Mich beschäftigt, wie #LLMs sich auf Verlage, Journalist*innen und Lesende auswirken werden. Ich merke als Journalistin z.B. schon, dass ich meinen persönlichen Schreibstil in Texten stärker durchscheinen lasse, um mich von maschinellem Output abzugrenzen. Ich merke als Lesende, dass mein Hirn einen Teil seiner Energie beim Scannen von Texten darauf verwendet, nach LLM-Zeichen zu suchen. Und bei Verlagen sehe ich einen beängstigenden rush, LLMs ganz schnell in möglichst viel einzubinden.
Ich hab auch das Gefühl, dass "Personenmarken" - also Autor*innen mit markanter Schreibe und/oder deutlicher Meinung - bedeutsamer und präsenter werden dürften. Dass der Wiedererkennungswert des Stils von jemandem in Zukunft ein noch größeres asset werden dürfte. Und dass das eventuell die Stellung von Verlagen schwächen könnte, wenn die Personen selbst zu den Qualitätsmarkern werden und nicht die Häuser, in denen sie beschäftigt sind.

@mimrma Ich denke ja schon seit Längerem, daß Verlage als solche irgendwie überholt sind.

Das sind letztendlich Sammlungen aus verschiedenen Rollen, die miteinander nicht viel gemein haben - ausser daß sie alle irgendwie im Publikationsökosystem existieren. Jede wiederum ist so spezialisiert, daß sie prima als eigenständige Dienstleistung betrieben werden könnte.

Was einen Verlag eigentlich von einer losen Sammlung von Dienstleistern unterscheidet ist letzten Endes, daß dort...

@mimrma ... das Projektmanagement zur Koordination der Dienstleister zusammenläuft, was auch eine Dienstleistung sein könnte. Der Grund dafür ist aber eher, daß das Geld von dort in Projekte investiert wird, und das Risiko getragen wird.

Je mehr Verlage die Risiken auf die Kreativen abwälzen, desto weniger Sinn ergibt das Konstrukt eigentlich. Eine Verlagskooperative wäre wahrscheinlich ehrlicher, und könnte kosteneffektiver agieren. Damit das Risiko drücken, und auch besseres bieten.

@mimrma Das ist natürlich extremst vereinfacht.

Aber die Rollen werden auch von Indies mehr oder weniger alleine befüllt. Da gibt es sicher mal jemanden, der seine Stärken als Dienstleistung an andere abgeben würde, um die eigenen Schwächen auszugleichen.