Afghanische Geflüchtete werden in Deutschland weiterhin im Stich gelassen. Ein Beispiel aus dem niedersächsischen Emden zeigt, wie Solidarität aussieht 👉️ https://taz.de/!6177626/
Familie Afzali kam 2020 aus Angst vor Abschiebung nach Afghanistan nach Deutschland. Die droht ihnen jetzt. Am 2. März standen spätabends unangekündigt Polizisten vor der Tür. Zeit, um mehr als das Allernötigste zu packen, blieb nicht.
Derzeit sind Ali Ghorban, Narges, Hanieh, Zahra, Ferishta und Lina Afzali im schwedischen Malmö, in einem Camp der Ausländerbehörde untergebracht. Sie leben in einem einzigen, kargen Zimmer: der Vater, die schwangere Mutter, die vier Töchter.
Es stehe im Raum, Eltern und Kinder zu trennen, weil Geburtsurkunden fehlen, die beweisen, dass sie zusammengehören.
Auch die Schule sei ein Problem. Die Noten der Töchter aus Deutschland wurden nicht akzeptiert, sie wurden drei bis vier Klassen zurückgesetzt.
Die Familie hat in Emden viel Rückhalt. In einem Brief hat die Westerburgschule, auf die Zahra und Lina gegangen sind, dem parteilosen Emder Oberbürgermeister Tim Kruithoff erklärt, warum die Abschiebung „aus unserer Sicht ein Fehler“ ist. Zahra und Lina würden „schmerzlich vermisst“.
In einem offenen Brief des Hilfsnetzwerks „Ankern in Emden“ an Alexander Dobrindt heißt es: „Die Sinnhaftigkeit, eine Familie aus unserer Stadtgemeinschaft herauszureißen, deren Mitglieder sich beruflich/schulisch und sozial sehr gut integriert haben, erschließt sich uns in keiner Weise!“
Und dann war da diese Aktion bei der 14. Nationalen Maritimen Konferenz, die bis vorvergangene Woche Emden geprägt hat: „Wir sind einfach ganz nach vorne gegangen“, erzählt die Schülerin Sina Büttner, „und haben ein Plakat hochgehalten: ‚Free Narges. Niemand gehört abgeschoben.‘“
„Das ist so traurig“, sagt Shakir Al-farttoosi, ein weiterer Mitschüler von Narges. „Als wir von der Abschiebung erfahren haben, waren wir völlig schockiert.“ Er fügt an: „Manchmal, in der Nacht, beim Einschlafen, denke ich mir jetzt: Morgen bist du vielleicht auch weg.“
„Eine menschliche Tragödie!“, sagt die Lehrerin Ramona Mezger. „Wichtig ist doch, dass junge Menschen Vertrauen in Staat und Politik haben, vor allem die Zuversicht, hier sicher zu sein. Aber wie soll ich nach einer derartigen Abschiebeaktion diese Zuversicht vermitteln, dieses Vertrauen?“
@tazgetroete
Es erschließt sich mir nicht, warum man Menschen, insbesondere Frauen aus Afghanistan überhaupt abschiebt. "Politisch Verfolgte genießen Asylrecht."
Der EUGH hat geurteilt, dass Afghaninnen schon aufgrund ihres Geschlechts einen Asylanspruch haben.
So viel zur moralischen Seite.
Es gibt auch eine volkswirtschaftliche und gesellschaftliche: Die Innnministerien wenden ein Schweinegeld auf, um Menschen loszuwerden. Im erklärten Ziel, abzuschrecken und Deutschland als Ort ...
-> 2
@tazgetroete
darzustellen, an dem man weder bleiben kann nich will, reißen sie Freundschaften und Familien auseinander. Das vermittelt nicht nur im Ausland das Bild eines Landes voller Arschlöcher, denen nicht zu trauen ist. Das vermittelt das gleiche Bild nach innen und zersetzt Vertrauen in den Staat, Zusammenhalt und Demokratie. Alles finanziert aus Steuergeldern.
Was könnten wir für ein Land sein, wenn dieses Geld stattdessen für Integration, Inklusion und Teilhabe verwendet würde!
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@tazgetroete
In Vielfalt geeint, von einander lernend. Offene Gesellschaften sind nachweislich resilienter, ihre Mitglieder gesünder und glücklicher. Eine Regierung, die das sabotiert, verliert jeden Anspruch auf Respekt und Anerkennung.

3/3

@tazgetroete

GENAU DAS SOLLEN ALLE DENKEN

"und morgen bin ich auch weg"

sie sollen angst haben, irgend eine kleinigkeit und zack bist du im ausland, du verstehst nichts mehr.

in den Behörden sitzen Rechte, die sich warscheinlich drauf einen rubblen wenn sie kleine kinder in einen flieger setzen, die hier in Deutschland aufgewachsen sind. und dann in einem land sind wo sie nichts mehr haben

@moppi
Ja ein Funktionsbaustein des Faschismus..
@tazgetroete