Mir tut das Herz weh, wenn ich solche Texte zum Thema NSDAP-Mitgliederkartei lese. Mag sein, dass einige Leute so bessere Karrierechance hatten. Aber es ist doch nicht so, das man sonst verhungert wäre. Millionen Menschen sind in diesem Krieg gestorben. Nicht nur an der Front, sondern auch in Lagern oder ermordet als "Untermenschen" während der Besatzungszeit. Mein Uropa war in der Resistance, hat nur knapp das Lager überlebt. Er hatte auch Kinder. Was sollen wir denn sagen? Mir blutet das Herz.
@kattascha Hhhmmm. Ich finde aber schon, dass es sich viele von uns Nachgeborenen sehr leicht machen, wenn sie heute vollmundig behaupten, sie wären damals gaaaanz bestimmt im Widerstand gewesen. Wenn ich mir mich selber mit dem Wissen von 1933 vorstelle, dann denke ich, dass ich manches am Nationalsozialismus schon damals abstoßend, manches aber womöglich auch faszinierend gefunden hätte. Und bei vielem vermutlich einfach erst mal versucht hätte, unter dem Radar zu bleiben und abzuwarten.
@steffenloewe @kattascha "Im Widerstand" und "kein Parteimitglied" sind aber schon zwei sehr verschiedene Dinge.
Ersteres erforderte sicher außergewöhnlichen Mut und erhebliche Risikobereitschaft, letzteres lediglich grundlegenden Anstand.
Es ist ja nicht so, als sei das Pflicht gewesen, im Gegenteil gab es ja zeitweise sogar Aufnahmesperren, und es haben immerhin 90% der Einwohner des Reichs auch ohne Mitgliedschaft überlebt.
@virbonus @kattascha Jup, das sehe ich ja auch absolut so!! Ich wollte nur meine grundlegende Skepsis zum Ausdruck bringen gegenüber Menschen, die diese Zeit nicht erlebt haben, aber ganz genau zu wissen meinen, wie sie sich damals verhalten hätten, nämlich tadellos.