In meinem zweiten CTRL-Newsletter hab ich es schon empfohlen (morgen folgt übrigens Nr. 3 😉 ). Aber hier nochmals ein eigener Beitrag. Cookie-Banner, Tech-Themen, DSGVO- alles trockene Themen, staubig...

Daher empfehle ich euch unbedingt DIESEN fünfzigminütigen Film, ihr werdet keine Minute bereuen.

Hauptaussage: "Eine Advertising ID, ein Datenpunkt Arbeit, ein Datenpunkt Zuhause". Das reicht bereits sagt der Tech-Journalist Sebastian M. Er und Ingo Dachwitz haben sich einfach so mal einen Datensatz beschaffen. Über Bewegungsprofile von Tausenden von Menschen...Und: wer noch eins draufzahlt, erhält quasi Echtzeitinformationen einer Mobile Advertising ID.

Diese Standortdaten von uns allen werden weitergegeben- Via Games-Apps, Wetter-Apps und News-Apps (looking at you Ringier, Watson, NZZ und Tagesanzeiger). Wegen den 800 Werbepartnern mit denen man Standortinformationen teilt (manchmal ungefähre/ungenaue, manchmal so genaue, dass sogar bekannt ist, in welchem Stockwerk sich die Person befindet). SRF hat rausgefunden, dass 19 der meistbesuchten Websites (ein grosser Teil davon Medien) GENAUE Standortdaten mit mindestens 20 Partnern teilt...

- Das hat Auswirkungen auf die ägyptische Journalistin, die nach Berlin geflüchtet ist und trotzdem von Gefolgsmännern des Staates aufgespürt wird.

-Auf ukrainische Soldaten an der Front.

- Auf die 18-jährige Abiturientin...

- Auf die schwangere Amerikanerin, die in einen anderen US-Bundesstaat flüchtet um abzutreiben. Und dafür bestraft wird.

sie alle konnten von Journalisten manuell schnell gefunden werden. Denn von der Mobile Advertising ID zum echten Namen braucht es nicht mehr viel.

Ingo hat sich selbst im Datensatz gefunden...Und er vermutete in seinem Fall Wetter Online dahinter. Und es ist perfide: denn eine Wetter App funktioniert natürlich mit dem Standort-Angabe am Besten.

Die genaue Wege im AdvertisingTech-Dschungel sind verworren und unübersichtlich. Fakt ist: die Datensätze mit unseren täglichen Beweungsprofilen können schnell erworben werden. Und sie werden von Marketingexperten genauso gekauft wie von Geheimdiensten und autoritären Staaten.

Wie ich schon mal sagte: Wetter-Apps, Games und werbefinanzierten Medien machen sich zum Erfüllungsgehilfen von Geheimdiensten.

Ah ja am 20. April entscheidet das US-Parlament ob der Kauf von diesen Standortdaten bei Datenbrokern durch amerikanische Geheimdienste verboten sein soll (weil dies einfach so ohne Gerichtsbeschluss möglich ist).

Dies gilt aber nur für die amerikanische Bevölkerung. Natürlich darf das FBI und die NSA weiterhin unsere Standortdaten in Europa einkaufen.

Anway: In die "Einstellungen" rein. "Standort" eingeben, Apps anschauen, wo man darauf Zugriff gibt. Und wenn möglich überall deaktivieren. Denn auch wenn nur "wenn Apps in Gebrauch" aktiv ist, reicht das schon für eine stattliche Menge.

https://www.arte.tv/de/videos/123951-000-A/gefaehrliche-apps-im-netz-der-datenhaendler/

Gefährliche Apps - Im Netz der Datenhändler - Die ganze Doku | ARTE

Apps sammeln detaillierte Standortdaten. Die Informationen landen in einem weltweiten Netzwerk aus Datenhändlern und Werbefirmen. Sie verraten Wohnorte und Arbeitsplätze – bis hin zu Bordellbesuchen oder Klinikaufenthalten. Die Dokumentation zeigt, wie leicht Nutzer ins Visier von Stalkern, Kriminellen oder Geheimdiensten geraten können.

ARTE

@adfichter

Wie ist.das mit eOS oder iodéOS oder GrapheneOS? Da müssten wir doch etwas besser vor solchem Tracking geschützt sein?

@unaegeli ja die können und werden das nicht umsetzen können.

@adfichter

Merci! 🤗