Auf den Algorithmus getriebenen Plattformen merkt man, dass Mehrdeutigkeit und Zwischentöne nicht favorisiert werden.

Das hat Hartwin Maas sinngemäß im Podcast von Maja Göpel gesagt. Dem würde ich nicht widersprechen. Spannend finde ich, dass auch hier, ganz ohne Algorithmus, das gleiche zu merken ist. Aber irgendwoher muss der Algorithmus es ja haben, dass wir Zwischentöne nicht gerne sehen wollen. Es sollte mich also weniger erstaunen als es das kurz tat.

@fuzzyleapfrog
Ich glaube, Witze und doppeldeutig anzügliche Aussagen haben generell so einen schlechten Ruf, dass sie alle Formen von Mehrdeutigkeit in ein schlechtes Licht rücken.

Gäbe es neben "Favorisieren" ein "Augen rollen" sähe das vielleicht anders aus.

Ich habe auch immer Mühe mich in so kurzen Texten verständlich auszudrücken. Da sind Stilmittel, deren Sinn es ist die Verständlichkeit zu verringern, nicht so hilfreich.

@blackoverflow Es geht mehr um Zwischentöne, z.B. in politischen Debatten.

@fuzzyleapfrog
Ah, TIL die Bedeutung von Zwischentönen in der Kommunikation.

Ich hätte das Nachschlagen nach der Bedeutung vorhin nicht so schnell aufgeben sollen.

Ich kannte das Englische "Subtext" für das was ich jetzt unter "Zwischentöne" interpretiere. Passt das?

Und zum Thema: Subtext wird meist nicht bewusst wahr genommen, wenn nicht absichtlich darauf geachtet wird, oder?
Die emotionale Wahrnehmung geht in Text Kommunikation dann aufgrund der geringeren Bandbreite verloren.

@blackoverflow Eher so Zwischenmeinungen, also in einer polarisierten Debatte z.B. eine nuancierte Position irgendwo dazwischen.

@fuzzyleapfrog
Ahh, also sowas wie "die Transformation zu einer klimaneutralen Wirtschaft darf nicht daran scheitern, dass die Wirtschaft zusammenbricht" wird entweder als 100% pro Wirtschaft oder 100% pro Klimaanpassaung interpretiert.
Nicht als sinnvolles Argument welches erfolgreiche Klimaanpassung auf Basis des Status Quo anstrebt.

Passt das?

Eine Debatte darüber wie viel Last für die Wirtschaft akzeptable ist, führe ich privat schon eine Weile.

@blackoverflow Hm, ein bisschen schon. Es geht aber nicht nur um die Interpretation. Positionen, die tatsächlich irgendwo zwischen den Polen einer Debatte liegen.