Erbärmlich, widerlich, abstoßend.
Dann spart euch doch eure wohlfeilen Worte gleich und sagt:
Mir doch egal, dass da Nacktbilder von Kindern und Frauen produziert werden.
Mir doch egal, dass der Inhaber Faschist ist.
Mir doch egal, dass X die größte Fake News Schleuder ist und ihre Kneipenbetreiber die rechten Kräften in Europa stützt.

https://table.media/berlin/news/x-austritt-warum-prominente-spd-linken-und-gruenenpolitiker-nicht-mitmachen

@SheDrivesMobility

"Erbärmlich, widerlich, abstoßend" kein Mensch zwingt Dich, das zu lesen.

Aber ich verstehe Leute, die Reichweite haben wollen und die von realen Bedingungen und nicht gewünschten idealen Bedingungen ausgehen.

Will sagen: ich habe noch nie die BLÖD gekauft. Sie nur selten gesehen. Ich verabscheue das Konzept, den Verleger (als Axel S. noch lebte), den Verlag.

ABER gleichzeitig verstehe ich einen Politiker, der der BLÖD ein Interview gibt. Die haben einfach eine riesen Reichweite. Und erreichen Leute, die "Die Zeit" oder die TAZ halt nicht erreicht.

Ist die BLÖD deswegen gut? Nöö. Aber viele, viele Leute lesen sie --- oder zumindest die Überschriften.

Das nennt sich Anerkenntnis von Realitäten. Man muss sie nicht mögen, sie sind aber trotzdem da.

@HolgerSchurig

- Wenn kein*e Politiker*in mit der BLÖD reden würde, hätten sie dann immer noch die Reichweite?
- Wenn niemand mehr auf X Posten würde, ...
- Wenn niemand sich prügeln würde,...

Wir kommen beim Gefangenendilemma raus...

@johnnythan

Ich kann da nur Vermutungen anstellen.

Und ja, ich denke die Reichweite wäre immer noch so hoch. Die Leute kaufen die BLÖD ja nicht wegen den Politkerbeiträgen. Sondern weil da Dinge extrem verknappt und als platt präsentiert werden. Das lesen die so runter, ohne nachzudenken. Die WOLLEN gar keine Tiefe, kein Für-und-Wider, keine Diskussion.

Ich würde das nicht wollen ... aber ich bin halt zuviel Nerd und durchaus nicht das Maß der Dinge.

Die letzte Frage mit den Prügeln macht absolut keinen Sinn. Man sollte Entscheidungen und Wertungen nicht auf nie erreichbare Idealvorstellungen basieren.

Wenn alle Leute gut und altruistisch wären, wäre vermutlich Anarchie gut. Nur: die Leute sind nicht so. Von falschen Annahmen auszugeben, bringt einem selten weiter.

@HolgerSchurig Ich glaube, die Menschen sind gut (was immer gut bedeutet). Kinder haben sehr oft ein starkes Gerechtigkeitsgefühl und wollen selten anderen etwas böses.

Unser derzeitiges System fördert dann halt andere Dinge.

Daher: In einem schlechten System werden Menschen zu Schlechtigkeit erzogen/gezwungen/verleitet.

Andersrum: Bessere Systeme machen bessere Menschen.

IMHO.

@johnnythan

Dann unterscheidet sich unser Glauben.

Ich glaube das definitiv nicht. Besonders Kinder sind durchaus nicht inhärent gut. Schon im Kindergarten müssen Eltern eingreifen. Da wird auch schon mal im Sandkasten das Nebenkind mit Sand oder Schaufel attackiert (selbst erlebt!).

In freien Foren wie z.B. 4Chan konnte man nicht beobachten, das die Kommunikation zu "gut" driftet.

Anarchie-Umgebungen wie z.B. in Somaliland sind auch kein Hort der Nettigkeit. Der Stärkere siegt dort, nicht der oder das "Gute".

Auch fällt es mir schwer, von "unser System" zu sprechen. Welches der vielen? Wir haben viele Schulsysteme: traditionelle wie BY oder BW, progressivere wie in HE.

Aber irgendwie sind wir jetzt recht weit von der Empörungs-Posting-Kultur rund um Musk's X entfernt 🙂