Guten Morgen - Tässle Kaffee ☕️?

In seinem Hauptwerk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ (1945) rang Karl Popper (1902 - 1994) auch mit der Frage des #Toleranzparadox : Wie kann eine liberale Demokratie gegenüber jenen bestehen, die ihre Freiheiten zwar beanspruchen, aber ihrerseits zerstören wollen?

Popper selbst hatte sich als junger Mensch entsetzt vom linksdualistischen Marxismus abgewandt, lehnte religiösen Extremismus ab und schrieb das Buch gemeinsam mit seiner Frau Hennie auf der Flucht vor dem #Nationalsozialismus in Neuseeland.

Weil das Toleranzparadox auch digital zu Recht immer wieder beschworen wird, nur noch wenige aber auf Originalquellen schauen, hier in Wort und Text. Mit Einladung zum gerne auch vertieften Blog-Dialog.

Denn ob die letzten „offenen Gesellschaften“ die #Digitalisierung überstehen, bleibt derzeit noch eine, ja, offene Frage… https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-toleranzparadox-nach-karl-popper-aus-seiner-originalquelle/

Das Toleranzparadox nach Karl Popper aus seiner Originalquelle » Natur des Glaubens » SciLogs - Wissenschaftsblogs

Noch immer sind Wissenschaft, Dialog, Erkenntnis für mich tiefes Glück. So las ich heute in der neuen Ausgabe 05.26 von Spektrum der Wissenschaft von Jan Dönges über 1.800 Jahre alte Graffiti indischer Reisender wie Cikai …

Natur des Glaubens

@BlumeEvolution Ich finde es immer wieder sehr verstörend, wie Leute das Toleranzparadoxon für einen Bereich aufrufen, aber dann für andere Bereich genau entgegen dem handeln, was Popper damals damit meinte.

Es wirkt oft dann schon so für mich, dass Leute Texte nicht lesen.

@phantasus

Ich halte es wirklich für ein Problem, dass auch bedeutende Philosophinnen und Philosophen zunehmend nur noch über Sekundärliteratur oder gar über Videos wahrgenommen werden.

Aus meiner Sicht ist ernsthafte Philosophie stets auch an das Lesen, Bedenken und Dialogisieren von Originalquellen gebunden.

Entsprechend freue ich mich über das starke Interesse an der #Popper - Originaltextstelle zum #Toleranzparadox & auch über die dialogische Debatte darüber! 😃

https://scilogs.spektrum.de/natur-des-glaubens/das-toleranzparadox-nach-karl-popper-aus-seiner-originalquelle/

Das Toleranzparadox nach Karl Popper aus seiner Originalquelle » Natur des Glaubens » SciLogs - Wissenschaftsblogs

Noch immer sind Wissenschaft, Dialog, Erkenntnis für mich tiefes Glück. So las ich heute in der neuen Ausgabe 05.26 von Spektrum der Wissenschaft von Jan Dönges über 1.800 Jahre alte Graffiti indischer Reisender wie Cikai …

Natur des Glaubens
@BlumeEvolution @phantasus Ja – und inzwischen wird dann sogar ein recht kompaktes Stück Sekundärliteratur nur noch durch einen 'Dienst' wie ChatGPT gehaft: "Bitte, mach mal 'ne Zusammenfassung!" Die sind gar nicht immer schlecht, aber das ist doch unglaublich weit weg vom ganzen Erlebnis der Original-Lektüre.

@SandiPavkovic @BlumeEvolution Und auch ganz weit weg von aufgeklärten Menschen.

"Haben den Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen", soll ja Leitspruch der Aufklärung gewesen sein. Stattdessen wird immer mehr delegiert. Ich habe jetzt nicht mehr in der Erinnerung ob nicht Kant selbst bereits kritisiert hat, dass Leute ihr Denken abgeben oder ob das bereits andere Denker waren.

@phantasus Problematisch am Satz „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ ist leider auch, dass er z.B. während der „Coronazeit“ oft von Leuten beansprucht worden ist, die meinten, „selbst denken“ zu können (und dabei offenbar Pech gehabt haben, aber das ist ein anderer Punkt). Ein Bewusstsein für eigene Grenzen des Erkennens und für Scharlatanerie zu haben ist offenbar eine große Herausforderung. @SandiPavkovic @BlumeEvolution
@phantasus @SandiPavkovic l Ich glaube das war auch ein Thema in den Blogs von @BlumeEvolution : Wie immunisiere ich Menschen, damit sie den falschen Propheten sowie den Verschwörungsmythen nicht auf den Leim gehen? Bildung allein ist keine Garantie dafür.
@phantasus @SandiPavkovic @BlumeEvolution Und wichtig zu erwähnen ist auch, dass ich mir selbst bewusst bin, dass ich u. meine Annahmen nicht immer unfehlbar sind (und sein können), schließlich „irrt der Mensch, solang er strebt“, um Mal einen Deutschen Klassiker zu zitieren. Aber ich möchte offen für Neues sein, gleichzeitig skeptisch und neugierig.

@realbloginista
Es wirkt vielleicht so, als ob die aufklärerische Aufforderung zum "Mut zu eigenen Gedanken" die selbsternannten "Querdenker" der Coronazeit auf ihre problematischen Irrwege führte. Damit geht man aber lediglich deren Neusprech-Tricks auf dem Leim, da es ihnen nicht um den Eintritt in einen dialogischen Diskurs, sondern um ihre Negieren und unterdrücken jeglicher anderen Meinungen und wissenschaftlicher Fakten ging.

@phantasus @SandiPavkovic @BlumeEvolution

@Nowhereman Dass die „Querdenker“ für sich diesen Satz beanspruchen ist nicht gleichbedeutend damit, dass es dieser Satz war, der sie auf Irrwege geführt hat. Es sind vielmehr Mechanismen der kognitiven Verzerrung am Werk sowie Bewältigungsstrategien, wie z.B. Pia Lamberti beschreibt, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Pia_Lamberty

@phantasus @SandiPavkovic @BlumeEvolution

Pia Lamberty – Wikipedia

@Nowhereman @realbloginista @SandiPavkovic @BlumeEvolution Möglich.

Ich halte es schwierig damit eine ganze Gruppe zu bezeichnen, da nicht jeder mit dieser Attitude ein Teil von dieser Gruppe wurde.

Man muss auch bedenken, dass Reaktanz und andere Gruppenphänomene sich entwickeln aus ungünstigen Situationen heraus. Trotzdem sind Leute die mal drinnen sind schwieriger bis gar nicht vom Gegenteil zu überzeugen. Und dann wird es die Brandstifter geben, die Leute belügt haben für ihre eigenen Vorteile.

Ich finde traurig, dass durch das Phänomen der "Querdenker" Leute zynischer und misstrauischer gegenüber selber denken wurden, ja überhaupt miteinander diskutieren oder seine eigene Ideen zu verfolgen.

Irgendwie würde ich auch meinen, dass solche Gruppen da sind um Werte zu besudeln oder Begriffe wie "Querdenker", was mal was Gutes war, nicht Ausdruck von konzentrierter bornierter Dummheit.

Wäre ich ein ausländischer Aggressor, dann würde ich dafür sorgen, dass Gruppen in dieser Art in der Gesellschaft mehr werden, damit sich demokratische Gesellschaften durch Zynismus und Misstrauen gegenüber allen Menschen der Gesellschaft zerlegen.

@phantasus
Dein Eindruck ist vollkommen richtig, dass die Etiketten nicht stimmig genutzt werden, falsch vereinnahmen, irreleitend und teilweise von Interessengruppen gesteuert sind.

"Neusprech" im Orwellschen Sinne will genau so etwas erreichen. Marina Weisband, Pia Lamberty und viele andere (wir befinden uns ja gerade im passenden Thread 😉) warnen seit einiger Zeit vor dieser Entwicklung.

@realbloginista @SandiPavkovic @BlumeEvolution

@Nowhereman @realbloginista @SandiPavkovic @BlumeEvolution Also meiner Meinung nach sind wir fast da.

Ich sehe das in meinem persönlichen Umfeld oder in meinem eigenen Leben, wo Leute Diskussionen nicht verstehen oder mich aggressiv anfliegen, weil sie glauben ich würde etwas sagen, was ich nicht sage. Aber durch die Begriffe die ich verwende und die irgendeine Gruppe umgedeutet, haben die Worte eine komplett andere Bedeutung.

Und dadurch gibt es dann keine Basis mehr auf der man sich unterhalten kann.

Ja, schon durch bestimmte soziale Trends wird das Konzept "man redet über Sachen face2face" als Missbrauch (Abuse) umgedeutet. Was dann sich _manchmal_ hinter dem Begriff "Safe space" verbirgt, weil jede emotionale Reibung in was krankhaftes umgedeutet wird, was nicht krankhaft ist. Konflikte sind Teil einer freien Gesellschaft und im besonderen einer demokratischen, das heißt es kommt zu Reibung.

Gruppen suchen nach totaler Harmonie, wo zwar eine oberflächliche erzwungene Freundlichkeit regieren mag, die durch psychische oder reale Gewalt erzwungen wird, aber im Grunde nur ein fragiler Frieden ist.

@realbloginista @SandiPavkovic @BlumeEvolution Nichts ist eine Garantie dafür, dass man nicht an Mist glaubt.

Menschen zeichnet auch aus mehrere widersprechende Gedanken im gleichen Kopf halten zu können.

Und da drauf habe ich auch keine Ahnung. Meine Präferenz ist jedenfalls diskursiv und aus einem Antrieb eine Meinung zu bilden als mir eine "Wahrheit" aufgedrückt zu bekommen, dass mich das anfällig macht für gewisse Unwahrheiten, ist mir bewusst.