch viel mehr)
Freie Daten/Informationen sind meiner Meinung nach der Grundpfeiler für Wissenschaftsfreiheit.
Donald Trump lässt Daten löschen, in Hannover werden sie gerettet

Die aktuelle US-Regierung will unliebsame wissenschaftliche Daten löschen, etwa zur Klimaforschung. Am Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften in Hannover (TIB) sichern Forscher diese Daten.

ndr.de
@carbonwoman Born, Jordan und Heisenberg haben zusammen die drei wichtigsten, ersten Paper zur Quantenmechanik in 1925 geschrieben. Die Politik hat sie später getrennt. Vielleicht könntest Du diese Geschichte thematisieren?

@kaMi

Ich hatte schon überlegt, historisch einzusteigen.

Insgesamt hielt sich die Wissenschaft für „unpolitisch“. Die meisten haben einfach die Füße stillgehalten, als ihre jüdischen Kolleg*innen entlassen wurden und emigriert sind und höchstens halbherzig protestiert. Die @DPGPhysik hat das mal für sich aufarbeiten lassen und da ist wohl einiges ist vorauseilendem Gehorsam passiert. Ich erinnere aber die Details nicht.

Hast Du da Materialien zu? Ich kann grad nicht ganze Bücher lesen.

@carbonwoman @DPGPhysik Nein, leider hab ich keine Materialien. Pascual Jordan war SA- und Partei-Mitglied, Born ist nach England immigriert.

@kaMi @DPGPhysik

Es war doch ein bisschen komplexer. Ich habe zwar leider keinen direkten Zugriff auf das Buch, aber hab diesen Artikel gefunden.

Mit dem lässt sich schonmal was anfangen, glaube ich.

Falls Dir noch was über den Weg läuft, immer gerne.

https://pro-physik.de/zeitschriften/download/16330

@carbonwoman @DPGPhysik Kennst Du das Theaterstück Kopenhagen? Das diskutiert sehr ausführlich das Thema Verantwortung der Wissenschaft / Physik aus ganz vielen Perspektiven. Konkret geht es um ein Treffen von Bohr und Heisenberg in Kopenhagen im Jahr 1941.

@carbonwoman @kaMi @DPGPhysik Ich würde nicht historisch herangehen, sondern fachlich. Historisch hat immer das Problem, dass es heute ja ganz was anderes sei...

Beispiel:
- Wissenschaft benötigt Kritik an der Macht, weil Theorien sonst zum Dogma gerinnen (zB Lyssenkoismus)
- Wissenschaft basiert auf Können, nicht auf Abstammung oder Parteibuch (Verweis auf die Bedeutung von Minderheiten in der Forschung, zB Emmy Nöther, Albert Einstein, Max Born, Wolfgang Pauli)

@carbonwoman @kaMi @DPGPhysik Von da aus kann man dann vergleichsweise einfach einen Bogen zum Kahlschlag der Wissenschaft unter Trump oder Orban schlagen.
@carbonwoman Als Beispiel, warum Faschismus für die Wissenschaft nicht so gut ist, habe ich die Universität Göttingen, die 1933 so viele (teils sehr bekannte) Personen verloren hat, dass sie ihren damaligen internationalen Ruf nie wieder erreicht hat.
@carbonwoman
Wissenschaftsfreiheit von staatlicher Bevormundung, oder Wissenschaftsfreiheit zur Suche eigener Finanzierungsquellen in der freien Wirtschaft, oder Wissenschaftsfreiheit zu Beschließen, dass die Uni oder Einrichtung keine militärisch anwendbaren Technologien erforschen darf, oder dass jeder Wissenschaftler da das eben doch darf?