@energisch_
Scheinbar wissen die Leute nicht wie Algorithmen funktionieren oder sie wollen es nicht wissen.
Vielleicht glauben sie, dass man mit Willenskraft Widerstand gegen die Algorithmen leisten kann, oder was weiß ich.
Nur das klappt nicht.
@energisch_
Das ist wie damals als ich von Twitter weg bin. Ja, da hieß es noch so.
Schon damals gab es immer wieder den Hinweis, man solle rechten Accounts nicht folgen, weil die so mehr Reichweite bekommen und es gab immer wieder die Antwort "Aber ich muss denen folgen, damit ich sehe was die schreiben, damit ich dann Gegenrede leisten kann."
Die wollen nicht dazu lernen. 
Der moderne Mensch trägt seine Beeinflussung freiwillig in der Hosentasche herum. Früher brauchte es dafür Propaganda-Ministerien. Heute reicht WLAN und ein gelangweilter Dienstagabend.
Man kann wohl jeden, der von Medienkompetenz und Regulierung schwätzt, in diese Gruppe stecken.
Mit Medienkompetenz erklärt man die weniger Gebildeten zum Problem und mit dem Ruf nach Regulierung ist man selbst aus der Verantwortung.
Ich denke, dass es ein Problem intellektueller Arroganz ist, dass Menschen annehmen, dass sie sich Dank ihrer guten Medienkompetenz gegen die Wirkung individuell algor. kuratierter Medien wehren können und daß das gesellschaftl. Problem durch Vermittlung von Medienkompetenz an die breite Masse lösbar wäre.
Sie wollen also gar nicht wissen, was die Algos mit ihnen machen.
Sozialer Einfluss und soziale Bestätigung fühlen sich aber sehr angenehm an.
Man muss wissen, wie sehr es die eigene Willensbildung beeinflusst, um sich algor. kuratierten Medien bewusst entziehen zu wollen.
Ich denke, dass die zunehmenden irrationalen Entscheidungen wirklich mächtiger und einflussreicher Menschen ein deutliches Warnsignal sein sollten, wie sehr unsere Fähigkeit zur Willensbildung inzwischen gelitten hat.
Das Marionettenbeispiel suggeriert, dass da irgendwer einen Plan hat. Den sehe ich aber nicht. Algor. Aufmerksamkeitszeitmaximierung erzeugt nur Chaos, dem sich niemand mehr entziehen kann.
Was soll das für ein Plan sein, bei dem der Planer selbst zu keiner zielführenden Entscheidung mehr fähig ist?
Ist halt doof, wenn man das Spalten so macht, dass es die eigene Fähigkeit zum Erobern zerstört.
@elottermann oder anderes Beispiel: Brexit. Ohne Desinfo-Schleudern (auch via SocialMedia mit Algo-Verstärkern) wäre es anders ausgegangen.
In meiner Wahrnehmung läuft es auf eine massive Zerstörung der Macht und des Einflusses der USA hinaus. Was soll denn auch anderes passieren, wenn man zu keiner sinnvollen Willensbildung mehr in der Lage ist.
Die Diktatur des nackten Kaisers.
Vielleicht hilft dieser Artikel weiter:
https://taz.de/Rechtsruck-in-der-Kultur/!6178523/
Das passt thematisch durchaus. Alles was man nicht vereinnahmen kann, wird zerstört.
@LorenzMeyer oh, "inhaltlich stellen" wäre großartig.
Denn bisher wurde vor allem "inhaltlich hinterherrennen" praktiziert.