Unter zwei Euro Stundenlohn? Die Bezahlung von behinderten Menschen in #Werkstätten ist diskriminierend! Mit Sozialhelden e.V. und Kläger Jürgen Linnemann ziehen wir für fairen Lohn vor das Arbeitsgericht Münster und sind heute dazu im @zdfmagazin. #GrundiFürAlle

https://www.zdf.de/play/shows/zdf-magazin-royale-102/zdf-magazin-royale-vom-8-mai-2026-100

ZDF Magazin Royale – Grundi-Gate: Ausbeutung Made in Germany

Der Mindestlohn ist in Deutschland Gesetz, oder? Nicht für Beschäftigte in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Dem gehen wir auf den Grund(i).

ZDF

Unser Kläger arbeitet 24 Stunden pro Woche in einer „Werkstatt für behinderte Menschen“. Er ist im Arbeitsbereich der digitalen Archivierung für die Aufbereitung der Unterlagen verantwortlich – aber für nur knapp 2 Euro pro Stunde. Wir klagen auf #Mindestlohn:

https://freiheitsrechte.org/werkstaetten

Werkstattbeschäftigte pauschal vom Mindestlohn auszuschließen, verstößt gegen das Diskriminierungsverbot nach Art. 3 GG und ist auch mit der UN-Behindertenrechtskonvention sowie der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs unvereinbar.
Werkstätten haben den gesetzlichen Auftrag, Menschen mit Behinderung für den allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Diesem Auftrag kommen sie jedoch nicht nach. Nur 0,35% der Beschäftigten wechseln auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Stattdessen verstärkt das Werkstatt-System die Trennung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung. Die Vereinten Nationen kritisieren Deutschland wegen des Sondersystems & fordern die schrittweise Auflösung. Wie das System Werkstatt ausgrenzt, erklären wir im FAQ 👇

https://freiheitsrechte.org/themen/soziale-teilhabe/faq-werkstaetten

FAQ zu Werkstätten für behinderte Menschen

Wir beantworten - in Zusammenarbeit mit den Sozialheld*innen - häufig gestellte Fragen zum System der "Werkstätten für behinderte Menschen".

GFF – Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V.
Vielen Dank an die Rechtsanwältinnen Anna Gilsbach und Paula Sauerwein, die unseren mutigen Kläger Jürgen Linnemann vor Gericht vertreten. Gemeinsam mit uns und den Sozialheld*innen kämpfen wir für Inklusion!
Die Reform des Entgeltsystems in #Werkstätten ist längst überfällig. Für Herbst hat das Bundesarbeitsministerium die Reform angekündigt. Wir behalten den Gesetzgebungsprozess im Auge.

Menschen verdienen einen fairen Lohn, ob mit oder ohne Behinderung! Spende jetzt, damit wir zusammen mit Jürgen und weiteren Betroffenen vor Gericht den Mindestlohn erstreiten können.

https://freiheitsrechte.org/fairer-lohn-in-werkstaetten?w_cid=mastodon

Vom Mindestlohn ausgeschlossen – Jürgen Linnemann will das ändern.

Jürgen geht vor Gericht. Ihre Spende macht es möglich – und ebnet den Weg zu fairer Entlohnung für tausende Betroffene.

GFF – Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V.
@Freiheitsrechte Gespendet.
Traurig, dass man ständig den eigenen Staat verklagen muss, weil die Politik so schlechte Arbeit macht. Ich wünschte, das Geld würde eher bei Leuten landen, die gute Arbeit machen (oder es brauchen).
@Freiheitsrechte
"Die primäre Aufgabe ist es, Menschen mit Behinderung, die nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein können, eine angemessene berufliche Bildung und Beschäftigung zu ermöglichen".
§ 219 SGB IX
Warum stellt ihr es so dar, als hätte alle Menschen mit Behinderung am allgemeinen Arbeitsmarkt irgendeine Chance?
@allgeier wegen der Inklusion. Warum sollen Menschen mit Behinderung in Deutschland keine Chance zur Teilhabe in Form eines regulären Arbeitsplatzes haben?
@Freiheitsrechte
@byteborg
Irgendwie geht bei vielen Leuten das Leseverständnis bei dem Thema in Schallgeschwindigkeit verloren. Lies sich bitte erst mal genau was ich geschrieben habe. Wie kann darauf so eine Frage kommen?
@Freiheitsrechte
@allgeier @Freiheitsrechte
Wenn ich es richtig verstandehabe gibt es eine große Anzahl von Menschen, die zwar eine Behinderung haben aber eigentlich normal arbeiten können und in Behinderten Einrichtungen normal arbeiten und diesen Menschen wird der Mindestlohn verweigert.
Ich gibt hier eine strukturelle Benachteiligung und Probleme, wo es auch Profiteure gibt und deshalb gibt es Menschen die eine Systemänderung verhindern.
1/n
@allgeier @Freiheitsrechte
Die Profiteure sind Behinderten Werkstätten, Sozialkassen und der Staat.
Behinderten Werkstätten bieten Dienstleistungen zu Preisen an, die sie nur anbieten können, weil behinderte strukturell benachteiligt sind. Mit diesen gewinnen können sie Bereiche subventionieren wo behinderte Menschen nicht wirtschaftlich beschäftigt werden.
2/n
@allgeier @Freiheitsrechte
Strukturelle Benachteiligung entsteht z.b. durch den besonderen Kündigungsschutz und Auflagen die mal gut gemeint waren, aber das Gegenteil bewirken.
Firmen stellen keine behinderten Menschen ein, weil sie sie fast nicht mehr kündigen können.
Würde man den Kündigungsschutz auf die beschränken, die ihre Behinderung nach Einstellung erworben haben, wäre dieser Nachteil weg.
3/n

@allgeier @Freiheitsrechte
Firmen können sich von der Anstellungsquote mit Geld oder durch die Beauftragung von Behinderten Werkstätten freikaufen können.
Am Ende ist es billiger die IT Fachkraft anstatt nach Tarif zu bezahlen über eine Werkstatt einzukaufen, wo dieser nur 250€ im Monat! bekommt.

Aus diesen Gründen sind die Menschen chancenlos, aber die Gründe kann man ändern.

4/n

@Kommentator
Nur eine Frage: Hast du jemals einen WfbM über mehr als einen Tag von innen gesehen? Ich frage deshalb, weil ich den Eindruck habe, du beziehst dich alleine auf Hören-Sagen.
@Freiheitsrechte
@Freiheitsrechte Gerade bei Böhmermann im Zdfneo gesehen. Bin erschüttert. 😔
@Freiheitsrechte qui bono? Trägt jemand die Gewinne aus den Werkstätten raus?
@zdfmagazin
@byteborg Ja. Die Firmen, die dort arbeiten lassen, anstatt normale Arbeitsplätze zu schaffen, wo sie Mindestlohn für die gleichen Leistungen zahlen müssten. @Freiheitsrechte @zdfmagazin
@SusanneDoering
@Freiheitsrechte @zdfmagazin Was ich damit sagen wollte: Es lohnt sich bestimmt, dem Weg des Geldes hinterherzurecherchieren.
@Freiheitsrechte
Es ist die Gesellschaft, welche dabei zuguckt, wie die Politik und die Unternehmen Menschen sklavenähnlich behandeln. Es ist die Gesellschaft, welche so geldgeil kapitalistisch und egoistisch erfolgsgeil behauptet, dass lediglich ihre Definition von Leistung in Geldwert umwandeln die Richtige ist und wenn jemand diesem Leistungsprofil nicht entspricht, kann dieser Mensch froh sein überhaupt etwas vom Kuchen abzubekommen, weil diese Person ja
@zdfmagazin

@Freiheitsrechte

viel weniger leistet in Geldwert als es Otto-Sieglinde-Normalo tut.
Es ist erschreckend beschämend, wie generalisiert stigmatisiert marginalisiert wird und obendrein werden dann noch die Menschen in diesen Sklavensystemen heuchlerisch moralisch bemitleidet. Das ist mein allgemeiner und persönlicher Eindruck.

@zdfmagazin

@Freiheitsrechte

Ich finde es grandios, dass hier für gestritten wird. Das darüber berichtet wird und das deswegen alle juristischen Wege genommen werden um etwas zu verändern. Die Welt wird nicht fairer von allein.
@zdfmagazin

@Freiheitsrechte

Sie wird fairer werden, wenn mehr Menschen aufstehen und Position für die Schwächsten in der Gesellschaft beziehen und nicht Entschuldigen suchen, nichts tun zu können, weil es sich ja eh nicht ändert oder eine Stimme keine Änderung bewirkt. Jede einzelne Stimme ist der Anfang der Änderung.

@zdfmagazin